In Brandenburg an der Havel schippern die Schiffe munter hin und her, doch die Zukunft der Binnenschifffahrt steht auf der Kippe. Die Stadtverwaltung hat sich intensiv mit den gestiegenen Anforderungen an Stromanschlüsse auseinandergesetzt. Bei Anlegemanövern müssen die Verbrennungsmotoren der Schiffe abgestellt werden. Wer braucht schon den Krach eines Motors, wenn man am Ufer die Ruhe genießen kann? Doch die Realität ist komplex: Bei Anlegeperioden von weniger als vier Stunden wird der Landstrom oft nicht genutzt. Wie ein halbes Versprechen, das nie ganz eingelöst wird – so fühlt sich die Situation an.

In den letzten drei Jahren haben sich die Zahlen für die Nutzung von Landstrom kaum verändert. 2023 waren es 51 Schiffe, 2024 stieg die Zahl auf 53, und für 2025 wird ein leichter Anstieg auf 62 Schiffe prognostiziert. Der Bedarf an Energie wächst, vor allem für große Hotelschiffe. Der Ausblick auf eine Elektrifizierung der Schiffsantriebe könnte hier die Lösung sein – eine Perspektive, die emissionsarmen Tourismus verspricht. Aber wie so oft, gibt es ein Aber: Die geschätzten Investitionskosten für einen Ausbau der Anschlussmöglichkeiten liegen bei stolzen 300.000 Euro, und da gibt es keinen Baukostenzuschuss. Moment, das klingt doch nach einem infrastrukturellen Engpass, oder? Genau das sehen die Verantwortlichen vor dem Anleger. Mittelfristig scheinen neue Investitionen in diesem Bereich nicht in Sicht.

Fördermöglichkeiten im Blick

Doch es gibt einen Lichtblick: Der Net-Zero-Industry-Act. Unternehmen im Schiffsverkehr, Betreiber und Hersteller von Binnenschiffen sowie öffentliche Einrichtungen können hier auf Unterstützung hoffen. Der Fokus liegt auf dem Umstieg auf emissionsfreie oder emissionsarme Antriebe. Möglichkeiten zur Modernisierung bestehender Schiffe stehen ebenfalls auf der Agenda. Einbau von Elektro- oder Wasserstoffantrieben? Hybridlösungen und energieeffiziente Technologien werden gefördert. Die Förderperiode erstreckt sich über die Jahre 2024 bis 2026.

Die Förderhöhe? Die kann sich sehen lassen! Zuschüsse von bis zu mehreren Millionen Euro sind möglich, wobei die Quoten oft zwischen 40 und 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben liegen. Für kleine und mittlere Unternehmen gibt’s sogar zusätzliche Boni. Bis zu 100 Prozent für emissionsfreie Fahrzeuge – das klingt nach einer echten Chance für die Binnenschifffahrt!

Die Bedeutung der Binnenschifffahrt

Die Binnenschifffahrt ist nicht nur ein schicker Begriff, sondern eine wichtige Säule für den multimodalen Güterverkehr in Deutschland und Europa. Sie hat eine erstaunliche Relevanz sowohl verkehrlich als auch umweltpolitisch. Binnenschiffe glänzen nicht nur durch hohe Massenleistungsfähigkeit und Energieeffizienz, sie sind auch sicher und erzeugen vergleichsweise wenig Lärm. Sie sind systemrelevant für die Versorgung von Industrie und Handel.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Förderung der Binnenschifffahrt ist ein fester Bestandteil der deutschen und europäischen Verkehrs- und Klimapolitik. Da sollen gezielte Anreize Investitionen in emissionsfreie Antriebssysteme und Emissionsminderungssysteme ankurbeln. Ziel ist die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit der Binnenschifffahrt. Die Verlagerung von Güterverkehr auf Wasserstraßen möchte man umweltfreundlich gestalten und gleichzeitig die Straßeninfrastruktur entlasten.

Ein Blick in die Zukunft? Ab 2024 wird es ein Förderprogramm zur nachhaltigen Modernisierung der Binnenschiffe geben. Diese Initiative umfasst drei Förderrichtlinien, die auf die Verlagerung von Güterverkehr von der Straße auf die Wasserstraße abzielen. Und ab dem 1. Januar 2027 sollen diese Richtlinien dann sogar in einer einzigen zusammengeführt werden. Die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt wird die Fäden in der Hand halten.

Da bleibt zu hoffen, dass die Schiffe bald nicht nur anlegen, sondern auch mit sauberen, emissionsarmen Antrieben in die Zukunft starten können. Irgendwie bleibt die Frage, wie viele von ihnen die nötige Unterstützung erhalten, um den Sprung ins grüne Zeitalter zu schaffen. Ein bisschen Aufbruchsstimmung könnte da nicht schaden.