Die Vorfreude in Leinefelde-Worbis ist förmlich greifbar! Bürgermeister Christian Zwingmann kann sich kaum zurückhalten, wenn er an die Landesgartenschau denkt, die in dieser Woche über die Bühne geht. „100.000 Besucher erwarten wir“, sagt er mit leuchtenden Augen. Ein ambitioniertes Ziel, aber die Marketingkampagne hat bereits positive Früchte getragen. Wenn man bedenkt, dass die Gartenschau in die Sommerferien fällt, ist der Besucherstrom quasi vorprogrammiert. Die Leute sind hungrig nach frischer Luft, Natur und einer Auszeit vom Alltagsstress.

Die Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John (CDU) spricht sogar von einem „Kraftakt“. Und das mit Recht! Auf einem ehemaligen Garagenkomplex entsteht eine Gartenstadt, die nicht nur optisch beeindruckt, sondern auch einen wertvollen Beitrag zur Klimaanpassung leistet. Problemflächen werden in grüne Oasen verwandelt, neue Spiel- und Sportflächen laden zum Verweilen ein. Und als ob das nicht genug wäre, gibt es auch infrastrukturelle Verbesserungen: Ein neuer Busbahnhof wird den öffentlichen Nahverkehr aufwerten. Die Dimensionen der Investitionen sind beachtlich: Rund 30 Millionen Euro fließen von Bund, EU und Land, während die Stadt selbst etwa 20 Millionen Euro an Eigenmitteln bereitstellt. Die gesamte Hebelwirkung wird auf etwa 100 Millionen Euro geschätzt!

Besucherzahlen im Vergleich

Im Gegensatz zu Leinefelde-Worbis haben andere Städte ebenfalls beeindruckende Besucherzahlen erzielt. So konnte Fulda, die größte Landesgartenschau Hessens, zur Halbzeit bereits 300.000 Besucher begrüßen. Bad Gandersheim in Niedersachsen hat mit 210.000 Gästen noch Luft nach oben, während die Stadt auf insgesamt 450.000 Besuche hofft. In Bayern, wo die Tradition der Landesgartenschauen 1980 begann, ziehen die Veranstaltungen nach wie vor viele Menschen an. Freyung beispielsweise zählte über 100.000 Besucher zur Halbzeit, und Höxter meldete zum Bergfest 350.000 zahlende Gäste. Balingen hat mit 400.000 Besuchern sogar sein Ziel von 300.000 bereits zur Halbzeit erreicht!

Die Bundesgartenschau (BUGA) in Mannheim hat mit 1,2 Millionen Besuchern und 81.000 verkauften Dauerkarten die Erwartungen sogar noch übertroffen. Die Zahlen sprechen für sich: 94% der BUGA-Besucher würden die Veranstaltung weiterempfehlen, und 88% fanden die gärtnerischen Bereiche durchweg schön. Auch hier zeigt sich, dass die Veranstaltungen nicht nur auf einheimische Besucher angewiesen sind – fast die Hälfte der Gäste kam mit öffentlichen Verkehrsmitteln an.

Ein Blick in die Geschichte

Die Geschichte der Landesgartenschauen in Deutschland reicht weit zurück. Angefangen hat alles 1980 in Bayern, als Städte wie Neu-Ulm und Augsburg die ersten Schauplätze waren. Seither haben sich die Formate weiterentwickelt. In ungeraden Jahren gibt es seit 1995 die kleine Gartenschau „Natur in der Stadt“, die sich auf die Verbesserung von Grün- und Erholungsstrukturen in kleinerem Rahmen konzentriert. Bis 2015 flossen etwa 83 Millionen Euro aus staatlichen und EU-Mitteln in die bayerischen Gartenschauen, die mittlerweile über 23 Millionen Besucher anlockten. In den letzten Jahrzehnten wurden 460 Hektar öffentliche Grünflächen geschaffen – ein wahrer Gewinn für die Umwelt und die Lebensqualität der Bürger.

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Es ist spannend zu beobachten, wie sich solche Veranstaltungen im Laufe der Zeit entwickelt haben. Die Nachfrage nach den Landesgartenschauen ist ungebrochen, und es bleibt abzuwarten, wie die Besucherzahlen in Leinefelde-Worbis sich entwickeln werden. Aber eines ist sicher: Die Menschen sind bereit, sich von der Natur verzaubern zu lassen!