Heute ist der 3.05.2026 und in Münsing, einem charmanten Ort, wo die finanzielle Lage der Gemeinde zurzeit ein heißes Thema ist. Der Gemeinderat hat unlängst den Haushalt für 2026 einstimmig und ohne große Diskussion verabschiedet. Das ist schon mal ein positives Zeichen. Der Verwaltungshaushalt schließt mit rund 16,7 Millionen Euro ab, während der Vermögenshaushalt bei etwa 4,9 Millionen Euro endet. Im Jahr 2025 wurden knapp 2,5 Millionen Euro in die Kassen gespült. Und hey, keine Kreditaufnahmen sind für 2026 in Aussicht – das klingt fast zu gut, um wahr zu sein, oder?

Die Steuerhebesätze bleiben unverändert: 320 Prozent für die Grundsteuer A und B sowie 330 Prozent für die Gewerbesteuer. Ein bisschen wie ein fester Anker in stürmischen Zeiten, möchte man meinen. Ein aktueller Schuldenstand von 4,5 Millionen Euro wird voraussichtlich bis Ende des Jahres auf 4,2 Millionen Euro sinken. Das klingt nach einer soliden finanziellen Basis, doch die Gewerbesteuereinnahmen für 2026 werden mit 3,85 Millionen Euro eher vorsichtig kalkuliert. Man hat das Gefühl, dass die Gemeinde sich auf dünnem Eis bewegt, wenn man die aktuellen Entwicklungen der kommunalen Finanzen betrachtet.

Investitionen und Herausforderungen

Hier wird es spannend. Der Umbau des alten Rathauses zum Haus des Kindes, wo Ganztagsbetreuung für die Grundschule und eine Kinderkrippe geplant sind, könnte ein finanzielles Loch reißen, geschätzt zwischen 15 und 20 Millionen Euro. Und wer denkt, dass ein neuer Kindergarten in Holzhausen ein leichtes Unterfangen wäre, sieht sich getäuscht: Finanzielle und personelle Ressourcen sind einfach nicht vorhanden. Der scheidende Bürgermeister Michael Grasl hat es ja schon angesprochen: Es ist höchste Zeit, die Steuern anzupassen, um die Einnahmen zu erhöhen. Und da sind wir wieder beim Thema bezahlbarer Wohnraum und der Entwicklung von Gewerbegebieten. Wichtige Punkte für seinen Nachfolger!

Doch das ist nicht alles. Die Kommune hat 2023 ein neues Bürgerhaus fertiggestellt – ein stolzes Projekt, das etwa 23 Millionen Euro gekostet hat. Gleichzeitig wurde das neue Feuerwehrhaus in Ammerland eröffnet. Diese Großprojekte haben jedoch ihren Preis: Die Verschuldung wird voraussichtlich bis Ende 2023 auf knapp 9,5 Millionen Euro steigen. Die Rücklagen? Fast komplett aufgebraucht, mit nur noch etwa 43.000 Euro. Das ist schon ein bisschen skurril, wenn man bedenkt, dass die Gemeinde viele Jahre lang keine Schulden machen musste.

Steuerliche Herausforderungen und Ausblick

Die Gewerbesteuereinnahmen haben in den Jahren 2022 und 2023 Rekorde erreicht, und dennoch steigt die Kreisumlage, was die Ausgaben drückt. Für 2023 wird ein Gewerbesteueraufkommen von 3,61 Millionen Euro und für 2024 von 3,6 Millionen Euro erwartet – im Vergleich zu 5,58 Millionen Euro im Jahr 2022. Da stellt sich doch die Frage: Wie geht’s weiter? Die Einkommenssteuerbeteiligung wird von 4,2 Millionen Euro in 2023 auf 4,4 Millionen Euro in 2025 steigen, doch die Belastungen durch die Kreisabgaben sind nicht zu unterschätzen.

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Die Finanzlage der Kommunen in Deutschland ist 2023 flächendeckend eingebrochen. Steuereinnahmen stagnieren, und die Ausgaben für Personal, Sachaufwand und Soziales wachsen ungebremst. Das hat Auswirkungen auf die kommunale Investitionsfähigkeit, und man fragt sich, wie Münsing die anstehenden Herausforderungen bewältigen kann. Bürgermeister Grasl hat bereits gefordert, die Investitionen im Hochbau zu reduzieren und Projekte wie den Wohnungsbau zurückzustellen. Ein neuer Kindergarten in Holzhausen? Der Umbau des Rathauses? Unaufschiebbar, so die Einschätzung.

In diesem Kontext ist eine grundlegende Reform der Kommunalfinanzen unabdingbar. Die Notwendigkeit von strukturellen Lösungen und einer Anpassung der Steuerverteilung ist offensichtlich. Die Kommunen tragen über 50 % der öffentlichen Investitionen und haben eine Schlüsselrolle im sozialen Zusammenhalt. Aber mit einem Investitionsstau von 216 Milliarden Euro wird es höchste Zeit, dass hier etwas passiert. Es sind Ideen gefragt, um die langfristige finanzielle Handlungsfähigkeit der Gemeinden, Städte und Kreise zu sichern. Die Herausforderungen sind groß, doch die Möglichkeiten, sie zu meistern, sind es auch.