Heute ist der 17.06.2026, und in Vietnam stehen die kleinen Unternehmen vor einem gewaltigen Umbruch. Bei einer Pressekonferenz des Finanzministeriums, die das zweite Quartal 2026 beleuchtet, hat Herr Mai Son, der stellvertretende Direktor der Steuerabteilung, einige interessante Einblicke gegeben. Es geht um die Pauschalbesteuerung für Geschäftshaushalte, die ein Jahreseinkommen von unter 5 Milliarden VND erzielen. Das kam nicht von ungefähr, denn bald wird diese Form der Besteuerung abgeschafft und durch ein System der Selbsterklärung ersetzt. Was bedeutet das für die kleinen Unternehmer? Ein großes Umdenken und Umstellen steht an.

Gemäß der Resolution 68 des Politbüros, die im Mai 2023 angekündigt wurde, wird die Pauschalbesteuerung nicht mehr existieren. Stattdessen müssen alle Unternehmen ab 2026 das Deklarationssystem nutzen. Das klingt erst einmal nach Bürokratie, könnte aber auch Erleichterungen mit sich bringen. Beispielsweise wurde die Umsatzgrenze für die Steuerbefreiung von 100 Millionen VND auf 1 Milliarde VND pro Jahr angehoben. Das bedeutet, dass viele kleinere Betriebe zunächst von der Steuerpflicht befreit bleiben könnten.

Die neue Verwaltungsmethode

Eine der größten Änderungen liegt also nicht im Steuersatz, sondern in der Verwaltungsmethode. Tatsächlich haben bereits 98 % der Gewerbebetriebe ihre Einnahmen korrekt und fristgerecht erklärt – das ist eine großartige Quote! Die Steuerbehörden arbeiten dabei Hand in Hand mit Anbietern von Technologielösungen, viele Dienstleistungen werden sogar kostenlos angeboten. Das scheint zu funktionieren, denn die neue Managementmethode hat positive Ergebnisse geliefert und sorgt für mehr Transparenz in den Geschäftsabläufen.

Ein weiterer Vorteil zeigt sich in der Reduzierung der Steuerhinterziehung. Wenn die Unternehmer ihre tatsächlichen Einnahmen angeben, wird es für sie schwerer, sich um die Steuern herumzudrücken. Die Steuerbehörden sind aktiv dabei, die Vorschriften zu überprüfen und die Verwaltungsverfahren zu reformieren. Und Herr Mai Son hat versprochen, die Entwicklungen weiterhin zu beobachten und die Bedingungen für Unternehmen zu verbessern. Ein guter Plan, oder?

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

Gerade in einem Land wie Vietnam, wo viele Kleinunternehmen seit Jahrzehnten auf ein vereinfachtes Pauschalbesteuerungssystem setzen, ist dieser Wandel von enormer Bedeutung. Oft geschieht die Umsatzermittlung durch informelle Gespräche mit den lokalen Steuerbehörden, da detaillierte Verkaufsaufzeichnungen fehlen. Im Jahr 2025 nutzten rund zwei Millionen private Unternehmen dieses System, während nur etwa 6000 das kompliziertere Deklarationssystem wählten. Die Umstellung ab 2026 wird also eine echte Herausforderung. Unternehmen müssen nun Registrierkassen finanzieren, Buchhaltung erlernen und Mitarbeiter schulen – das kann für viele zur echten Hürde werden.

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Der wirtschaftliche Kontext ist ebenfalls nicht zu vernachlässigen. Vietnams Steuerquote im Verhältnis zum BIP lag 2023 bei 16,8 Prozent, was unter dem asiatisch-pazifischen Durchschnitt von 19,5 Prozent und dem OECD-Durchschnitt von 33 Prozent liegt. Im Jahr 2024 erzielte Vietnam Rekordsteuereinnahmen – 1,6 Billiarden Dong, hauptsächlich aus inländischen Quellen. Das zeigt, dass das Land auf dem richtigen Weg ist, auch wenn einige Sektoren noch von den wirtschaftlichen Folgen der COVID-Pandemie erholen müssen.

Die Veränderungen sind also tiefgreifend und könnten zur Deregulierung, zum Schutz der lokalen Unternehmen und zur Verbesserung des Zugangs zu Kapital führen. Die Kommunistische Partei Vietnams hat dabei das Ziel, die Steuererhebung zu modernisieren und Korruption zu bekämpfen. Wie sich das Ganze entwickeln wird, bleibt spannend zu beobachten. Ein gutes Stück Arbeit wartet auf die kleinen Unternehmen, und die Zeit wird zeigen, wie sie mit diesen Herausforderungen umgehen werden.