Die wirtschaftliche Landschaft in Serbien hat sich in den letzten Jahren spürbar verändert, vor allem durch den Zustrom ukrainischer Unternehmer. Seit dem Ausbruch des Krieges hat sich die Zahl der ukrainischen Unternehmen in Serbien fast verdreifacht! Aktuell sind über 480 Unternehmen mit mehrheitlich ukrainischem Kapital in Serbien registriert, darunter 161 Gesellschaften und 320 Einzelunternehmer. Diese Informationen stammen von Marko Čadež, dem Präsidenten der Serbischen Industrie- und Handelskammer, der sich auf Daten der serbischen Unternehmensregistrierungsbehörde stützt.

Wenn wir einen Blick auf das Jahr 2021 werfen, sehen wir, dass nur 202 ukrainische Unternehmen und 117 Unternehmer aktiv waren. Damals mussten etwa 40 % dieser Unternehmen schließen – ein düsterer Trend, der jedoch nach 2022 eine bemerkenswerte Wende nahm. Es gab keinen einzigen Unternehmensschließung mehr! Das Wachstum nach 2022 ist tatsächlich beeindruckend und zeigt, dass die ukrainischen Unternehmer in Serbien nicht nur überleben, sondern florieren.

Neue Geschäftsfelder und Chancen

Vor allem in den Bereichen IT, Beratungsdienstleistungen, Handel und Kleinunternehmen sind die ukrainischen Unternehmer aktiv. Ein klarer Trend zeichnet sich ab: Die Verlagerung vom traditionellen Handel hin zu digitalen und wissensbasierten Dienstleistungen. Immer mehr IT-Unternehmer, Beratungsfirmen und Designstudios finden in Serbien einen fruchtbaren Boden für ihre Ideen. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Serbien bietet einfache Unternehmensgründung, niedrige Steuersätze und erschwingliche Betriebskosten. Dazu kommt die Visumfreiheit für Ukrainer, die den Prozess noch einfacher gestaltet.

Die Registrierung eines Unternehmens erfolgt über die Agentur für die Registrierung von Unternehmen (APR). Dabei ist es wichtig, sich vorher über die geeignete Rechtsform zu informieren – sei es eine GmbH oder ein Einzelunternehmen. Der Gründungsprozess ist digitalisiert und kann in etwas mehr als zehn Arbeitstagen abgeschlossen werden, wenn die Eigentumsstruktur unkompliziert ist. Nahezu alles läuft online ab, und für eine GmbH reicht ein Mindeststammkapital von nur 100 Dinar, das sind weniger als 1 Euro!

Ein wachsendes Start-up-Ökosystem

Serbien hat sich mittlerweile zu einem aufstrebenden Hotspot für Start-ups entwickelt, nicht nur in Belgrad, sondern auch in Städten wie Niš, Novi Sad und Kragujevac. Diese Entwicklung zieht nicht nur ukrainische Unternehmer an, sondern auch viele andere internationale Gründer. Es ist wichtig, vor der Unternehmensgründung Rechtsexperten zu konsultieren, um rechtliche Risiken zu vermeiden. Auch wenn Serbien kein EU-Mitglied ist, wird die Gesetzgebung zunehmend an die EU-Vorgaben angepasst, was die Unternehmensgründung für ausländische Investoren attraktiver macht.

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Ukrainische Unternehmer profitieren zudem von einer ähnlichen Mentalität und Kultur, die die Eingewöhnung erleichtert. Es ist fast so, als würden sie in ein vertrautes Umfeld eintauchen. Diese kulturellen Gemeinsamkeiten, gepaart mit einem dynamischen wirtschaftlichen Klima, schaffen eine vielversprechende Grundlage für neue Geschäftsideen und innovative Ansätze. Die Möglichkeiten scheinen schier endlos, und die ukrainischen Unternehmer haben eindeutig ihren Platz in diesem wachsenden Markt gefunden.