Vietnam auf der Überholspur: Ein neues Kapitel für die Infrastruktur und die Lehren für Deutschland
Die Infrastruktur in Vietnam bekommt einen kräftigen Schub, und das ist nicht nur für die Einheimischen von Bedeutung. Das Bauministerium hat einen Vorschlag zur Anbindung der Schnellstraße in Hung Long, Ho-Chi-Minh-Stadt, an die Schnellstraße Ben Luc – Long Thanh vorgelegt. Diese Straßenverbindung könnte sich als enorm wichtig für das Verkehrsnetz im Land herausstellen. Ein zusätzliches Plus: Die Verbindung zur Schnellstraße Chau Doc – Can Tho – Soc Trang wird ebenfalls geplant, was die Mobilität in der Region erheblich steigern könnte.
Die geplante Streckenführung ist ambitioniert: Sie erstreckt sich über 1,7 km durch Ho-Chi-Minh-Stadt, 28,5 km durch Tay Ninh, 15,8 km durch Dong Thap, 79,1 km durch Vinh Long und 24,9 km durch Can Tho. Ein gewaltiges Unterfangen, das mit einem aktuellen Verkehrsaufkommen von rund 6.791 Fahrzeugen pro Tag konfrontiert ist, welches bis 2050 auf ca. 36.560 Fahrzeuge pro Tag anwachsen könnte. Das Volkskomitee der Provinz Vinh Long hat bereits grünes Licht für eine Teilanpassung der Streckenführung gegeben, was zeigt, dass der Wille zur Umsetzung da ist.
Investition und Ausbau
Für den Ausbau der Strecke sind vier Fahrspuren und eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h vorgesehen. Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf etwa 70,188 Milliarden VND. Spannend wird es, wenn man bedenkt, dass ein Großteil der Strecke auf einem Damm verläuft. Erhöhte Abschnitte sind nur bei Flussüberquerungen, unwegsamem Gelände oder bestehenden Bauwerken geplant. Bei der Umsetzung im PPP-Modell (Public-Private Partnership) könnte der Staatshaushalt rund 49.600 Milliarden VND beisteuern, was eine Ersparnis von etwa 20.558 Milliarden VND im Vergleich zu rein öffentlicher Investition bedeutet.
Die Forschungseinheit hat vorgeschlagen, das Projekt abschnittsweise umzusetzen. In Phase 1 sollen Investitionen in etwa 71 km durch Can Tho und Vinh Long fließen, während Phase 2 die verbleibenden 79 km durch Ho-Chi-Minh-Stadt, Tay Ninh, Dong Thap, Vinh Long und Can Tho abdecken wird. Ein Antrag zur Verschiebung des Investitionszeitraums von 2030 auf 2026 bis 2030 wurde ebenfalls gestellt. Die Zentralregierung plant, rund 21,24 Billionen VND an Haushaltsmitteln bereitzustellen – ein klarer Schritt in Richtung Fortschritt.
Öffentlich-private Partnerschaften in Deutschland
<pDoch wie schaut’s in Deutschland aus? Hier wird der PPP-Ansatz zunehmend populär, um öffentliche Infrastrukturprojekte zu realisieren. Dabei werden Teile der Planung, des Baus, der Erhaltung und des Betriebs an private Unternehmen übergeben – und das im Rahmen langfristiger Verträge. Der Verkehrsbereich und Hochbauprojekte sind besonders gefragt. In den letzten Jahren sind mehrere PPP-Projekte für den Ausbau von Bundesautobahnen nach dem „A-Modell“ vergeben worden. Vorher gab es nur zwei F-Modell-Projekte für Tunnelbauten in Rostock und Lübeck.
Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, den Anteil an öffentlichen Investitionen, die mithilfe des PPP-Ansatzes umgesetzt werden, zu erhöhen. Dabei wird das Potenzial von PPP-Projekten hinsichtlich Kosteneffizienz untersucht. Es wird immer klarer, dass diese Partnerschaften nicht nur ein Mittel zur vorzeitigen Realisierung von Investitionen sind, sondern auch die Effizienz im öffentlichen Beschaffungswesen fördern können. Hier ist die adäquate Projektausgestaltung entscheidend. Von der Beschreibung des einzukaufenden Dienstes bis hin zu einem geringen Maß an nicht beeinflussbarem Risiko beim privaten Partner – all das spielt eine Rolle.
Investitionsbedarf in Deutschland
<pDie Herausforderungen sind gewaltig: Bis 2035 wird ein Investitionsbedarf für die deutsche Infrastruktur von rund 1,9 Billionen Euro geschätzt. Inklusive privat getragener Investitionen im Energiebereich könnten es sogar etwa 2,17 Billionen Euro werden. Die geplanten öffentlichen Investitionen belaufen sich auf rund 942 Milliarden Euro. Das bedeutet, dass eine Finanzierungslücke von nahezu einer Billion Euro klafft – und die Kommunen tragen etwa 55 % dieser Lücke! Wahnsinn, oder?
Öffentlich-private Partnerschaften könnten also einen Schlüssel zur Lösung dieses Investitionsstaus darstellen. Sie versprechen, Infrastrukturprojekte schneller und effizienter zu realisieren. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich diese Modelle in der Praxis bewähren werden.
