Digitalisierung im ländlichen Raum: Gießen setzt neue Maßstäbe für kleine Unternehmen
In Gießen hat sich kürzlich ein neues Kapitel für die Digitalisierung im ländlichen Raum aufgeschlagen. Das Kompetenzzentrum für Digitalisierung im ländlichen Raum (KDLR) hat seine Pforten geöffnet und richtet sich vor allem an Kleinst- und Kleinunternehmen mit bis zu 100 Angestellten, Gründer sowie Kommunen. Der Fokus liegt darauf, den digitalen Wandel in diesen Bereichen voranzutreiben und aufzuzeigen, wie Unternehmen von modernen Technologien profitieren können. Es ist spannend zu sehen, wie das KDLR Teil des House of Digital Transformation e.V. geworden ist und mit tatkräftiger Unterstützung des hessischen Digitalministeriums, das das Projekt mit 800.000 Euro über zwei Jahre fördert, ans Werk geht.
Der Staatssekretär Stefan Sauer hat bei der Eröffnung betont, wie wichtig die Digitalisierung für Unternehmen in der heutigen Zeit ist. Das ist kein leeres Geschwätz – es geht darum, die digitale Landschaft aktiv zu gestalten und die Chancen zu nutzen, die sie mit sich bringt. Als Ansprechpartner vor Ort fungiert Hanspeter Bast, der mit den Betrieben in Kontakt tritt, um digitale Möglichkeiten aufzuzeigen und Netzwerke zu knüpfen.
Erfahrungen aus der Praxis
Man muss ja auch mal hören, was andere zu sagen haben! Robert Köppen, der die Lehnert GmbH in Heuchelheim in dritter Generation leitet, hat bereits positive Erfahrungen mit der Digitalisierung gemacht. Vor zehn Jahren war das Unternehmen noch mit 50 Mitarbeitern überschaubar, heute zählt man stolze 100 Köpfe und die Anzahl der Projekte hat sich fast verdreifacht. Das zeigt, wie sehr die digitale Transformation nicht nur den Betrieb selbst, sondern auch die gesamte wirtschaftliche Landschaft beeinflussen kann.
Doch das ist nicht alles! Im Rahmen der Fördermaßnahme „Land.Digital“, initiiert vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH), wurden zahlreiche Projekte zur Unterstützung des digitalen Wandels in ländlichen Regionen getestet. Von 2017 bis 2022 wurden 48 Modellprojekte in verschiedenen Themenbereichen umgesetzt, die von Wirtschaft und Arbeit bis hin zu Bildung und Gesundheit reichen. Interessante Konzepte, wie die App „Dorffunk“ für die Dorfvernetzung oder die Digitalisierung von Dorfläden als Online-Shops, zeigen, wie vielfältig die Ansätze sind. Die Ergebnisse dieser Projekte wurden systematisch ausgewertet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, um erfolgreiche Konzepte auch in anderen Regionen zu implementieren.
Weichen für die Zukunft stellen
Am 6. Juni 2023 fand zudem eine Fachkonferenz auf dem Hof Prädikow statt, die sich dem Austausch von Erfahrungen und der Diskussion über die Digitalisierung im ländlichen Raum widmete. Dabei wurde deutlich, dass Motivation, Vorkenntnisse und die frühzeitige Beschäftigung mit Finanzierungsmöglichkeiten nach Auslaufen der Förderperiode zu den wesentlichen Erfolgsfaktoren gehören. Es ist offensichtlich: Es braucht eine starke Gemeinschaft, um den digitalen Wandel im ländlichen Raum voranzubringen.
Diese Entwicklungen sind nicht nur spannend, sie sind auch notwendig! Der digitale Wandel wird immer mehr zur Lebensader für Unternehmen in ländlichen Regionen, und das KDLR in Gießen könnte sich als Schrittmacher für viele Betriebe herausstellen. Man kann nur hoffen, dass diese Bemühungen Früchte tragen und den Unternehmen helfen, in der digitalen Welt Fuß zu fassen.
