Die Geschichte der Informationstechnologie ist ein faszinierendes, aber oft auch enttäuschendes Kapitel voller Höhen und Tiefen. Während einige Technologien den Durchbruch geschafft haben und unser Leben revolutionierten, endeten viele andere in einem digitalen Friedhof. Der Grund? Oftmals sind es nicht technische Unzulänglichkeiten, die zum Scheitern führen, sondern menschliche Faktoren wie das falsche Timing, alltägliche Nutzungshürden und ein Übermut in der Innovationskultur. Das sogenannte „Shiny Object Syndrome“ führt dazu, dass Unternehmen in neue Technologietrends investieren, die sich letztlich als wenig praktikabel herausstellen.

Die Liste gescheiterter Technologien ist lang und bietet wertvolle Lektionen für die Zukunft. Ein Beispiel ist der CueCat aus dem Jahr 2000, ein kabelgebundener Barcodescanner, der Printmedien mit dem Internet verbinden sollte. Trotz einer Investition von 185 Millionen US-Dollar und Millionen kostenlos verteilter Geräte scheiterte das Projekt an der komplizierten Nutzung. Ähnlich erging es der Juicero, einer 400-Dollar-Saftpresse, die sich als überflüssig erwies, weil die Saftbeutel auch mit der Hand ausgepresst werden konnten. Auch die Google Glass Augmented-Reality-Brille, die 2013 auf den Markt kam, fiel den sozialen Stigmatisierungen und Bedenken bezüglich der Privatsphäre zum Opfer, obwohl sie technisch funktionierte.

Die Lehren aus gescheiterten Technologien

Ein weiteres Beispiel ist Google Wave, das 2009 eingeführt wurde, um die E-Mail zu revolutionieren. Trotz vieler innovativer Funktionen scheiterte es an der kognitiven Überlastung der Nutzer. Das Microsoft Kin, ein Smartphone für Social-Media-Nutzer, war nach nur 48 Tagen vom Markt verschwunden – die hohen Datentarife und das Fehlen von Drittanbieter-Apps trugen zur schnellen Niederlage bei. Quibi, eine Plattform für kurze Inhalte, scheiterte 2020 am falschen Timing während der Pandemie und dem Verbot, Screenshots zu erstellen, was virales Teilen unmöglich machte.

Technologien wie das Metaverse waren von großem Hype umgeben, konnten jedoch aufgrund physikalischer Barrieren und fehlender Interoperabilität nicht bestehen. WiMAX, als drahtloser Internetstandard geplant, wurde von der LTE-Konkurrenz überrollt. Und schließlich scheiterte das 3D-TV nach 2009 am Widerstand der Nutzer, die einfach kein Interesse an dieser neuen Technologie zeigten.

Fünf Typen des Scheiterns und ihre Ursachen

Die Herausforderungen, mit denen viele Technologien konfrontiert sind, sind vielfältig. Der Technikhistoriker Reinhold Bauer identifiziert fünf Typen des Scheiterns. Typ 1 befasst sich mit technischen Problemen, wie etwa den frühen Zeppelinen, die aufgrund ihrer Unhandlichkeit und Gefährlichkeit scheiterten. Typ 2 thematisiert die Konkurrenzsituation – so konnte der Transrapid nicht gegen alternative Verkehrsmittel bestehen. Typ 3 behandelt die Fehleinschätzung der Nutzer, beispielsweise beim ersten Mikrowellenherd, der erst in den 1980er Jahren den Durchbruch erlebte.

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Die Typen 4 und 5 befassen sich mit neuartigen Technologien, die oft aufgrund eines zu hohen Neuheitsgrades wie bei Google Glass und instabilen Entwicklungsumfeldern, wie der Wasserstofftechnologie in Hamburg, scheitern. Diese Erkenntnisse sind besonders relevant für CIOs, die im Jahr 2027 strategische Entscheidungen treffen müssen.

Der digitale Friedhof als Kompass für die Zukunft

Die gescheiterten Technologien bieten wertvolle Lehren für die Zukunft. CIOs sollten sich an vier Filtern orientieren: dem Reibungs-Filter, der die Anzahl der Schritte zur Zielerreichung reduzieren soll, dem Ökosystem-Filter, der auf die Integration in offene Standards abzielt, dem Kontext-Filter, der den Nutzungskontext der Anwender berücksichtigt, und dem sozialen Filter, der sicherstellt, dass keine sozialen Normen oder Privatsphäre verletzt werden. Der digitale Friedhof dient somit als Kompass für zukünftige Investitionen in robuste, reibungsarme und kulturell kompatible Technologien.

Für weitere Informationen zu gescheiterten Innovationen und den häufigsten Gründen für deren Misserfolg, werfen Sie einen Blick auf die Quelle.