Wohnungsnot als Jobkiller: Warum Fachkräfte in Deutschland auf der Strecke bleiben
In den großen Städten Deutschlands ist die Wohnungsnot ein Thema, das nicht nur die Mieter, sondern auch die Arbeitgeber kräftig beschäftigt. Wer in Berlin, München oder Hamburg lebt, wird sich vielleicht schon mal mit dem Gedanken getragen haben, die Zelte abzubrechen und woanders sein Glück zu suchen. Die Umfrage der Beratungsgesellschaft PwC hat nun zutage gefördert, dass hohe Mieten nicht nur für Frust sorgen, sondern auch eine echte Hürde für Unternehmen darstellen, die dringend Fachkräfte suchen. Das lässt einen schon mal die Stirn runzeln, oder?
Obwohl 89 Prozent der Befragten an ihrem Wohnort glücklich sind – die tollen Einkaufsmöglichkeiten, die kulturellen Angebote und die Jobchancen sind ja auch nicht von schlechten Eltern – schütten zwei Drittel der Befragten ihr Herz über die Mieten und die knappen Wohnungsangebote aus. Die Umfrage, die im Januar unter 4.000 Berufstätigen aus zwölf Großstädten durchgeführt wurde, zeigt eindrucksvoll, dass 87 Prozent der Befragten von der Suche nach einer bezahlbaren Wohnung in den Großstädten frustriert sind. Unglaublich, aber wahr: 37 Prozent haben sogar schon über einen Jobwechsel nachgedacht, nur weil die Mieten so in die Höhe schießen!
Der Fachkräftemangel als Folge der Wohnungsnot
Besonders alarmierend ist, dass 80 Prozent der Erwerbstätigen Schwierigkeiten sehen, Fachkräfte auf dem angespannten Wohnungsmarkt zu gewinnen und zu halten. Bei einem Umzug, so zeigt die PwC-Umfrage, sind für 50 Prozent der Befragten die Mieten das entscheidende Kriterium – noch vor der Länge des Arbeitswegs! Das zeigt, wie stark die Wohnungssituation die berufliche Mobilität beeinflusst. Bei den Jüngeren, den 18- bis 34-Jährigen, denkt fast jeder Fünfte über einen Umzug nach – da fragt man sich: Wo soll das enden?
Bernd Roese, der Standortleiter von PwC in Frankfurt, hat die hohen Mieten als großen Frustfaktor für Berufstätige beschrieben. Und das kann man nur unterstützen, wenn man sieht, wie viele Menschen bereit sind, für eine bessere Wohnsituation ihren Job zu wechseln. 44 Prozent der Befragten kennen jemanden, der wegen der hohen Mieten den Job gewechselt hat, und 10 Prozent haben tatsächlich selbst die Arbeitsstelle aus diesem Grund aufgegeben. Das zeigt, dass die Wohnraum- und Mietsituation nicht nur ein persönliches, sondern auch ein gesamtgesellschaftliches Problem ist.
Die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt
Die angespannte Wohnsituation könnte den Fachkräftemangel in Ballungsräumen noch weiter verschärfen. Vor allem in den Bereichen Pflege, Handwerk und Bildung – wo der Bedarf an Fachkräften bereits jetzt groß ist – macht sich der Mangel bemerkbar. Die Umfrage zeigt, dass in München und Berlin sogar 88 Prozent der Befragten bestätigen, dass die Wohnsituation die Rekrutierung und Bindung von Fachkräften erschwert. Wenn das keine Alarmglocken läutet, weiß ich auch nicht!
Insgesamt ist die Situation besonders für junge Menschen herausfordernd. 18 Prozent der 18- bis 34-Jährigen haben aufgrund hoher Mieten den Job gewechselt, und 43 Prozent haben darüber nachgedacht. Und falls die Mieten noch weiter steigen sollten, würden 53 Prozent aller Altersgruppen einen Arbeitsplatzwechsel in Betracht ziehen. Man fragt sich, wie lange das noch gut gehen kann, bevor die Städte ausbluten oder sich in Geisterstädte verwandeln.
Es bleibt abzuwarten, welche Maßnahmen die Politik ergreift, um der Wohnungsnot und den damit verbundenen Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt zu begegnen. Eines ist klar: Die Diskussion um bezahlbaren Wohnraum wird uns noch lange begleiten – und das nicht nur in den großen Städten. So viel steht fest!
