Himmlische Höhen oder teure Träume? Das Aufzugprojekt am Kloster Säben im Kreuzfeuer der Kritik
In den letzten Wochen sorgte ein ehrgeiziges Bauprojekt in Südtirol für ordentlich Gesprächsstoff. Das Kloster Säben, hoch über der Stadt Klausen thronend, soll mit einem Aufzug ausgestattet werden – und zwar für stolze 27 Millionen Euro. Dieser Aufzug, der eine Höhe von 150 Metern überwinden soll, ist nicht nur ein technisches Meisterwerk, sondern auch ein Versuch, das Kloster für die Öffentlichkeit zugänglicher zu machen. Aktuell ist der Zugang für viele eine kleine Odyssee, insbesondere in Notfällen. Bürgermeister Peter Gasser und die Diözese Bozen-Brixen haben sich bereits für das Projekt ausgesprochen. Ohne Investitionen droht dem Kloster, das seit 2021 von Zisterziensermönchen betreut wird, der Verfall.
Aber was steckt wirklich hinter diesem Vorhaben? Ein unterirdischer Aufzug, ein kleines Museum, eine Ausstellungsgalerie zur Geschichte der Region, ein Café und ein neuer Fußgängerüberweg an der Staatsstraße 12 sind Teil des Plans. Die Verantwortlichen hoffen, durch diese Maßnahmen nicht nur die Erreichbarkeit zu verbessern, sondern auch das Kloster als Pilgerstätte und kulturellen Ort attraktiv zu gestalten. Allerdings bleibt die Frage, ob es sich hier um eine notwendige Investition oder doch eher um eine Tourismusinitiative handelt. Landtagsabgeordneter Paul Köllensperger äußert scharfe Kritik an den hohen Kosten und fordert ein Referendum unter den Bürgern von Klausen.
Ein geologisches Abenteuer
Geologe Volkmar Mayr hat bestätigt, dass der Bau geologisch möglich ist, jedoch mit hohen Kosten und einem aufwendigen Prozess verbunden sein wird. Ein geologisches Gutachten sowie die Zustimmung des Denkmalschutzamtes stehen noch aus, bevor die Schaufel wirklich in die Erde gestoßen werden kann. Und das, obwohl die Diskussion um den Aufzug bereits seit zwei Jahren im Gange ist! Der geplante Stollen, der etwa 270 Meter lang sein soll, wird nicht direkt ins Kloster führen, um den spirituellen Charakter des Ortes zu wahren. Bürgermeister Gasser betont, dass das Kloster kein touristischer Hotspot werden soll – die Besucherströme sollen gut gelenkt werden.
Die Gemeinde Klausen hat sich intensiv mit verschiedenen Möglichkeiten beschäftigt, um das Kloster für die Zukunft zu rüsten. Dabei stehen nicht nur Aufzüge zur Debatte, sondern auch alternative Konzepte wie Seilbahnen oder Zahnradbahnen. „Ein Aufzug ist zwar teurer, aber platzsparender“, erklärt Gasser. Ein spannendes Dilemma! Die Finanzierung des Projekts erfolgt mit Unterstützung des Landes Südtirol, während der Bischof sich um die geistliche Nutzung des Klosters kümmern wird. Schließlich lebt derzeit Zisterzienser-Pater Kosmas Thielmann als Pilgerseelsorger im Kloster und sorgt dafür, dass die spirituelle Atmosphäre erhalten bleibt.
Öffentliches Interesse und zukünftige Planungen
Die Meinungen in der Bevölkerung sind gespalten. Die Initiative „Oldies for Future“ hat sich gegen das Projekt ausgesprochen und fordert eine bessere Verwendung öffentlicher Gelder. Die Machbarkeitsstudie zum Gesamtkonzept wird am Donnerstag im Dürersaal in Klausen vorgestellt und online über YouTube übertragen. Die Ergebnisse dieser Studie könnten entscheidend für die nächste Gemeinderatswahl am 4. Mai sein, bei der Bürgermeister Gasser erneut antreten möchte. Die Frage bleibt: Wie wird die Bevölkerung auf die hohen Kosten und den Nutzen des Aufzugs reagieren?
Ein spannendes Unterfangen, das sowohl die Herzen der Gläubigen als auch die der Touristen berühren könnte. Ob das Kloster Säben in Zukunft zum attraktiven Ziel wird oder ob es bei den Kritikern bleibt, bleibt abzuwarten. Die Vorfreude auf die Entwicklung ist jedoch bereits jetzt spürbar.
