SoftBank setzt auf KI-Revolution in Oberfrankreich: 75 Milliarden Euro für den digitalen Wettlauf
Am 31. Mai 2023 hat SoftBank ein ambitioniertes Projekt in Frankreich angekündigt, das die Aufmerksamkeit der Wirtschaftswelt auf sich zieht. Die geplante Investition von bis zu 75 Milliarden Euro zielt darauf ab, einen Rechenleistungskluster mit einer beeindruckenden Anfangskapazität von 3,1 Gigawatt zu errichten, der langfristig auf 5 Gigawatt anwachsen soll. Die Wahl des Standorts in der Region Oberfrankreich könnte nicht passender sein, denn hier soll ein Zentrum für KI-Infrastruktur und Robotermontage in Zusammenarbeit mit Schneider Electric in Dünkirchen entstehen.
Diese Strategie wurde nicht über Nacht entwickelt. Ein Treffen zwischen dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und Masayoshi Son, dem Kopf hinter SoftBank, im April 2023 hat den Grundstein gelegt. Das Vertrauen in die Zusammenarbeit ist nicht unbegründet. Schneider Electric bringt umfassende Expertise aus der Rechenzentrumsinfrastruktur mit, insbesondere die Flüssigkeitskühltechnologie, die für KI-Projekte unerlässlich ist. Ihre Kühlverteilereinheit MCDU-70 hat eine Kühlkapazität von 2,5 Megawatt – ein echter Gamechanger in der Branche.
Wachstumspotenzial und Herausforderungen
Doch während die Pläne auf dem Papier glänzen, gibt es auch Schattenseiten. SoftBank hat in der Vergangenheit sowohl Erfolge als auch Misserfolge in seinen Investitionen erlebt. Der Vision Fund des Unternehmens verzeichnete zwischen 2021 und 2022 Verluste von über 50 Milliarden US-Dollar. Ab 2023 hat das Unternehmen seine Strategie geändert und setzt verstärkt auf Investitionen in Künstliche Intelligenz, darunter 30 Milliarden US-Dollar in OpenAI. Mit einem Marktwert von 33 Billionen Yen und einem persönlichen Vermögen von 67,1 Milliarden US-Dollar steht Masayoshi Son jedoch unter Druck.
Interessant ist auch, dass die Internationale Energieagentur einen jährlichen Anstieg des Stromverbrauchs globaler Rechenzentren um 18 % zwischen 2023 und 2026 prognostiziert. Europa hinkt hier im Vergleich zu den USA und China hinterher. SoftBank muss sich also nicht nur auf die eigene Strategie konzentrieren, sondern auch darauf, wie sie sich im globalen Wettbewerb behaupten kann. Die Kosten für den Bau eines 1-Gigawatt-Rechenzentrums belaufen sich auf etwa 50 Milliarden US-Dollar. Das lässt erahnen, dass die 75 Milliarden Euro vielleicht nicht ausreichen werden, um das große Ziel zu erreichen. Externe Finanzierungen könnten also nötig werden.
Der Blick in die Zukunft
Die Investitionen in Künstliche Intelligenz sind jedoch nicht nur auf SoftBank beschränkt. Tech-Giganten wie Amazon, Google, Microsoft und Meta ziehen ebenfalls enorme Summen in Betracht – insgesamt bis zu 725 Milliarden Dollar! Diese Unternehmen setzen stark auf den Ausbau ihrer Rechenzentrumsinfrastruktur, um ihre KI-Strategien voranzutreiben. Meta beispielsweise plant bis zu 145 Milliarden Dollar für 2026, und Amazon hat angekündigt, rund 200 Milliarden Dollar in KI, Chips und Robotik zu stecken. Ein Wettlauf um die besten Technologien und die höchste Rechenleistung hat begonnen!
Die Frage ist, ob SoftBank und Schneider Electric mit ihrem Projekt in Dünkirchen in diesem Wettbewerb bestehen können. Das geplante Rechenzentrum wird voraussichtlich die Rechenleistung von fünf Kernkraftwerken erreichen. Das klingt beeindruckend, aber auch riskant, insbesondere angesichts der aktuellen Schuldenlage von SoftBank, die durch die Investitionen in KI gestiegen ist. Die Umsetzung des Projekts hängt stark von der politischen Stabilität in Frankreich und der Geschwindigkeit der Stromnetzanbindung ab. Es bleibt spannend, wie sich die Situation entwickeln wird und ob diese mutigen Investitionen die erhofften Renditen bringen werden.
