In einem spannenden Seminar, das von der ACB organisiert wurde, versammelten sich Experten und Unternehmer, um über die neuesten Änderungen in der Steuerpolitik für Kleinstunternehmen zu diskutieren. Herr Nguyen Le Nam von der ACB, Frau Le Thi Chinh vom Finanzministerium und Herr Nguyen Hoang Son vom Steuerberaterverband Ho-Chi-Minh-Stadt brachten wertvolle Einblicke. Die Veranstaltung drehte sich um die neuen Verordnungen, die durch die Dekrete 68/2026/ND-CP und 141/2026/ND-CP sowie die Rundschreiben 18/2026/TT-BTC und 50/2026/TT-BTC geregelt werden. Eine der bedeutendsten Änderungen ist die Erhöhung der Steuergrenze für familiengeführte Unternehmen von 500 Millionen VND auf 1 Milliarde VND pro Jahr.

Das Seminar stellte klar, dass die Unternehmer praktische Schwierigkeiten bei der Anwendung der neuen Steuererklärungsverfahren haben. Besonders im Fokus standen die Umsatzgrenze, die Berechnung von Mehrwertsteuer und Einkommensteuer sowie die Einführung elektronischer Rechnungen und neuer Meldeformulare. Es wurde empfohlen, die Trennung von Geschäfts- und Privatkonten zu beachten und Inventarlisten zu erstellen. Mehr als 99 % der Unternehmen setzen mittlerweile auf elektronische Steuererklärungen und -zahlungen, was die Effizienz erheblich steigert.

Unterstützungsangebote für Kleinunternehmen

Die ACB präsentierte ein umfassendes Lösungsökosystem für Kleinunternehmen, das nicht nur Buchhaltungsdienste, sondern auch Zahlungsabwicklungen, Vertriebsmanagement, Kredite und Schulungen umfasst. Ein Finanzlösungspaket im Wert von etwa 10 Millionen VND wird angeboten, das kostenlose Zahlungsakzeptanzgeräte, Vertriebssoftware, digitale Signaturen und elektronische Rechnungen beinhaltet. Darüber hinaus gibt es ein Schulungspaket zur digitalen Transformation im Wert von 20 Millionen VND, das Themen wie Verkauf auf TikTok, Online-Werbung und umfassende Steuerschulungen abdeckt.

Eine weitere interessante Initiative ist das Paket zur Senkung der Kreditzinsen um 1 % bis zu einem Gesamtbetrag von 5 Billionen VND. Im Rahmen des Workshops „Stabile Steuern – Stabile Gewinne“ wurden interaktive Ansätze, Minispiele und sogar Verlosungen eingesetzt, um die Teilnehmer aktiv einzubinden. Ein zweiter Workshop ist bereits für Ende Mai geplant und wird sich auf Umsatzsteuererklärungen, elektronische Rechnungen und Finanzmanagement konzentrieren. Wer Interesse hat, kann sich direkt auf der ACB-Website informieren oder die Hotline (028) 38 247 247 kontaktieren.

Die Reform des Steuersystems in Vietnam

In Vietnam stehen viele Kleinunternehmen vor einer weitreichenden Reform des Steuersystems. Bisher wurde oft ein vereinfachtes Pauschalbesteuerungssystem genutzt, das auf geschätzten Umsätzen basierte. Doch ab 2026 wird dieses System vollständig abgeschafft. Alle registrierten Unternehmen müssen auf ein Deklarationssystem umstellen. Diese Maßnahme ist Teil der Resolution 68, die darauf abzielt, die einheimischen Privatunternehmen bis 2035 zur „wichtigsten treibenden Kraft“ der Wirtschaft zu machen.

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Die Reform hat das Ziel, lokale Unternehmen zu unterstützen und den Zugang zu Kapital zu verbessern. Gleichzeitig sollen Steuerbefreiungen und geringere Verwaltungskosten sowohl Unternehmen als auch Arbeitnehmern zugutekommen. Im Jahr 2023 lag die Steuerquote Vietnams im Verhältnis zum BIP bei 16,8 Prozent – also deutlich unter dem asiatisch-pazifischen Durchschnitt von 19,5 Prozent und dem OECD-Durchschnitt von 33 Prozent. Interessanterweise erzielte Vietnam 2024 einen Rekordbetrag von 1,6 Billiarden Dong an Steuereinnahmen, vor allem aus inländischen Quellen.

Die geplante Reform bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich. Unternehmen müssen sich auf die neuen Anforderungen einstellen, was die Notwendigkeit für Registrierkassen, Buchhaltungskenntnisse und Schulungen für Mitarbeiter mit sich bringt. Einige Sektoren kämpfen noch mit den Folgen der COVID-Pandemie, und Berichte zeigen, dass viele Geschäfte geschlossen wurden. Während Behörden betonen, dass die Steueränderungen nicht die Ursache für diese Schließungen seien, wird dennoch deutlich, dass der Druck auf die Unternehmer steigt.