Heute ist der 13.06.2026 und in Schöngeising wird es spannend! Der Haushalt für 2026 steht fest, und wie so oft, gibt es dabei mehr Fragen als Antworten. Die Zahlen sind auf den ersten Blick klar: 5,3 Millionen Euro im Verwaltungshaushalt und 1,1 Millionen Euro im Vermögenshaushalt. Doch die Realität ist nicht so rosig, wie sie scheinen. Kämmerin Theresa Reichlmayr hat die finanzielle Situation der Gemeinde als angespannt beschrieben. Ein ernstes Wort, das bei den Bürgern und im Gemeinderat für Unruhe sorgt.

Die dauerhafte Leistungsfähigkeit der Gemeinde ist gefährdet, und die Aussichten für 2028 und 2029 sehen alles andere als gut aus. Die Ausgaben müssen dringend gesenkt werden – ein Punkt, der in den letzten Gemeinderatssitzungen immer wieder aufkam. Ein Vorschlag, die Grundsteuer C für unbebaute Grundstücke einzuführen, wurde abgelehnt. Bürgermeister Thomas Totzauer machte deutlich, dass Bayern diese Steuer für Kommunen ausgeschlossen hat. Ein bemerkenswerter Schritt, der zeigt, wie schwierig die finanzielle Lage in vielen Gemeinden ist.

Investitionen und Windkraft

Um etwas frisches Geld in die Kassen zu bekommen, plant die Gemeinde den Verkauf eines gemeindeeigenen Baugrundstücks. Das Grundstück soll für ein Doppelhaus genutzt werden – ein kleiner Lichtblick in der ansonsten trüben Finanzlandschaft. Die Bebauungsplanänderung ist bereits in Arbeit, und man denkt daran, nach den Sommerferien auf den Markt zu gehen. Das klingt nach einer soliden Idee, um Investitionen zu finanzieren, aber ob das wirklich ausreicht?

Ein weiteres Projekt ist die Beteiligung an zwei interkommunalen Windkraftanlagen, für die 155.000 Euro investiert werden sollen. Die Aussicht auf jährliche Einnahmen von etwa 50.000 Euro klingt verlockend, doch es gibt auch einen Wermutstropfen: Die Baugenehmigung liegt vor, aber eine Zusage für die Einspeisung des Stroms steht noch aus. Ein ständiges Hin und Her, das bei den Beteiligten die Geduld auf die Probe stellt.

Die Herausforderungen für die Kommunen

Wie es aussieht, sind die Schwierigkeiten in Schöngeising kein Einzelfall. Laut dem „Kommunalen Finanzreport 2025“ der Bertelsmann Stiftung ist die Finanzlage der Kommunen in Deutschland 2024 flächendeckend eingebrochen. Die Steuereinnahmen stagnieren, während die Ausgaben für Personal, Sachaufwand und Soziales ungebremst weiter wachsen. Es ist ein Drahtseilakt, den viele Gemeinden meistern müssen, und die Herausforderungen sind immens.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Kommunen sind nicht nur für die Infrastruktur verantwortlich, sie prägen auch die Lebensqualität vor Ort. Der Aus- und Umbau dieser Infrastrukturen ist essenziell, besonders im Hinblick auf den Klimawandel. Doch die Rekordhöhe von 52 Milliarden Euro an kommunalen Investitionen im Jahr 2024 zeigt auch, wie groß der Investitionsrückstand ist, der durch steigende Inflationsraten in der Baubranche noch weiter belastet wird.

Diskussionen über die Finanzierung, wie die Einführung eines Ausschusses des Bundesrates zur Einhaltung des Konnexitätsprinzips oder die Reform der kommunalen Gewerbesteuer, sind in vollem Gange. Es ist klar, dass strukturelle Finanzierungsprobleme nicht nur kurzfristig gelöst werden können. Die Notwendigkeit, die strukturelle Unterfinanzierung der Kommunen anzugehen, ist dringlicher denn je.

In Schöngeising wird man jetzt also abwarten müssen, wie sich die Pläne umsetzen lassen. Ein bisschen Hoffnung auf frisches Geld durch den Grundstücksverkauf, aber auch viele Fragen und Unsicherheiten, die in der Luft hängen. Es bleibt spannend!