Eisarena in Dachau: Ein Wettlauf gegen die Zeit ohne finanzielle Unterstützung
In Dachau tut sich was – und das ist nicht nur das Geräusch von Schlittschuhen auf Eis. Der Dachauer Eissportverein Woodpeckers hat große Pläne: eine neue Eisarena im Sportpark an der Gröbenrieder Straße soll her. Aber hier kommt der Clou: Die Stadt Dachau lässt den Verein mit der gesamten Finanzierung von 6 bis 7 Millionen Euro alleine. Ja, richtig gehört, null Euro Unterstützung. Das Grundstück gehört zwar der Stadt, aber finanziell muss der ESV in die eigene Tasche greifen. Ein bisschen wie das Kind, das einen tollen Geburtstag will, aber das Geschenk selbst kaufen muss.
ESV-Vorsitzender Stefan Steurer weiß, dass die Verhandlungen über den Erbpachtvertrag mit der Stadt ein echter Drahtseilakt sind. Seit eineinhalb Jahren wird diskutiert, und manchmal hat es den Anschein, als ob die Interessen von Stadt und Verein nicht so recht zusammenpassen wollen. Der ESV möchte investieren und Verantwortung übernehmen, während die Stadt sicherstellen will, dass Eiszeiten für die Öffentlichkeit und den Schulsport gesichert sind. Diese unterschiedlichen Perspektiven machen die Sache nicht einfacher. Und das größte Problem? Die Sportstättenförderung des Freistaats gibt es nur für Vereine, die die Hauptnutzer sind. Ein Teufelskreis, wenn man so will.
Finanzierung und Pläne
Apropos Finanzierung: Aktuell steht das Spendenkonto bei 20.000 Euro – da ist noch ordentlich Luft nach oben. Und die Mitglieder des ESV, die mittlerweile 350 zählen, sind fest entschlossen, eine Arena für die Allgemeinheit zu schaffen. Öffentliches Geld für ein neues Eisstadion? Fehlanzeige! Die Stadt hat für sowas einfach kein Budget übrig. Ursprünglich sollte die neue Eisarena 2026 eröffnet werden, doch das kann man mittlerweile getrost in die Tonne werfen. Der neue voraussichtliche Saisonstart ist jetzt Winter 2028. Irgendwie kommt man sich vor wie ein Kind, das auf das Christkind warten muss, aber immer wieder enttäuscht wird.
Die erste detaillierte Objektplanung wird bald vorgestellt, und die Woodpeckers sind schon voller Vorfreude. Geplant ist eine überdachte Eisfläche mit einem modernen Kabinentrakt und sogar einer Photovoltaikanlage. Das klingt nach Zukunft, nach Fortschritt! Baurecht gibt’s seit August 2023 für das städtische Grundstück – ein kleiner Lichtblick in der langen Dunkelheit der Verhandlungen. Auch wenn die Stadt plant, die neue ASV-Halle ohne Parkhaus zu bauen, bleibt die Frage nach der Parkplatzsituation spannend. Ein bisschen wie bei einem Puzzle, bei dem die Teile nicht immer passen wollen.
Die Bedeutung von Sportstätten
Der gesamte Prozess ist nicht nur eine lokale Angelegenheit. Auf Bundesebene gibt es das Programm zur Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur. Seit 2016 werden hier Gelder bereitgestellt, um den Sanierungsstau bei sozialen Infrastrukturen abzubauen. In den letzten Jahren wurden über 900 Projekte ausgewählt, die zusammen 1,5 Milliarden Euro erhalten haben. Das zeigt, wie wichtig solche Projekte für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die soziale Integration sind. Aber was ist mit Dachau? Hier sieht es eher mau aus, was die Unterstützung angeht.
Die Woodpeckers haben mit ihrer Online-Petition „Eis für Dachau“ fast 7000 Unterschriften gesammelt. Das spricht für sich! Es ist klar, dass die Bürger hinter ihrem Eissportverein stehen. Aber wie geht es weiter? Interessierte Sponsoren sind vorhanden, warten jedoch auf eine Klärung der Finanzierung. Ein echter Drahtseilakt, bei dem jeder Schritt wohlüberlegt sein muss. Und die Stadt muss auch noch einen Stadtratsbeschluss und eine Mitgliederversammlung des Vereins einholen, bevor es wirklich weitergeht. Ein bisschen wie bei einem Schachspiel, wo jeder Zug genau überlegt sein will.
