Serielle Sanierung: Der Schlüssel zur Energiewende im Gebäudesektor
In Deutschland ist die Sanierung von Gebäuden ein echtes Thema. Wer sich mit Immobilien beschäftigt, weiß, dass klassische Sanierungen oft langsam, teuer und vor allem sehr personalintensiv sind. Wenn man bedenkt, dass etwa 75% der 21 Millionen Gebäude hierzulande ineffizient sind, wird die Dringlichkeit klar. Der Gebäudesektor frisst rund ein Drittel der gesamten Energie in Deutschland. Und während die Sanierungsrate immer weiter sinkt, schauen die Investitionen für 2024 besorgniserregend niedrig aus.
Das Ziel der Klimaneutralität bis 2045 scheint in weiter Ferne. Um das zu erreichen, müsste jeden Tag eine unglaubliche Zahl von 2000 Gebäuden saniert werden. Um dem entgegenzuwirken, hat Ecoworks 2019 die serielle Sanierung eingeführt – eine Methode, die den Sanierungsprozess optimieren soll. Dabei wird eine zweite Haut aus vorgefertigten Elementen um bestehende Gebäude gebaut. Zunächst wird das Gebäude gescannt, ein digitaler Zwilling erstellt, der die Planung erheblich verbessert. Das klingt doch spannend, oder?
Effizienz durch serielle Sanierung
Die Vorteile dieser Methode sind vielfältig. Bauteile wie Fassaden- und Dachelemente werden industriell vorproduziert, inklusive Dämmung und Technik. Roboter übernehmen die Montage, was nicht nur den Bedarf an Fachkräften reduziert, sondern auch die Produktionszeiten verkürzt. Die Kosten liegen zwar 10-20% über denen einer herkömmlichen Sanierung, dafür sparen die sanierten Gebäude nachher bis zu 90% an Energie ein. Das könnte höhere Kaltmieten nach der Sanierung ausgleichen.
Und das Potenzial für serielle Sanierungen in Deutschland? Es wird auf satte 120 Milliarden Euro geschätzt! Ein spannendes Marktumfeld, das immer mehr Unternehmen anzieht. Ecoworks und etwa 50 Wettbewerber bieten mittlerweile serielle Sanierung an. Tatsächlich wird Ecoworks als potenzielles „Unicorn“ gehandelt, mit einer Bewertung von über einer Milliarde Dollar. Das zeigt, dass die Branche in Bewegung ist und bereit ist, neue Wege zu gehen.
Nicht nur für Mehrfamilienhäuser
<pAllerdings ist die serielle Sanierung nicht für jedes Gebäude geeignet. Nur jedes dritte Mehrfamilienhaus kann umgerüstet werden, viele öffentliche Gebäude hingegen bieten sich an. Wenn man bedenkt, dass durch serielle Sanierungen bis zu 25 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr bis 2045 eingespart werden könnten, wird klar, wie wichtig diese Methodik ist. Studien zeigen sogar, dass die energetischen Niveaus oft besser sind als die von Neubauten. In den Niederlanden haben bereits sanierte Mehrfamilienhäuser den Net-Zero-Standard erreicht. Ein Beispiel, das Schule machen könnte!
In Köln gibt es ein Mietshaus, das mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet ist, die den gesamten Restbedarf für Heizung, Warmwasser und Strom abdeckt. Die Betriebsemissionen werden auf null reduziert, dank der lokalen Erzeugung erneuerbarer Energie. Das klingt nach einem Paradies für umweltbewusste Mieter! Und die innovative Methode, bei der Holzfassaden und Zellulosedämmung eingesetzt werden, hat nachweislich bessere Werte als konventionelle Lösungen mit ölbasierten Dämmstoffen.
Leitfäden und Unterstützung für die Planung
Neue Leitfäden vom dena-Kompetenzzentrum für serielle Sanierungen bieten wertvolle Orientierung. Diese Dokumente decken alles von der Bestandsaufnahme bis hin zu Befestigungsarten und Kreislauffähigkeit ab. Serielle Sanierungen erfordern präzise Planungen und frühzeitige Integration von kreislauffähigen Strategien. Was für eine Herausforderung! Aber genau hier kommen die Leitfäden ins Spiel: Sie richten sich an Architektur- und Fachplanungsbüros sowie Wohnungsunternehmen und helfen bei der Projektvorbereitung.
Das Kompetenzzentrum koordiniert die internationale Energiesprong-Initiative in Deutschland und fördert Innovationen im Bereich serielle Sanierungen. Wer hätte gedacht, dass es so viele Möglichkeiten gibt, um die Sanierungsrate von derzeit 1% bis 2030 auf 2% zu verdoppeln? Es sind innovative Verfahren wie diese, die nötig sind, um die Klimaziele der EU zu erreichen.
Insgesamt zeigt sich, dass serielle Sanierungen ein enormes Potenzial haben, um nicht nur den Wohnungsmarkt zu revolutionieren, sondern auch dem Klimawandel mit kreativen Lösungen zu begegnen. Die Immobilienbranche steht vor spannenden Zeiten – es bleibt abzuwarten, wie sich alles entwickeln wird.
