Blumenmarkt unter Druck: Zwischen Rückgang und leiser Hoffnung
Der Markt für Blumen und Zierpflanzen in Deutschland hat sich 2025 auf rund 8,6 Milliarden Euro zu Einzelhandelspreisen reduziert, und das ist kein Grund zur Freude. Die Zahlen, die von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) geschätzt wurden, zeigen, dass die Branche trotz einiger stabiler Spitzenreiter unter Druck steht. Viele Betriebe haben mit steigenden Kosten und verunsicherten Verbrauchern zu kämpfen, was die Nachfrage nicht gerade anheizt. Frank Werner, der Vorsitzende des BVZ, bringt es auf den Punkt: „Viele kämpfen ums Überleben.“ Das klingt dramatisch, ist aber die Realität, die viele im Gartenbau gerade durchleben.
Eine kleine Hoffnung blitzt auf, denn saisonale Produkte konnten zum Jahresende hin von einer Belebung des Geschäfts profitieren. Ulrich Haage, der Vorsitzende des BVE, hebt hervor, dass Blumen und Pflanzen im Alltag eine wichtige Rolle spielen, besonders in wirtschaftlich angespannten Zeiten. Und die Verbraucher? Die haben 2025 in Deutschland mehr als 20 Euro pro Kopf für Beet- und Balkonpflanzen ausgegeben. Das ist doch etwas, auf das man aufbauen kann.
Marktverschiebungen und Spitzenreiter
Die frühere Beet- und Balkonsaison 2025 war wetterbedingt leider geprägt von Kaufzurückhaltung und Unsicherheit. Doch im vierten Quartal erlebte der Markt einen kurzfristigen Aufschwung, der besonders den Herbstkulturen zugutekam. Es ist interessant zu sehen, dass die Sommerheide im Herbstsortiment erneut den ersten Platz belegte und sogar um zwei Prozentpunkte zulegen konnte. Geranien, die sich durch ihre Trockenheitstoleranz auszeichnen, konnten ebenfalls ihr Ergebnis leicht verbessern. Stiefmütterchen belegten den dritten Platz – ein bisschen wie in einem Gartenwettbewerb, wo jeder um die Gunst der Käufer buhlt.
Die Top-10-Spitzenpositionen blieben 2025 stabil, was bedeutet, dass sich in den Rankings nicht allzu viel getan hat. Während einige Anbieter ihre Marktanteile behaupteten, kam es zu Verschiebungen, die auf die sich verändernden Bedürfnisse der Verbraucher zurückzuführen sind. Es ist ein ständiger Wettlauf, bei dem die Unternehmen versuchen, sich den Gegebenheiten des Marktes anzupassen.
Ein Rückblick auf die Branche
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Im Jahr 2025 gab es in Deutschland 2.821 Gartenbaubetriebe, die auf rund 5.760 Hektar Blumen und Zierpflanzen anbauten. Das ist ein Rückgang von 9,7 % im Vergleich zu 2021. Die bewirtschaftete Fläche hat sich um 8,1 % verringert – das sind alles keine schönen Nachrichten. Besonders dramatisch ist der Rückgang der Zierpflanzenproduzenten: Im Vergleich zu 2017 ist die Zahl um 23,1 % gesunken. Nordrhein-Westfalen bleibt mit 47,4 % das bedeutendste Bundesland für den Zierpflanzenanbau, gefolgt von Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg, die zusammen mehr als 1.920 Hektar bewirtschaften.
Von Juli 2024 bis Juni 2025 haben die Zierpflanzenbetriebe über 866 Millionen Beet- und Balkonpflanzen sowie Stauden produziert – ein Anstieg von 6,7 % im Vergleich zum Wirtschaftsjahr 2020/2021, aber ein Rückgang von 12,0 % im Vergleich zu 2016/2017. Die wichtigsten Produkte sind Veilchen und Besenheide, gefolgt von Stauden, Geranien und Primeln. Es ist faszinierend zu sehen, wie die Geschmäcker der Verbraucher schwanken.
Für die Zimmerpflanzenproduktion sieht es allerdings weniger rosig aus. 1.016 Gartenbaubetriebe haben rund 86 Millionen Zimmerpflanzen produziert, was einem Rückgang von 21,1 % gegenüber 2020/2021 entspricht. Besonders die Weihnachtssterne, die normalerweise hoch im Kurs stehen, mussten einen Rückgang von 14,2 % hinnehmen. Das zeigt, dass die Verbraucher vielleicht weniger bereit sind, für bestimmte Produkte auszugeben, oder einfach andere Prioritäten setzen.
Insgesamt steht die Branche vor Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Die Entwicklungen sind spannend und zeigen, dass sich der Markt ständig wandelt. Man kann nur hoffen, dass die frischen Farben der Blumen und die Vielfalt der Pflanzen nicht aus unserem Alltag verschwinden.
