Versicherungsschutz im Klimawandel: So schützen Sie Ihr Zuhause vor Hochwasser und Starkregen
Starkregen und Hochwasser – zwei Worte, die in den letzten Jahren immer wieder unsere Nachrichten dominieren. Die Bilder von überfluteten Städten und verzweifelten Menschen gehen einem einfach nicht aus dem Kopf. Viele Immobilienbesitzer glauben, mit ihrer Wohngebäudeversicherung seien sie gut abgesichert. Doch das ist oft ein Trugschluss. Denn nicht jeder Wasserschaden ist im Basisschutz enthalten – und das kann schließlich ganz schön ins Geld gehen!
Die Unterschiede in der Absicherung sind enorm. Eine Wohngebäudeversicherung deckt in der Regel Schäden durch Leitungswasser, also Wasser, das aus Rohren oder fest installierten Anlagen austritt. Ein geplatztes Wasserrohr oder ein undichter Waschmaschinenanschluss – das sind alles Fälle, die versichert sein sollten. Aber wenn das Wasser von außen kommt, sei es durch Regen oder aufsteigendes Grundwasser, dann schaut’s mau aus. Auch Sturm- und Hagelschäden sind nicht immer ohne weiteres abgedeckt. Hier gilt, dass ein Sturm versicherungsrechtlich erst ab Windstärke 8 zählt – also mindestens 62 km/h. Hat der Regen unglücklicherweise ohne Sturm die Wohnung geflutet, bleibt man oft auf den Kosten sitzen.
Die Tücken der Elementarschadenversicherung
Elementarschäden, wie Überschwemmungen oder Erdrutsche, sind häufig nicht im Standard-Schutz enthalten. Um sich gegen diese Risiken abzusichern, braucht man in der Regel einen Zusatzbaustein in der Versicherung. Wenn dieser nicht vorhanden ist, kann es im Schadensfall richtig teuer werden. Bei einem vollgelaufenen Keller können die finanziellen Folgen zwischen 30.000 und 80.000 Euro liegen! Und man muss sich vorstellen: Mit dem Klimawandel nehmen die extremen Wetterereignisse zu, auch in Gebieten, die früher als sicher galten.
Die Versicherer reagieren darauf mit strengeren Risikoprüfungen und höheren Beiträgen. Besonders in gefährdeten Regionen kann das zur Herausforderung werden. Wer also denkt, er sei durch seine bestehende Versicherung ausreichend geschützt, sollte unbedingt einen Blick auf die Details werfen. Ist der Elementarschutz wirklich inkludiert? Gilt das auch für Rückstau? Und wie sieht’s mit der Selbstbeteiligung aus?
Schritte zur optimalen Absicherung
Wer sich in der Welt der Versicherungen nicht mehr auskennt, dem sei gesagt: Es gibt einige Schritte, die man zur Auswahl des passenden Versicherungsschutzes unternehmen kann. Zuerst sollte man klären, was man eigentlich versichern möchte. Elementarschäden können sowohl das Wohngebäude als auch den Hausrat betreffen. Eine Elementarschadenversicherung ist meistens nur als Zusatz zur Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung erhältlich. Wer ein Wohnhaus oder auch Anbauten und Nebengebäude besitzt, sollte auf jeden Fall einen Elementarschadenschutz in Betracht ziehen.
Die Verbraucherzentralen und auch die Stiftung Warentest bieten umfangreiche Beratungen und Testberichte an. Es könnte sich lohnen, einen unabhängigen Rat einzuholen. Denn die Beitragsunterschiede zwischen den Versicherern sind oft erheblich. Nimm dir Zeit, um deine bestehenden Verträge zu überprüfen. Manchmal gibt es in älteren Policen noch Lücken, die dringend geschlossen werden sollten. Gibt’s den Elementarschutz? Was ist mit Rückstau? Und stimmt die Versicherungssumme mit den aktuellen Baukosten überein?
Klimawandel und Versicherungsschutz
Der Klimawandel ist nicht nur ein abstraktes Konzept; er hat ganz handfeste Auswirkungen auf unsere Lebensrealität. Denkt man an das Ahrtal im Sommer 2021, wo die Schäden durch Überschwemmungen über 30 Milliarden Euro betrugen, wird einem klar, wie wichtig es ist, sich richtig abzusichern. Viele Betroffene hatten nicht einmal eine Naturkatastrophenversicherung. Das ist wie ein Spiel mit dem Feuer – und die Prämien steigen weiter. 2023 wurden in Deutschland versicherte Schäden durch Naturkatastrophen auf etwa 5,7 Milliarden Euro geschätzt, im Jahr 2000 waren es noch unter 1 Milliarde. Das lässt einen schon ins Grübeln kommen.
Die Zunahme von Starkregen und anderen Extremereignissen führt dazu, dass immer mehr Regionen als Hochrisikogebiete eingestuft werden. Das hat zur Folge, dass die Prämien steigen oder Policen sogar ganz verweigert werden. Wer also jetzt nicht handelt, könnte bald ohne Versicherungsschutz dastehen. Es lohnt sich, regelmäßig die eigenen Policen zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.
Zusammengefasst: Die Absicherung gegen Elementarschäden ist wichtiger denn je. In vielen Fällen sind die klassischen Hausratversicherungen nicht ausreichend. Ein kluger Schritt könnte sein, sich über nachhaltige Versicherungsoptionen zu informieren, die in klimaneutrale Projekte investieren. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern kann auch für die eigene Sicherheit sorgen.
