Die 3D-Drucker-Branche macht momentan eine ziemlich turbulente Zeit durch. Ein echtes Auf und Ab, das viele in der Community beschäftigt. Bambu Lab, ein aufstrebender Hersteller in diesem Sektor, hat sich seit seiner Gründung im Jahr 2020 rasch einen Namen gemacht und dominiert mittlerweile den Markt für Consumer-3D-Drucker. Mit ihren Modellen wie dem P1 und X1 haben sie wirklich Maßstäbe gesetzt und sogar Creality vom Thron gestoßen. Doch dann kam das Jahr 2025 und mit ihm ein Umbruch, der viele User schockierte.

Im Januar 2025 stellte Bambu Lab sein „Authorization Control System“ vor, ein System, das Drittanbieter-Software vom direkten Zugriff auf die Drucker ausschloss. Plötzlich musste jeder Nutzer über die geschlossene Middleware „Bambu Connect“ drucken, was bedeutete, dass externe Entwickler keinen API-Zugriff mehr hatten. Für viele war das der Anfang vom Ende der Freiheit, die sie zuvor im 3D-Drucken genossen hatten. Die Community stand auf, die Sorgen wuchsen. Und dann, am 23. April 2026, wagte der polnische Entwickler Pawel Jarczak den Schritt und veröffentlichte einen Fork namens „OrcaSlicer-bambulab“.

Die rechtlichen Turbulenzen

Doch die Freude über diese Wiederherstellung der gesperrten Cloud-Funktionen war nur von kurzer Dauer. Bambu Lab reagierte mit einer Abmahnung, was Jarczak dazu brachte, das Projekt vorsorglich vom Netz zu nehmen. Ein klassischer Fall von „Schutz des eigenen Reiches“, könnte man sagen. In einem Blogbeitrag gab Bambu Lab an, dass der Fork den HTTP-User-Agent-String aus Bambu Studio auslas und diesen beim Verbindungsaufbau zu ihrer Cloud sendete. Bambu bezeichnete dies als „Client-Impersonation“ und stützte sich auf den Digital Millennium Copyright Act (DMCA), um rechtlich gegen Jarczak vorzugehen.

Die Diskussion über die Rechtmäßigkeit dieser Abmahnung ist entbrannt. YouTuber Louis Rossmann ist der Meinung, dass eine Unterlassungsklage gegen einen AGPL-Fork vor Gericht kaum Bestand hätte. Diese Sichtweise könnte für Jarczak ein Lichtblick sein, denn er erhielt Unterstützung von GamersNexus und Rossmann selbst, die beide bereit waren, die Software weiterzuhosten und Jarczak in seinem Rechtsstreit mit jeweils 10.000 US-Dollar zu unterstützen. GamersNexus stellte die Software unter dem provokanten Titel „F** euch, Bambu Lab“ zur Verfügung, ein klares Zeichen für den Widerstand in der Community.

Bambus Position und der Markt

Bambu Labs Position ist dabei klar: AGPL-Forks sind grundsätzlich erlaubt, doch OrcaSlicer sei nicht ausreichend, da er die Cloud-Infrastruktur durch gefälschte Identitätsmetadaten anspreche. Das wirft eine interessante Frage auf: Wie weit dürfen Hersteller gehen, um ihre Software zu schützen? Der Anwalt Leonard French sieht in diesem Fall ein Beispiel für die Nutzung von Software-Sperren durch Hersteller zur Monetarisierung von Dienstleistungen.

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Und während sich diese rechtlichen Auseinandersetzungen entwickeln, bleibt Babmu Lab nicht untätig. Mit ihrem neuesten Drucker, dem X2D, der zwei Extruder bietet – eine Technologie, die zuvor nur teuren Geräten vorbehalten war – haben sie einmal mehr bewiesen, dass sie im Preisbereich unter 2500 Dollar einen Marktanteil von 37 Prozent halten. Damit wird klar: Bambu Lab ist nicht nur ein Akteur, sondern ein Motor der Innovation im 3D-Druck.