In der Landwirtschaft tut sich gerade viel. Die Familie Wagenhofer hat sich auf eine spannende Reise begeben – im Jahr 2023 begannen sie mit dem Bau ihrer eigenen Gülleanlage. Mittlerweile steht die Anlage in voller Blüte und liefert ab Mitte 2024 stolze 150 kW an Strom, Wärme und Dünger für ihre 51 Hektar Ackerfläche und 35 Hektar Dauergrünland. Junglandwirt Wagenhofer selbst berichtet begeistert von dieser rentablen Investition, die nicht nur ihre Produktionsweise revolutioniert, sondern auch eine zusätzliche Einnahmequelle für den Hof schafft. Es ist fast so, als hätte die Familie einen goldenen Hahn im Stall!

Doch nicht alle Landwirte sehen die Sache so optimistisch. Viele Betriebe haben ihre Zweifel, ob sich die Investition in Gülleanlagen wirklich rentiert. Christina Pritscher, Biogas-Expertin bei CARMEN, weist auf wirtschaftliche Herausforderungen hin, die Landwirte meistern müssen. Eine Faustregel besagt, dass etwa 8 bis 10 Großvieheinheiten (GV) nötig sind, um 1 kW installierte Leistung dauerhaft auszulasten. Für Güllekleinanlagen mit 150 kW könnte sich eine Rentabilität ab einem Viehbestand von 230 GV einstellen – vorausgesetzt, bis zu 10 % der Gülle werden durch Kleegras ersetzt. Die Rahmenbedingungen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2023 sind klar: Mindestens 80 Masse-Prozent Gülle müssen vergärt werden, wobei für Geflügelmist und Geflügeltrockenkot Ausnahmen bestehen.

Ein Schritt in die Zukunft

Das Projekt BioEnergy Farm 2 hat sich zum Ziel gesetzt, die hof-basierte Energiegewinnung durch Biogas-Kleinanlagen in Deutschland und darüber hinaus voranzutreiben. Hier geht es nicht nur um die Unterstützung des landwirtschaftlichen Einkommens, sondern auch um einen bedeutsamen Beitrag zum Klimaschutz. Landwirte, die an Biogasproduktion interessiert sind, können auf eine kostenlose Beratung zählen. Diese Hilfe umfasst alles von der Prüfung der Machbarkeit bis hin zur Unterstützung bei der Erstellung von Businessplänen für neue Betriebszweige. Wenn das mal nicht wie ein Geschenk des Himmels klingt!

Doch schauen wir einmal auf die größere Perspektive. In Deutschland werden aktuell etwa 30 % der anfallenden Wirtschaftsdünger und 35 % des getrennt erfassten Bioabfalls in Biogasanlagen vergoren. Das hat nicht nur einen direkten Einfluss auf die Treibhausgasemissionen, sondern auch auf die Nutzung von Gärresten. Diese können weiterhin als Dünger verwendet werden, was den ökologischen Fußabdruck der Agrarwirtschaft erheblich verringert. Im Gegensatz zur Biogasproduktion aus Mais gibt es hier keine Flächenkonkurrenz zum Anbau von Lebensmitteln und auch keinen zusätzlichen Einsatz von Pestiziden oder Treibstoffen. Trotzdem stagniert der Einsatz von Gülle in Biogasanlagen. Es wird in Deutschland nur etwa eine Bioabfallvergärungsanlage pro Jahr neu gebaut, was alarmierend ist.

Potenziale und Herausforderungen

Die Verdopplung der Güllenutzung für Biogas auf ca. 60 % der anfallenden Gülle ist ein Ziel, das als durchaus möglich gilt. Bei der Vergärung von Bioabfall könnte eine Verdopplung realistisch werden, vorausgesetzt, die getrennte Erfassung wird verbessert. Ein vom Umweltbundesamt (UBA) beauftragtes Forschungsprojekt hat die unvollständige Nutzung der Energiepotenziale aus Gülle und Bioabfall untersucht und dabei einige Hemmnisse identifiziert. Handlungsempfehlungen wurden erarbeitet, unter anderem Anpassungen der Förderung nach dem EEG, um Anreize für den Gülle-Einsatz zu schaffen. Vorschläge zur Änderung von Verordnungen, wie der Düngeverordnung, könnten helfen, die Treibhausgasemissionen aus Gülle zu verringern.

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Die Umsetzung dieser Vorschläge könnte jährlich rund 5 Terawattstunden Strom zusätzlich erzeugen und die Treibhausgasemissionen weiter reduzieren. Eine spannende Vorstellung, nicht wahr? Die Zukunft der Gülleverwertung in der Landwirtschaft könnte also nicht nur für Landwirte, sondern auch für unsere Umwelt eine echte Win-Win-Situation darstellen.