Die Entscheidung der Nationalversammlung in Vietnam, die Steuergrenze von 500 Millionen VND für Kleinunternehmen abzuschaffen, hat für Aufregung in der Wirtschaft gesorgt. Am 24. April wurde beschlossen, eine neue Grenze von voraussichtlich 1 Milliarde VND festzulegen. Diese Maßnahme könnte vielen Kleinunternehmern den Rücken stärken, jedoch bleiben zahlreiche Herausforderungen bestehen, die die Umsetzung dieser neuen Richtlinie erschweren.

Ein Beispiel ist Frau Chau, die ein Lebensmittelgeschäft in Ho-Chi-Minh-Stadt betreibt. Sie berichtet von einem drastischen Umsatzrückgang von 60 % im ersten Quartal, bedingt durch eine schwache Verbrauchernachfrage. Neben den finanziellen Einbußen äußert sie auch Bedenken hinsichtlich der Verfahren und der Umsetzung der neuen Regelungen. Um elektronische Rechnungen ausstellen zu können, muss sie in ein Kassensystem und einen Drucker investieren, was sich auf 15 bis 20 Millionen VND summiert, zuzüglich jährlicher Kosten von 6 Millionen VND für Software und digitale Signaturpflege.

Herausforderungen für Kleinunternehmer

Die uneinheitliche Vorgehensweise der Behörden führt zu Verwirrung und zusätzlichen Kosten für Kleinhändler wie Frau Chau. Herr Le Hong Duc, Buchhalter in der gleichen Stadt, erläutert, dass Haushalte unterhalb der Steuerfreigrenze weiterhin zweimal jährlich eine Steuererklärung abgeben müssen. Besonders ältere Kleinunternehmer, die oft Schwierigkeiten mit der elektronischen Steuererklärung haben, kämpfen aufgrund mangelnder Technologiekenntnisse mit den neuen Anforderungen.

Experten warnen, dass eine Anhebung der Steuerfreigrenze lediglich Symptome bekämpfen würde und der Fokus stattdessen auf der Vereinfachung der Verfahren liegen sollte. Herr Nguyen Hoang Son, Vizepräsident des Verbands der Steuerberatungs- und -agenturen von Ho-Chi-Minh-Stadt, sieht den fehlenden Zugang zu Technologie als das größte Hindernis für viele Kleinunternehmen. Viele Geschäftsinhaber sind ältere Menschen, die mit digitalen Geräten nicht vertraut sind, was die Arbeitslast oft auf eine Person konzentriert und fehleranfällig macht.

Die Bedeutung der digitalen Transformation

Die Diskussion um die Steuergrenze ist jedoch nur ein Teil des größeren Bildes. Der digitale Wandel ist für Klein- und Mittelunternehmen (KMU) entscheidend, um im Wettbewerb bestehen zu können. Laut einer Studie der Universität für Wirtschaft in Ho-Chi-Minh-Stadt (UEH) sind 91 % der KMU in Vietnam auf einem niedrigen Niveau der digitalen Transformation. Die Digitalisierung könnte jedoch erhebliche Vorteile bringen, wie eine Erhöhung der Gewinnmargen, Produktivitätssteigerung und bessere Kundenbindung.

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Die vietnamesische Regierung hat mehrere Programme zur Unterstützung der digitalen Transformation von KMU initiiert, darunter das nationale Digitalisierungsprogramm bis 2025 und weitere Initiativen zur Technologie- und Personalentwicklung. Diese Programme sollen helfen, die Herausforderungen der digitalen Transformation zu bewältigen und den Unternehmen den Zugang zur Industrie 4.0 zu erleichtern.

Fazit und Ausblick

Die anstehende Anhebung der Steuerfreigrenze für Kleinunternehmen ist ein Schritt in die richtige Richtung, doch ohne eine umfassende Unterstützung in Form von vereinfachten Verfahren und digitaler Transformation wird der Erfolg dieser Maßnahme fraglich bleiben. Experten empfehlen die Herausgabe eines Leitfadens zu Verfahren durch die zuständige Behörde oder die vietnamesische Handelskammer (VCCI), um neuen Unternehmern den Einstieg zu erleichtern. Letztlich sind Kleinstunternehmen nicht nur für die Wirtschaft wichtig, sondern auch ein bedeutendes Modell zur Förderung der „Seniorenwirtschaft“ in Vietnam.

Für weiterführende Informationen zur digitalen Transformation von KMU in Vietnam besuchen Sie bitte diese Seite.