Heute ist der 19.07.2026 und die Welt der Seltenen Erden wird gerade wieder gehörig aufgemischt. Immer mehr wird klar, wie strategisch wichtig diese Rohstoffe sind. Im geopolitischen Wettbewerb zwischen den USA und China stehen sie ganz oben auf der Agenda. Das US-Verteidigungsministerium hat just eine Investition von 25 Millionen US-Dollar in ReElement Technologies angekündigt, die im Bundesstaat Indiana Verarbeitungsanlagen für Seltene Erden aufbauen will. Diese Investition soll vor allem dazu dienen, die heimischen Lieferketten für kritische Rohstoffe zu stärken, die für militärische Anwendungen benötigt werden. Ein kluger Schachzug, denn über 70 Prozent der US-Importe Seltener Erden stammen aus China – ein echtes Risiko für die nationale Sicherheit.

Seltene Erden sind nicht nur das A und O für Kampfflugzeuge und Satelliten, sie finden auch Verwendung in Elektrofahrzeugen und anderen fortschrittlichen Technologien. Da ist es kaum verwunderlich, dass das Pentagon in den letzten Jahren massive Summen in den US-Markt für Seltene Erden investiert hat. So flossen etwa 400 Millionen US-Dollar in MP Materials, das einzige aktive Bergwerk in Kalifornien, zur Unterstützung der Produktion von Neodym und Praseodym. Der Wettlauf um die Kontrolle über diese Rohstoffe wird durch staatliche Initiativen und Investitionen nur noch verstärkt.

Chinas Dominanz und die europäische Abhängigkeit

China hat die weltweite Raffination und Magnetproduktion von Seltenen Erden fest im Griff und kontrolliert zwischen 60 und 70 Prozent der Förderung sowie 90 Prozent der Verarbeitung. Diese Dominanz wird nicht nur als wirtschaftlicher Vorteil gesehen, sondern auch als politisches Instrument, um Einfluss auszuüben. Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, warnt bereits vor den Exportbeschränkungen Chinas, die europäische Unternehmen hart treffen könnten. Besonders betroffen sind Branchen wie die Automobilindustrie, industrielle Motoren, Verteidigung, Luftfahrt und KI-Chips.

Die Abhängigkeit Europas von Seltenen Erden ist alarmierend. Europa importiert dreimal so viel wie die USA und muss sich dringend um alternative Quellen kümmern. Der Markt für Seltene Erden wird auf etwa 10 Milliarden US-Dollar pro Jahr geschätzt und wächst beständig. Die EU hat deshalb mit dem Critical Raw Materials Act im September 2022 einen ersten Schritt unternommen, um die Eigenproduktion zu stärken und sich unabhängiger von China zu machen. Es ist jedoch auch klar, dass eine neue Abhängigkeit von den USA die Folge sein könnte. Deutschland steht hier besonders unter Druck, da die Automobil-, Luft- und Raumfahrt- sowie Maschinenbauindustrie auf stabile Lieferketten angewiesen ist.

Die Zukunft der Seltenen Erden

Mit Projekten wie dem Araxá-Projekt in Brasilien, das von St George Mining entwickelt wird und eine JORC-konforme Ressourcenschätzung von 70,91 Millionen Tonnen bietet, gibt es Hoffnung für eine diversifizierte Versorgung. St George Mining plant, sowohl Niob- als auch Seltene-Erden-Produkte aus demselben Erz zu gewinnen. Das könnte helfen, die Abhängigkeit von China in Zukunft zu reduzieren.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die geopolitischen Spannungen rund um Seltene Erden sind also nicht nur ein Thema für Politikwissenschaftler, sondern betreffen uns alle. Die Weltwirtschaft, die technologische Entwicklung und letztlich auch die geopolitischen Machtverhältnisse hängen von diesen Rohstoffen ab. Man fragt sich, wo das alles hinführen wird – ein Wettlauf, der noch lange nicht zu Ende ist.