Vietnam im Spiel: Chancen und Herausforderungen der Casino-Industrie
In den letzten Jahren hat sich die Casino-Industrie in Vietnam stark entwickelt, trotz der Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert ist. Vietnamesische Kunden tragen erstaunliche 88 % zum Umsatz der milliardenschweren Casinos bei, was die Wichtigkeit dieser Branche für die lokale Wirtschaft unterstreicht. Ab dem 26. November 2025 wird es vietnamesischen Staatsbürgern erlaubt sein, im Corona Resort & Casino Phu Quoc zu spielen, während das Ho Tram Casino ein Pilotprogramm für Vietnamesen einführt, das fünf Jahre laufen soll. Beide Projekte haben hohe Investitionen von rund 2,2 Milliarden USD (Corona Resort) und 4,2 Milliarden USD (Ho Tram Casino) angezogen.
Trotz dieser positiven Entwicklungen verzeichnen die Casinos jedoch erhebliche Verluste. Das Corona Resort & Casino Phu Quoc wird bis Ende 2025 voraussichtlich Verluste von über 5.800 Milliarden VND (über 240 Millionen USD) erleiden, was eine Steigerung von über 900 Milliarden VND im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Auch das Ho Tram Casino hat mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen, was den Fertigstellungstermin auf Dezember 2027 verschieben könnte. Die hohen Anfangsinvestitions- und Abschreibungskosten tragen maßgeblich zu diesen Verlusten bei.
Beitrag zur Wirtschaft
Trotz der finanziellen Herausforderungen leisten die Casinos einen bedeutenden Beitrag zum vietnamesischen Staatshaushalt. Zwischen 2019 und 2024 hat das Corona Resort & Casino Phu Quoc über 4.100 Milliarden VND (ca. 172 Millionen USD) in den Staatshaushalt eingezahlt, während die gesamte Branche von 2017 bis 2023 fast 9 Billionen VND (370 Millionen USD) beisteuerte. Der Finanzminister Ho Duc Phoc gab diese Zahlen während einer Q&A-Sitzung in der Nationalversammlung bekannt und betonte die Wichtigkeit dieser Einnahmen für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes.
Die Casino-Landschaft in Vietnam umfasst aktuell neun Casinos, darunter sechs kleinere und drei größere Einrichtungen wie Nam Hoi An, Ho Tram und Phu Quoc. Während der Pilotphase von 2019 bis 2024 stellten Vietnamesen etwa 52 % der Casinospieler, doch die Zahl der vietnamesischen Spieler ist seitdem gesunken. Im Jahr 2019 waren noch 69 % der Spieler im Phu Quoc Casino Vietnamesen, während es 2023 nur noch 39 % waren. Diese Abnahme könnte auf verschiedene Faktoren zurückzuführen sein, einschließlich der wirtschaftlichen Lage und der sich ändernden Spielgewohnheiten.
Entwicklungspotenzial
Professor Ha Ton Vinh sieht jedoch ein großes Entwicklungspotenzial für die Casinoindustrie in Vietnam. Er verweist auf erfolgreiche Modelle aus Macau, Singapur und den Philippinen, die durch Investitionen in Casinos Arbeitsplätze geschaffen und zur lokalen Wirtschaftsentwicklung beigetragen haben. Phu Quoc verzeichnete im ersten Quartal dieses Jahres über 1,8 Millionen Besucher, was einen Anstieg von mehr als 25 % im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass die Region weiterhin als attraktives Reiseziel gilt, was den Casinos zugutekommt.
Die Zukunft der Casino-Industrie in Vietnam könnte zudem durch die Einführung neuer Wettarten wie Fußballwetten, Pferderennen und Hundewetten verbessert werden. Das Ministerium arbeitet an einem rechtlichen Rahmen, um diese Arten des Glücksspiels zu ermöglichen, stößt jedoch auf Hindernisse im Vergaberecht. Der Minister für Planung und Investition ist für die Erteilung von Investitionslizenzen zuständig, während das Finanzministerium die Infrastruktur zur Erfüllung der Anforderungen an Wettlizenzen überwacht.
Insgesamt zeigt die Casino-Branche in Vietnam sowohl Herausforderungen als auch Chancen. Angesichts der hohen Investitionen und des Potenzials für weiteres Wachstum bleibt abzuwarten, wie sich der Markt in den kommenden Jahren entwickeln wird.
