Steuererleichterungen für Kleinunternehmen in Vietnam: Ein Schritt in die Zukunft oder ein Risiko für die Staatsfinanzen?
Heute ist der 2.05.2026, und Kleinunternehmen in Vietnam stehen vor einer spannenden Neuerung in der Steuerlandschaft. Eine der wichtigsten Änderungen, die durch das Dekret 141 eingeführt wurde, betrifft die Einkommensteuer (PIT) und die Mehrwertsteuer (VAT). Kleinunternehmen, die jährlich weniger als 1 Milliarde VND umsetzen, sind von diesen Steuern befreit, vorausgesetzt, sie haben ihre Steuern ordnungsgemäß angemeldet und bezahlt. Diese Maßnahme zielt darauf ab, Chancengleichheit für kleine Betriebe zu fördern und eine Entlastung von administrativen Hürden zu schaffen.
Ein Rundschreiben der Steuerbehörde hat die Umsetzung dieser Regelung bereits in die Wege geleitet. Unternehmen, die unter der Umsatzgrenze liegen, müssen keine Steuererklärung mehr abgeben, sondern lediglich eine Einkommensmeldung übermitteln. Dies bedeutet, dass über 2,5 Millionen private Haushalte und Einzelunternehmen von dieser Steuererleichterung profitieren werden. Experten schätzen, dass etwa 235.800 Unternehmen eine Steuerbefreiung von über 2,1 Billionen VND erhalten werden. Auch wenn diese Regelung viele Vorteile bietet, gibt es Bedenken, dass Unternehmen versuchen könnten, ihre Einnahmen in kleinere Beträge aufzuteilen, um unter der steuerlichen Freigrenze zu bleiben.
Wichtige Fristen und Unterstützung durch die Steuerbehörde
Die Frist für die Abgabe der Steuererklärung für den Monat März 2026 ist der 20. April 2026, während für die vierteljährliche Abgabe der 4. Mai 2026 gilt. Für neu gegründete Unternehmen besteht die Verpflichtung, ihre Einnahmen bis zum 31. Juli im ersten Halbjahr und bis zum 31. Januar des Folgejahres zu melden. Um den Unternehmen unter die Arme zu greifen, arbeitet die Steuerbehörde eng mit Banken zusammen, um die Prozesse rund um Steuererklärung und -zahlung zu optimieren. Banken wie ABBank und PVcomBank bieten digitale Lösungen an, die insbesondere Kleinstunternehmen unterstützen sollen. SeABank hat sogar eine Zahlungsmanagement-Plattform namens SeAPayment eingeführt, die sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen zugutekommt.
Ein weiterer Vorteil dieser Regelung ist die Anhebung der Steuerfreigrenze von 500 Millionen VND auf 1 Milliarde VND pro Jahr. Dies stellt einen bedeutenden Schritt dar, um die wirtschaftliche Belastung für kleine Unternehmen zu reduzieren und ihnen mehr Raum für Wachstum und Entwicklung zu geben.
Prognosen und zukünftige Herausforderungen
Dennoch ist nicht alles rosig: Schätzungen zufolge wird ein Rückgang der Staatseinnahmen um etwa 16.650 Milliarden VND im Vergleich zu 2025 prognostiziert. Diese Entwicklung könnte langfristige Auswirkungen auf die öffentlichen Finanzen haben. Es bleibt abzuwarten, wie die Regierung auf diese Herausforderungen reagieren wird und ob zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden, um die Stabilität der Staatsfinanzen zu gewährleisten.
Insgesamt zeigt die neue Regelung, dass die Regierung von Vietnam bestrebt ist, die Belastungen für Kleinunternehmen zu verringern und die wirtschaftliche Aktivität zu fördern. Die Unterstützung durch die Steuerbehörden und die Einführung digitaler Lösungen sind Schritte in die richtige Richtung, um die Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen zu stärken. Für die Zukunft ist es jedoch wichtig, ein Gleichgewicht zwischen Steuererleichterungen und der Gewährleistung stabiler Staatseinnahmen zu finden.
