Heute ist der 10.06.2026. Die Stimmung bei ITM Power könnte kaum widersprüchlicher sein. Auf der einen Seite eine aufsehenerregende Partnerschaft, die in der Wasserstoffbranche für frischen Wind sorgt, auf der anderen ein dramatischer Kursrückgang, der Anleger ins Schwitzen bringt. Die Firma hat kürzlich eine strategische Partnerschaft mit Protium Green Solutions verkündet, um industriellen grünen Wasserstoff in Großbritannien zu erzeugen. Das klingt auf den ersten Blick nach einer Erfolgsstory, oder? Doch der 27-prozentige Rückgang der Aktie innerhalb von nur fünf Handelstagen wirft Schatten auf die gute Nachricht.

Aktuell notiert die ITM Power Aktie bei 1,53 Euro, ein deutlicher Rückgang von 41 Prozent im Vergleich zum 52-Wochen-Hoch von 2,58 Euro, das am 29. Mai erreicht wurde. Interessanterweise zeigt die Jahresbilanz ein Plus von über 110 Prozent. Da fragt man sich doch: Was ist hier los? Die Gründe für den Kursrückgang sind vielfältig und nicht gerade erfreulich. Hedgefonds haben auf die Aufnahme in den MSCI UK Small Cap Index reagiert und verkauft, während Goldman Sachs eine Verkaufsempfehlung ausgesprochen hat, das Kursziel jedoch nur minimal von 55 auf 63 Pence angehoben hat. Und dann sind da noch die negativen Entwicklungen im Wasserstoffsektor, die auch die Stimmung trüben.

Die Partnerschaft und ihre Herausforderungen

Die neue Partnerschaft mit Protium Green Solutions, die sich auf die Entwicklung und den Betrieb von Wasserstoffanlagen fokussiert, könnte tatsächlich einen Wendepunkt darstellen. Das Cromarty Hydrogen Project, das nun weiterentwickelt wird, soll 15 Megawatt ITM-Elektrolyseure nutzen und täglich rund sieben Tonnen grünen Wasserstoff produzieren. Doch die finale Investitionsentscheidung für dieses Projekt steht erst für Dezember 2026 an. Bis dahin bleibt es still, und die Umsätze? Die sind noch in weiter Ferne.

ITM Power hat einige ambitionierte Ziele. Die Chronos-Anlage, die mit einem Förderbescheid von 46,5 Millionen Pfund auf die Unterstützung der britischen Wettbewerbsbehörde wartet, soll die Produktionskosten um 40 Prozent senken und den Platzbedarf halbieren. Zudem wird angestrebt, bis 2028 eine Produktionskapazität von einem Gigawatt zu erreichen. Das klingt nach einer echten Herausforderung. In der Zwischenzeit ist ITM als bevorzugter Lieferant bei der HAR2-Wasserstoffauktion gelistet, mit Verträgen, die bis Ende 2026 laufen.

Finanzielle Einblicke und Analystenmeinungen

Im ersten Halbjahr 2026 hat ITM Power Rekorderlöse von 18 Millionen Pfund erzielt und die Jahresprognose auf 40 bis 43 Millionen Pfund angehoben. Der Auftragsbestand beläuft sich auf 152 Millionen Pfund, und das EBITDA-Defizit ist von 16,8 auf 11,9 Millionen Pfund gesunken. Positives in einem anderen Licht! Aber Analysten sind sich nicht einig. Während Jefferies das Kursziel auf 200 Pence erhöht hat, sieht Morgan Stanley das EBITDA-Breakeven erst im Geschäftsjahr 2028. Berenberg hat das Ziel auf 110 Pence gesenkt, und Goldman Sachs bleibt mit 63 Pence und einer klaren Verkaufsempfehlung der einzige Pessimist. Ein bunter Strauß an Meinungen, der die Unsicherheit nur noch verstärkt.

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Und was ist mit der Nettoliquiditätsprognose? Diese ist auf 210 bis 215 Millionen Pfund gestiegen. Ein Lichtblick, der jedoch nicht die Sorgen der Anleger zerstreuen kann. Die bevorstehenden Jahreszahlen, die am 15. September 2026 veröffentlicht werden, könnten entscheidend für den Kursverlauf sein. Vor allem die Entscheidungen zu Chronos, HAR2 und Killingholme könnten den Markt beeinflussen.

Es bleibt also spannend. ITM Power hat die richtigen Partner und ambitionierte Pläne, doch der Weg zur Profitabilität ist steinig und ungewiss. Der Wasserstoffmarkt pulsiert, und ITM ist mittendrin – ob es jedoch ein Aufstieg oder ein weiterer Rückschlag wird, bleibt abzuwarten.