Bad Hersfelds Wasserwunder: Innovative Stadtentwicklung mit Weitblick
Heute ist der 19.06.2026 und in Bad Hersfeld tut sich etwas Spannendes. Im Wever-Quartier, wo die Firma Bickhardt Bau im Februar 2023 mit dem ersten Bauabschnitt begonnen hat, sind die Fortschritte der Bauarbeiten kaum zu übersehen. Die Stadt hat kürzlich zur Besichtigung geladen, und man konnte die Aufregung förmlich spüren. Hier wird nicht nur die Infrastruktur – das ganze Paket von Abwasser, Wasser, Strom bis hin zu schnellem Internet via Glasfaser – erschlossen, sondern auch innovative Lösungen zur Wasserbewirtschaftung umgesetzt.
Ein Highlight ist die Rigole, die direkt neben der Lullus-Sturmius-Kirche entsteht. Dieses unterirdische Wunderwerk, das seinen Namen aus dem Französischen ableitet und „Rinne“ bedeutet, fungiert als Pufferspeicher. Man hat sich hier wirklich etwas einfallen lassen: Bei Platzregen fängt die Rigole das Wasser auf und gibt es langsam wieder ab. Im unteren Drittel bleibt sogar Wasser zurück, das für die Bewässerung der Grünflächen genutzt werden kann. Das Prinzip der Schwammstadt, das Joachim Oster von der abc-Gruppe erklärte, zeigt, wie clever man Wasser dort sammeln kann, wo es anfällt – ganz im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung.
Investition in die Zukunft
Die Rigole in Bad Hersfeld misst etwa 50 Meter in der Länge, 4 bis 5 Meter in der Breite und ist stolze 5 Meter tief. Mit einem Speichervolumen von bis zu 375.000 Litern wird sie eine entscheidende Rolle im Hochwasserschutz spielen. Bürgermeisterin Anke Hofmann bezeichnet diese Maßnahme als Investition in die Zukunft, was nicht übertrieben klingt. Über der Rigole sollen Bäume gepflanzt werden, die von dem gespeicherten Wasser profitieren – ein echter Gewinn für die Stadtgrünflächen!
Die Gesamtkosten für den Ausbau des Wever-Areals belaufen sich auf rund 12,3 Millionen Euro, wobei die Stadt selbst etwa 3,8 Millionen Euro davon trägt. Für das Abwasser sind es etwa 350.000 Euro, von denen ein Drittel aus städtischen Mitteln kommt. Der erste Bauabschnitt soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein, und schon in diesem Jahr beginnt der Neubau des Gemeindezentrums St. Lullus. Der Endausbau ist für 2028 oder 2029 geplant, mit dem Ziel, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen – etwas, das in vielen Städten dringend benötigt wird.
Nachhaltige Stadtentwicklung
Diese Entwicklungen in Bad Hersfeld stehen nicht isoliert da. Sie sind Teil eines größeren Trends, den das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mit seiner Kernthemenstrategie „Verantwortung für unseren Planeten – Klima und Energie“ vorantreibt. Hier wird ein integrierter Ansatz zur nachhaltigen Stadtentwicklung gefördert, bei dem alle städtischen Akteure zusammenarbeiten: von der Zivilgesellschaft über die Politik bis hin zur Wissenschaft und Wirtschaft. Ziel ist es, die Entwicklungspotenziale der Städte zu nutzen, um aktiv am globalen Klima- und Umweltschutz teilzunehmen und gleichzeitig soziale Ungleichheiten zu verringern.
Diese Vision einer lebenswerten und klimaschonend geplanten Stadt ist nicht nur für die Bewohner von Bad Hersfeld von Bedeutung, sondern hat auch weitreichende positive Effekte auf die gesamte Weltgemeinschaft. Darum ist es wichtig, dass auch in Bad Hersfeld innovative Lösungen wie die Rigole zur Verbesserung der Infrastruktur und des Lebensraums beitragen. Hier wird tatsächlich mit Weitblick und Verantwortung für die kommenden Generationen geplant.
