Heute ist der 12.05.2026 und die Lage in Berlin wird zunehmend dramatischer. Ein chronischer Sanierungsstau zieht sich durch die Stadt, wie ein Schatten, der einfach nicht weichen will. Besonders betroffen sind Schulen, Hochschulen, Krankenhäuser und sogar Feuerwachen. Wenn man die Straßen entlang schlendert, sieht man die Konsequenzen dieser Misswirtschaft, die über Jahre hinweg ignoriert wurde. Ein Beispiel, das die Wogen hochgehen lässt, ist die Schließung des Hauptgebäudes der Technischen Universität Berlin. Eine Maßnahme, die aus Sicherheitsgründen notwendig wurde, zeigt, wie dringend Handlungsbedarf besteht.

Der Linke-Fraktionschef Tobias Schulze hat die wiederholten Sperrungen von Schulen wie der Anna-Lindh-Schule in Mitte und die Schließungen von Sportstätten und Schwimmbädern scharf kritisiert. Das kann man fast schon als eine Art Pandemie der Vernachlässigung betrachten. Über Nacht gesperrte Brücken, die dann auch noch abgerissen werden müssen – das sind keine guten Nachrichten für eine Stadt, die sich als innovativ und zukunftsorientiert präsentieren möchte. Und im Krankenhaus Hedwigshöhe droht die Psychiatrie wegen Baufälligkeit zu schließen. Man fragt sich, wo das alles hinführen soll.

Ein untragbarer Zustand

Die Technische Universität Berlin hat es besonders schwer. Die Schließung des Hauptgebäudes, die am 8. Mai 2026 in Kraft trat, ist ein weiteres Beispiel für die gravierenden baulichen Mängel, die bei einer Begehung durch Bauaufsicht und Feuerwehr festgestellt wurden. Nasse Wände im Keller, Probleme mit der Löschwasseranlage und mangelhafte Brandschutztüren sind nur einige der aufgedeckten Mängel. Eine Studentin berichtete sogar von Wasser, das im Foyer von der Decke tropfte – das ist nicht gerade das, was man sich von einem modernen Bildungsort erhofft. Die Schließung betrifft nicht nur die Studenten, sondern auch die Mitarbeitenden, die in einer angespannten Situation versuchen, ihre Unterlagen zu sichern. Ein Krisenstab arbeitet unter Hochdruck an Lösungen, aber die Frage bleibt: Wie lange wird das Hauptgebäude geschlossen bleiben?

Die TU Berlin hat einen Sanierungsstau von sage und schreibe 2,4 Milliarden Euro, verteilt auf etwa 100 Gebäude. Für die Verwaltung ist das ein echter Albtraum, denn Finanzunterlagen und Personalakten dürfen nicht einfach nach Hause genommen werden. Ein weiterer Punkt, der zur Situation beiträgt, ist die Tatsache, dass jährlich 18,5 Millionen Euro für Ausweichflächen aufgebracht werden müssen. Und was ist mit den Veranstaltungen? Normalerweise finden im Hauptgebäude 350 Veranstaltungen pro Woche statt – jetzt müssen viele auf andere Räume und sogar auf digitale Formate ausweichen. Das ist schon ein herber Rückschlag für die Studierenden und die gesamte Universität.

Die Zahlen sprechen für sich

Doch nicht nur die TU Berlin hat mit einem Sanierungsstau zu kämpfen. Die gesamte Schulinfrastruktur in Deutschland steht unter immensem Druck: Der Sanierungsbedarf beläuft sich auf rund 55 Milliarden Euro. Die Haushaltskassen der Länder und Kommunen sind oft leer, was die Situation noch verschärft. Prognosen zeigen, dass die Schülerzahlen bis 2035 um rund 758.000 auf insgesamt 11,8 Millionen steigen werden. Das ist ein gewaltiger Anstieg, der die dringende Notwendigkeit eines Sanierungsfahrplans unterstreicht. Es wird Zeit, dass eine klare Strategie entwickelt wird, um den Sanierungsstau zu lösen.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Einige Städte, wie Köln, setzen bereits auf Multiprojektmanagement, um die Sanierungsprojekte effizient zu bewältigen. Bayern experimentiert mit einem Gebäudetyp E, der eine modulare und flexible Planung von Schulgebäuden ermöglicht. Doch ohne politischen Rückhalt und ausreichende Budgets wird das alles wenig helfen. Wer die Situation in Berlin beobachtet, stellt schnell fest, dass da noch viel Arbeit vor uns liegt. Und die kommende Regierung hat die Verantwortung, diesen Sanierungsstau anzugehen – es ist eine Aufgabe, die nicht länger auf die lange Bank geschoben werden darf.