In Niederrad, einem Stadtteil von Frankfurt, brodelt es gewaltig. Der Karnevalverein „Die Stichlinge“ steht vor einer ungewissen Zukunft, denn ab Sommer 2026 müssen sie ihren langjährigen Trainingsplatz in der Turnhalle der Frauenhofschule räumen. Ein Taekwondo-Verein, der Wydad Budo-Fitness, hat die Halle für sich beansprucht, und das Sportamt hat entschieden, dass die Stichlinge als Kulturverein nicht in den Genuss der sportlichen Infrastruktur kommen. 18 Jahre lang trainierten die Tänzerinnen dort – von kleinen Sprösslingen im Alter von zwei bis hin zu über 40-Jährigen. Ein Verlust, der schmerzt!

Andrea Bender, die Erste Vorsitzende der Stichlinge, gibt zu bedenken, dass ein Umzug in andere Stadtteile logistisch nicht machbar ist. Das klingt nach einem echten Dilemma. Der Verlust des Trainingsplatzes könnte das Aus für die Garde bedeuten, die mit ihren hochkarätigen Aufführungen und zahlreichen Preisen für Aufsehen sorgt. Ein Umzug in eine andere Halle, selbst wenn sie einen Tanzsportverein gründen würden, scheint zu spät zu kommen, denn die Fristen laufen ab.

Ein Aufschrei aus der Community

Die Reaktionen auf die Entscheidung sind gemischt. Roland Frischkorn, Vorsitzender des Sportkreises, kritisiert die Ämter scharf und fordert mehr Wertschätzung für das Ehrenamt. Schließlich sind es die vielen engagierten Menschen, die den Sport vorantreiben. Axel Heilmann, Vorsitzender des Großen Rats, zeigt sich ebenfalls unverständig über diese Entscheidung und fordert ein klärendes Gespräch mit den Beteiligten. Das Büro des Oberbürgermeisters arbeitet bereits an einer Lösung und plant Gespräche mit dem Sportamt, dem ABI und den Stichlingen – ein Lichtblick in der dunklen Wolke, die über dem Verein schwebt.

Der Ortsbeirat 5 hat sogar einen Antrag verabschiedet, um die Situation neu zu prüfen und die Stichlinge zu unterstützen. Ein starkes Zeichen, dass die Community hinter dem Verein steht!

Das Ehrenamt im Fokus

Der Fall der Stichlinge wirft auch ein Licht auf das Ehrenamt im deutschen Sport. Ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer würde der gemeinnützige Sport kaum noch existieren. Über 8 Millionen Menschen engagieren sich in Vereinen und tragen dazu bei, dass Freizeit- und Wettkampfsport lebendig bleiben. Aber das Ehrenamt steht vor Herausforderungen. Der demografische Wandel und veränderte Lebensstile hinterlassen ihre Spuren. Es wird zunehmend gefragt, wie traditionelle Formen des Ehrenamts mit modernen Lebensrealitäten verbunden werden können.

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Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) setzt sich dafür ein, das Ehrenamt attraktiver zu gestalten und Bürokratie abzubauen. Der Fall der Stichlinge könnte ein weiterer Anstoß sein, über diese Themen intensiver nachzudenken und Lösungen zu finden. Schließlich ist es oft das Herzblut der Ehrenamtlichen, das den Sport am Leben hält – ganz gleich, ob im Taekwondo, Karnevalstanz oder anderen Disziplinen. Die Zukunft der Stichlinge und vieler anderer Vereine hängt von der Unterstützung der Gemeinschaft ab, und es bleibt zu hoffen, dass es einen Ausweg aus dieser Misere gibt.