Heute ist der 21.06.2026 und die Krypto-Welt ist mal wieder im Aufruhr. Der CEO von BitGo, Mike Belshe, hat jüngst eine gewaltige Behauptung zurückgewiesen, die um die Runde machte. Es wurde behauptet, das Mythos-Modell von Anthropic hätte fast alle Klassifizierungssysteme der NSA kompromittiert. Ein starkes Stück, oder? Diese Behauptung hat sich am Wochenende wie ein Lauffeuer auf X (früher bekannt als Twitter) verbreitet und Belshe hat sich nun klar davon distanziert.

Die Welle der Aufregung wurde ausgelöst durch einen Kommentar von Senator Mark Warner, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Geheimdienstausschusses des Senats. Er hatte die NSA und das US Cyber Command zitiert, die das Tool als potenziell gefährlich einstuften. Laut Warner soll General Joshua Rudd, der Leiter der NSA, gesagt haben, dass Mythos in der Lage sei, in fast alle Klassifizierungssysteme einzudringen. Der Economist nahm diese Aussage auf und stellte sie als Lob für Anthropic dar, um schnellere Tests neuer Modelle zu fordern. Aber jetzt kommt der Knackpunkt: Belshe bezeichnete die gesamte Geschichte als falsch und widersprach der Darstellung, dass die Regierung ein drei Tage altes Modell wegen eines echten Cyberangriffs abgeschaltet habe.

Die Wahrheit hinter dem Mythos

Es stellte sich heraus, dass es sich bei dem, was als Cyberangriff ausgelegt wurde, um einen genehmigten Red-Team-Test handelte, der auf den eigenen Netzwerken der NSA durchgeführt wurde. Interessanterweise hat Shashank Joshi, ein Redakteur beim Economist, klargestellt, dass Warners Zitat nicht wörtlich zu verstehen sei und die Nutzung von Mythos von anderen Tools abhänge. Die US-Regierung war übrigens bereits Partner von Mythos, das über das Projekt Glasswing für staatliche Cyberabwehr bereitgestellt wurde, seit April. Hier wird deutlich, dass die Situation komplexer ist, als es zunächst scheint.

Belshe und andere Experten haben die ungenaue Darstellung der Ereignisse scharf kritisiert. Analyst Kyle Chase hat darauf hingewiesen, dass der Einbruch, der für diese Aufregung sorgte, lediglich ein Test war. Ein anderer Jailbreak von Amazon war der tatsächliche Auslöser für die Nervosität. Anthropic selbst bestätigte, dass der gemeldete Jailbreak nur das Modell aufforderte, einen Codebestand zu lesen und einige Fehler zu beheben. Nur kleinere, bereits bekannte Fehler wurden entdeckt – solche, die auch bei Konkurrenzmodellen wie OpenAI GPT-5.5 auftauchen können.

Exportkontrolle und ihre Implikationen

Ein weiterer wichtiger Punkt in dieser ganzen Debatte ist, dass Anthropic am 12. Juni beide Modelle abschaltete, um einer US-Vorgabe zur Exportkontrolle nachzukommen, und nicht aufgrund eines Cyberangriffs. Es ist für das Unternehmen ein großes Dilemma, ein Modell, das von Hunderten Millionen Menschen genutzt wird, wegen eines einzelnen Fehlers zurückzurufen. Die Frage, ob der Test das Abschalten der Modelle rechtfertigt, bleibt umstritten und sorgt für eine Menge Diskussionen in der Fachwelt.

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AI-Forscher Pedro Domingos hat argumentiert, dass die Exportkontrolle für die aktuellen Ereignisse verantwortlich sei, insbesondere angesichts der starken Hacking-Fähigkeiten des Modells. Anthropic hingegen bezeichnet Mythos als das stärkste Cybermodell der Welt, sieht aber das Zurückrufen eines Modells wegen eines einzelnen Fehlers als problematisch an. Momentan arbeitet das Unternehmen daran, wieder Zugang zu ermöglichen und entwickelt zusammen mit dem Weißen Haus einen Rahmen, um Risiken zu managen.