Illinois hebt die Krypto-Steuer aus der Taufe: Risiko oder Chance für die Branche?
Heute, am 17.06.2026, erreicht uns aus Illinois eine Nachricht, die die Krypto-Welt aufhorchen lässt. Gouverneur JB Pritzker hat am Dienstag die Senate Bill 3019 unterzeichnet. Das bedeutet, eine Steuer von 0,2% auf Transaktionen mit Kryptowährungen wird eingeführt. Na, das ist mal eine Ansage! Die Einnahmen, die sich auf über 800 Millionen USD belaufen sollen, sind für das Haushaltsbudget des Staates für das Jahr 2027 eingeplant. Ein ganz schöner Batzen, wenn man bedenkt, dass das Budget insgesamt 55,9 Milliarden USD beträgt.
Das neue Gesetz, das den Namen „Digital Asset Privilege Tax Act“ trägt, tritt am 1. Januar 2027 in Kraft. Es wird auf den Wert der digitalen Vermögenswerte bei einer Transaktion erhoben. Aber das ist noch nicht alles: Broker, die außerhalb von Illinois sitzen, müssen ebenfalls Steuern zahlen, wenn ihr Umsatz in Illinois die 100.000 USD-Marke überschreitet. Das bringt eine Menge neuer Registrierungspflichten und Berichtspflichten für diese Broker mit sich. Wer sich nicht daran hält, könnte sich mit einem ordentlichen Rechtsproblem konfrontiert sehen, denn Verstöße werden als Straftat der Klasse 3 eingestuft.
Widerstand aus der Branche
Die Reaktionen aus der Krypto-Community sind alles andere als euphorisch. Der Crypto Council for Innovation (CCI) hat bereits Alarm geschlagen und warnt davor, dass diese Steuer Entwickler und Investitionen aus Illinois vertreiben könnte. Branchenvertreter fürchten, dass Krypto-Unternehmen in andere, steuerfreundlichere Bundesstaaten abwandern könnten. „Das ist doch kein Weg, um Innovation zu fördern!“, könnte man fast hören. Besonders pikant ist die Argumentation des CCI, dass es in anderen Bundesstaaten keine vergleichbare Steuer auf Aktien, Anleihen oder Derivate gibt. Das lässt einen schon ins Grübeln kommen.
Und die Kritik hört hier nicht auf. NetChoice hat Pritzker dazu aufgefordert, auch Steuern auf soziale Medien und Werbung zu blockieren. Es ist also ein heißes Pflaster, auf dem wir uns da bewegen. Man kann sich vorstellen, dass es vor dem Inkrafttreten der Regelungen im Jahr 2027 noch einige rechtliche Herausforderungen geben könnte. Das wird spannend! Wie es aussieht, wird Illinois möglicherweise zum ersten Bundesstaat mit einer hohen Steuer auf Kryptowährungstransaktionen.
Das größere Bild
Zusätzlich zu dieser Steuer hat Illinois am 1. Juni ein weiteres Gesetz verabschiedet, welches eine 10%-Steuer auf digitale Vermögenswerte einführt. Diese Steuer steht noch aus, da sie auf die Unterschrift von Gouverneur Pritzker wartet. Die voraussichtlichen Einnahmen aus dieser zusätzlichen Steuer werden auf 60 Millionen USD für das Jahr 2027 geschätzt. Ein echter Kracher, wenn man bedenkt, dass Illinois seit Jahren mit strukturellen Haushaltsdefiziten zu kämpfen hat. Das neue Budget umfasst also 56 Milliarden USD und die Kryptowährungsbesteuerung könnte als Modell für andere Bundesstaaten dienen, die ebenfalls unter Defiziten leiden.
Die Digital Chamber und die Illinois Blockchain Association haben sich bereits in einem offenen Brief gegen die Steuer ausgesprochen. Sie befürchten, dass die Steuer Illinois als Standort für Krypto-Unternehmen unattraktiv machen könnte. Und das ist nicht unbegründet. Schließlich könnte die Steuer zu höheren Gebühren für Verbraucher führen, da Broker diese Kosten möglicherweise an ihre Kunden weitergeben. Ob die Steuer die prognostizierten Einnahmen tatsächlich generiert oder ob Broker gar ihre Kunden aus Illinois abweisen, bleibt abzuwarten. Ein Drahtseilakt, den sich viele nicht entgehen lassen wollen.
Die Frage, die sich jetzt stellt: Wie wird sich diese neue Steuer auf die Krypto-Landschaft in Illinois auswirken? Wird sie den Markt ankurbeln oder eher bremsen? Die nächsten Monate könnten entscheidend sein und für einige Überraschungen sorgen.
