Babenhausen im Aufbruch: Rechenzentrum-Campus oder politische Hürden?
Die Stadt Babenhausen steht momentan im Brennpunkt einer potenziellen Investition, die sich gewaschen hat. Stack Infrastructure plant den Bau eines Rechenzentrums-Campus auf dem ehemaligen Continental-Areal an der VDO-Straße. Mit einem Investitionsvolumen von satten drei Milliarden Euro könnte sich hier nicht nur das Stadtbild verändern, sondern auch die wirtschaftliche Landschaft. Auf einer Fläche von etwa 270.000 Quadratmetern sollen 150 bis 200 direkte Arbeitsplätze geschaffen werden. Klingt vielversprechend, nicht wahr? Allerdings gibt es einige Hürden, die genommen werden müssen.
Die Kaufverträge mit dem Gelände-Eigentümer Aumovio standen eigentlich für April auf der Agenda. Doch die Lokalpolitik hat sich als zäh erwiesen. In der März-Sitzung der Stadtverordnetenversammlung verweigerte die CDU/FWD-Mehrheit einen Aufstellungsbeschluss und entschied sich stattdessen für eine Absichtserklärung (Letter of Intent) mit Stack. Das hat für einiges Aufsehen gesorgt. Bürgermeister Dominik Stadler bezeichnete das Verhalten der CDU als „fahrlässig“ und kritisierte den realistischen Fahrplan. Der Zeitdruck ist da, denn die Stadt erwartet ein klares Signal von Stack, um weitere Schritte einleiten zu können.
Politische Hürden und Forderungen
Die CDU möchte von Stack Infrastruktur Garantiegeldzahlungen und hat vertragliche Ausschlüsse in Bezug auf die Kühlung mit Trinkwasser gefordert. Das klingt nach einem Strategiemix, der die Bedenken der Bürger ernst nehmen soll, aber es hat auch zu Verzögerungen geführt. Michele Ridente warnt, dass Babenhausen auf einer „Industriebrache sitzen bleibt“ und Kapital abwandern könnte. Die FDP hat sich ebenfalls zu Wort gemeldet und bezeichnet das Vorgehen der CDU als „Zeitverschwendung“. Ein weiterer Faktor, der die Situation kompliziert macht: Die Produktion in den ehemaligen Continental-Werkshallen endet Ende 2026, was die Dringlichkeit der Verhandlungen unterstreicht.
Die Stadtverordnetenversammlung wird am 7. Mai über den Aufstellungsbeschluss abstimmen. Vorher finden am 6. Mai zwei Ausschüsse im Rathaus statt: der Bauausschuss und der Haupt- und Finanzausschuss. Diese werden sich mit dem Bebauungsplan für das Rechenzentrum auseinandersetzen. Ein wenig wie ein Schachspiel, bei dem jeder Zug gut durchdacht sein muss. Aumovio zeigt sich optimistisch und hofft auf Fortschritte durch die Abstimmung. Die Frage bleibt, ob Stack Infrastructure bis dahin abwartet oder möglicherweise schon nach einem anderen Standort Ausschau hält.
Der Weg in die Zukunft?
Eine Sache ist klar: Die Zeit drängt. Die Stadt Babenhausen steht vor der Herausforderung, die Weichen für eine zukunftsträchtige Entwicklung zu stellen. Es könnte hier eine spannende Transformation ins Rollen kommen, die weit über die Stadtgrenzen hinaus Wirkung zeigen könnte. Doch ohne klare und verbindliche Zusagen wird das Vorhaben schnell zu einem Schattenspiel. Stack Infrastructure hat sich bislang nicht öffentlich geäußert, was die Unsicherheit nicht gerade mindert. Der Druck auf die lokale Politik wächst, und die nächste Sitzung am 7. Mai könnte entscheidend sein.
Die Fragen sind vielfältig: Wird die CDU ihre Forderungen durchsetzen können? Sind die Bürger bereit, die Entwicklung zu unterstützen? Und vor allem: Wird Babenhausen die Chance ergreifen, die sich hier bietet, oder bleibt alles beim Alten? Die nächsten Tage werden zeigen, wie es weitergeht.
