Energie-Revolution in Ho-Chi-Minh-Stadt: Nachhaltigkeit trifft auf Investitionskraft
In Ho-Chi-Minh-Stadt ist kürzlich ein bedeutender Schritt in der Energieversorgung vollzogen worden. Die EVNHCMC und die Becamex-Gruppe haben eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, die nicht nur die Stromversorgung in Industriegebieten verbessern soll, sondern auch eine nachhaltige Energieinfrastruktur aufbauen möchte. Anwesend waren hochrangige Vertreter beider Seiten, darunter Herr Pham Quoc Bao und Herr Nguyen Van Hung, die sich einig sind: Eine stabile Stromversorgung ist der Schlüssel, um Investoren nicht nur zu gewinnen, sondern sie auch langfristig zu halten.
Das Ziel dieser Vereinbarung? Eine umfassende Planung und Investition in die Stromnetze der Stadt und der umliegenden Industriegebiete. Dabei stehen nicht nur die klassischen Stromnetze im Fokus, sondern auch moderne Technologien wie Solaranlagen und Batteriespeichersysteme. Man plant, alle sechs Monate zu treffen, um den Fortschritt zu bewerten und eventuell auftretende Schwierigkeiten gemeinsam zu beheben. Diese regelmäßigen Treffen sollen sicherstellen, dass das Projekt auf Kurs bleibt und die angestrebten Ziele erreicht werden.
Der Weg zur Energiezukunft
EVNHCMC hat sich für die nächsten zwei bis drei Jahre ambitionierte Investitionspläne gesetzt. Die Automatisierung von 50% der 22-kV-Leitungen bis Ende 2026 und sogar 100% bis 2028 stehen auf der Agenda. Besonders spannend ist das N-1-Kriterium für das 110-kV-Netz, das bis 2028 erfüllt sein soll. Hier wird deutlich, dass man nicht nur im Hier und Jetzt denkt, sondern auch die Zukunft fest im Blick hat. Herr Nguyen Van Hung hat die Bedeutung einer stabilen Stromversorgung für internationale Investoren, insbesondere im Hightech-Bereich, betont. Das ist nicht nur eine leere Floskel, sondern tatsächlich ein entscheidender Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit von Ho-Chi-Minh-Stadt.
Ein weiterer wichtiger Punkt der Vereinbarung ist die Zusammenarbeit mit der SAWACO, um eine durchgehende Versorgung mit Elektrizität und Wasser zu gewährleisten. Dies zeigt, wie eng die verschiedenen Bereiche miteinander verflochten sind und wie wichtig es ist, dass alle an einem Strang ziehen. Auch die Tatsache, dass die Becamex-Gruppe als einer der wichtigsten Kunden von EVNHCMC gilt, spricht Bände über die Bedeutung dieser Vereinbarung. Rund ein Siebtel der Kapazität der 110-kV-Stationen in der Region stehen für die Industriegebiete zur Verfügung.
Auf dem Weg zur nachhaltigen Energie
Doch das ist nicht alles. Die vietnamesische Energiepolitik hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Bis vor kurzem basierte die Stromerzeugung noch zu einem Drittel auf Wasser, Kohle und Erdgas. Seit 2017 hat sich der Anteil erneuerbarer Energien, vor allem Solar und Wind, auf ein Drittel erhöht. Die Ambitionen sind ehrgeizig: Netto-Null-Emissionen bis 2050 und ein vollständiger Ausstieg aus der Kohle bis Ende der 2040er Jahre. Ein gemeinsames Ziel, das nicht nur lokale, sondern auch internationale Investoren anzieht.
Die Partnerschaft mit der International Partners Group der G7-Staaten, die im Dezember 2022 vereinbart wurde, ist ein weiterer Schritt in diese Richtung. Es geht darum, die rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Energieversorgung in Vietnam zu verbessern. Unterstützung in den Bereichen Solar, Wind, Biomasse und intelligente Netze ist dabei unerlässlich. Es bleibt also spannend, wie sich die Dinge entwickeln werden, und ob die ambitionierten Pläne auch wirklich in die Tat umgesetzt werden können.
