Kleinunternehmer zwischen Auftragsmangel und Steuerreform: Ein Drahtseilakt in unsicheren Zeiten
Heute ist der 21.05.2026 und die wirtschaftliche Lage für Selbstständige und Kleinunternehmen in Deutschland ist alles andere als rosig. Die Bundesregierung hat sich vorgenommen, die veralteten Regelungen zur Außenprüfung, die seit dem Jahr 2000 bestehen, zu reformieren. Der Entwurf der neuen Außenprüfungsverordnung (ApO-E) soll am 20. Mai 2026 im Bundeskabinett beraten werden. Doch während auf der politischen Bühne neue Regelungen diskutiert werden, kämpfen die Kleinunternehmer im Alltag mit Auftragsmangel und wirtschaftlicher Unsicherheit.
Kleinunternehmen und Soloselbstständige machen ganze 89 % aller Unternehmen in Deutschland aus – das sind rund acht Millionen Beschäftigte! Wenn man das mit der Automobilindustrie vergleicht, da sind es nur zehnmal so viele. Doch die Realität sieht anders aus: Die Geschäfte laufen seit Jahren schlecht. Fast 50 % der Solounternehmer klagen über fehlende Aufträge, und laut dem ifo-Geschäftsklimaindex fiel die Stimmung für Selbstständige im April 2026 auf den neuen Tiefstand von minus 29,9 Punkten. Es ist kein Wunder, dass rund 20,6 % der Selbstständigen ernsthafte Existenzängste äußern.
Neue Regelungen und deren Auswirkungen
Die geplante Reform zielt darauf ab, künftig risikoorientierte Prüfungen durchzuführen, anstelle von flächendeckenden Kontrollen. Das soll den Unternehmen mehr Rechtssicherheit während des Prüfungsprozesses geben. Ab 2025 müssen die Betriebe zudem eigenständig prüfen, ob Erkenntnisse aus Betriebsprüfungen auch auf frühere Jahre zutreffen. Die Frist für diese Prüfungen beträgt in der Regel ein bis zwei Monate. Unangekündigte Umsatzsteuer-Nachschauen sollen vor allem bei Neugründungen oder hohen Vorsteuererstattungen eingeführt werden – eine zusätzliche Hürde für die ohnehin schon gebeutelten Selbstständigen.
Die Komplexität des Steuerrechts nimmt zu. Ab 2025 wird es Änderungen bei der Besteuerung von Abfindungen geben. Das hat zur Folge, dass Selbstständige ihre Steuerangelegenheiten zunehmend eigenständig abwickeln müssen, da es einen Mangel an Steuerberatern gibt. Das ist für viele eine große Herausforderung, denn die Fristen für Steuererklärungen sind nicht ohne: Wer keinen Steuerberater hat, muss bis zum 31. Juli 2026 einreichen, mit Berater bis zum 30. April 2027.
Ein Blick auf die wirtschaftliche Situation
Wie sieht’s bei den Kollegen aus? Die Umfragen zeigen, dass viele Selbstständige pessimistisch in die Zukunft blicken. Fast jeder fünfte fühlt sich durch den Auftragsmangel in seiner Existenz bedroht. Laut dem ifo Institut erwarten knapp die Hälfte der Befragten, dass sich 2024 nichts ändert, und nur 10 % glauben an eine Verbesserung der Geschäftssituation. Die Investitionszurückhaltung ist alarmierend: Über ein Drittel der kleinen Unternehmen plant, im kommenden Jahr weniger zu investieren. Das wird als Krisenindikator angesehen.
Selbstständige fühlen sich von der Regierung oft vernachlässigt. Matthias Henze, CEO von Jimdo, fordert kluge wirtschaftspolitische Konzepte zur Unterstützung dieser wichtigen Gruppe. Schließlich tragen Selbstständige maßgeblich zur Innovation und zum wirtschaftlichen Wachstum bei. Doch die Realität zeigt, dass sie oft als weniger wichtig wahrgenommen werden, während große Konzerne und Start-ups Unterstützung erhalten.
Steuerreformen im Fokus
Um auf die Steuerreformen zurückzukommen: Diese sind entscheidend für die Stabilität selbstständiger Tätigkeiten. Sie beeinflussen den finanziellen Erfolg und sind oft der Schlüssel zu einem langfristigen Überleben im Geschäft. Die neuen Vorschriften, die gerade in der Diskussion stehen, könnten den Selbstständigen sowohl Chancen als auch Herausforderungen bieten. Eine proaktive Herangehensweise und das ständige Aufrechterhalten des Wissens über Steuergesetzgebung sind unerlässlich.
Daher ist es ratsam, die eigene Unternehmensstruktur regelmäßig zu überprüfen und potenzielle Steuervorteile zu identifizieren. Auch die Nutzung von professioneller Beratung kann hier nicht schaden. In Zeiten wie diesen ist es wichtig, dass Selbstständige aktiv die Auswirkungen der Steuerreformen auf ihre Geschäfte im Auge behalten.
