Der Markt für Blumen und Zierpflanzen in Deutschland hat im Jahr 2025 einen Rückgang auf rund 8,6 Milliarden Euro zu Einzelhandelspreisen verzeichnet. Die aktuelle Veröffentlichung der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) zeigt auf, dass dieser Rückgang durch verschiedene Faktoren beeinflusst wird. Frank Werner, der Vorsitzende des Bundesverbandes Zierpflanzen (BVZ), äußerte Besorgnis über die steigenden Kosten, die verunsicherten Verbraucher und die schwache Nachfrage, die viele Betriebe belasten. Gleichzeitig betonte Ulrich Haage, Vorsitzender des Bundesverbandes Einzelhandelsgärtner (BVE), die bedeutende Rolle von Blumen und Pflanzen im Alltag der Menschen.

Die Verbraucher gaben 2025 mehr als 20 Euro pro Kopf für Beet- und Balkonpflanzen aus, wobei die Sommerheide als Spitzenreiter im Herbstsortiment um zwei Prozentpunkte zulegen konnte. Auch die Geranien konnten ihr Ergebnis leicht steigern, und das vor allem aufgrund ihrer Trockenheitstoleranz. Stiefmütterchen belegten den dritten Platz im Beet- und Balkonsortiment. Trotz einer wetterbedingten Kaufzurückhaltung zu Beginn der Saison zeigte der Markt im vierten Quartal eine erfreuliche Dynamik.

Entwicklung der Zimmerpflanzen und Schnittblumen

Die Pro-Kopf-Ausgaben für blühende Zimmerpflanzen sanken im Vergleich zum Vorjahr auf rund 11 Euro. Orchideen führen das Ranking der blühenden Zimmerpflanzen mit einem Anteil von 33 Prozent an, gefolgt von Weihnachtssternen und Kalanchoe, die sich auf den zweiten und dritten Platz verbesserten und Rosen auf Rang vier verdrängten. Im Bereich der grünen Zimmerpflanzen lagen die Ausgaben bei etwa 6 Euro, wobei Blattschmuckpflanzen die dominierende Gruppe bildeten. Besonders erwähnenswert ist, dass Palmen zulegten und Platz zwei erreichten, während Kakteen und Sukkulenten auf Rang drei zurückfielen.

Die Verbraucher investierten 2025 nahezu stabile 37 Euro pro Kopf für Schnittblumen. Dabei behielten Rosen mit einem Anteil von 42 Prozent, gefolgt von Tulpen mit 13 Prozent und Chrysanthemen mit 11 Prozent, die ersten drei Plätze im Schnittblumenmarkt. Diese Stabilität wird jedoch durch die Herausforderungen, die der Markt derzeit erlebt, in Frage gestellt.

Rückgang der Betriebe und Anbauflächen

Die Situation wird noch komplexer, wenn man die Zahlen aus einer weiteren Quelle betrachtet. Im Jahr 2025 gab es in Deutschland 2.821 Gartenbaubetriebe, die auf rund 5.760 Hektar Blumen und Zierpflanzen anbauten. Dies stellt einen Rückgang von 9,7 Prozent (302 Betriebe) im Vergleich zur Erhebung von 2021 dar. Zudem sank die bewirtschaftete Fläche um 8,1 Prozent (505 Hektar) im gleichen Zeitraum. Im Vergleich zu 2017 ist die Zahl der Zierpflanzenproduzenten um 23,1 Prozent (847 Betriebe) und die Fläche um 12,6 Prozent (830 Hektar) gesunken.

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Nordrhein-Westfalen bleibt mit 47,4 Prozent (2.730 Hektar) das bedeutendste Bundesland für den Zierpflanzenanbau. Niedersachsen, Bayern und Baden-Württemberg kommen zusammen auf mehr als 1.920 Hektar, was 33,4 Prozent der Fläche ausmacht. Interessanterweise befinden sich 1.420 Hektar (24,6 Prozent) der Zierpflanzenanbaufläche unter Gewächshäusern und anderen hohen Schutzabdeckungen, wobei 54,7 Prozent dieser Flächen von Juli 2024 bis Juni 2025 mindestens einmal beheizt wurden.

Produktion und wichtige Produkte

Im Zeitraum von Juli 2024 bis Juni 2025 produzierten 1.939 Zierpflanzenbetriebe mehr als 866 Millionen Beet- und Balkonpflanzen sowie Stauden, was einen Anstieg von 6,7 Prozent im Vergleich zum Wirtschaftsjahr 2020/2021 darstellt. Die wichtigsten Produkte sind Veilchen (Viola) und Besenheide (Calluna) mit jeweils rund 136 Millionen Stück, gefolgt von Stauden (117 Millionen Stück), Geranien (78 Millionen Stück) und Primeln (61 Millionen Stück).

Die Produktion von Zimmerpflanzen hingegen sank um 21,1 Prozent im Vergleich zu 2020/2021. Insgesamt produzierten 1.016 Gartenbaubetriebe rund 86 Millionen Zimmerpflanzen, wobei Weihnachtssterne mit rund 18 Millionen Stück den größten Anteil ausmachten, was einem Rückgang von 14,2 Prozent gegenüber 2020/2021 entspricht. Auch die Schnittblumenproduktion ist betroffen: 1.282 Betriebe erzeugten von Juli 2024 bis Juni 2025 Schnittblumen auf 2.420 Hektar, was einem Rückgang von 14,0 Prozent (390 Hektar) im Vergleich zum Jahreszeitraum 2020/2021 entspricht.

Insgesamt zeigt sich, dass der Zierpflanzenmarkt in Deutschland vor großen Herausforderungen steht, die sowohl die Betriebe als auch die Verbraucher betreffen. Die kommenden Jahre werden entscheidend sein, um neue Strategien zu entwickeln, die den Markt stabilisieren und die Nachfrage ankurbeln können.