Project-Gruppe in der Krise: Anleger verlieren Millionen durch trügerische Fondsangebote
Die Immobilienbranche hat wieder einmal für Aufregung gesorgt – und das nicht im positiven Sinne. Die Project-Gruppe aus Nürnberg und Bamberg hat die Anleger mit ihren verlockenden Angeboten in die Irre geführt. Laut der Analyse von Stiftung Warentest sind bei zehn alternativen Investmentfonds (AIF) der Gruppe die meisten Anlegergelder verloren gegangen. Insgesamt haben die Anleger 750 Millionen Euro eingezahlt, doch die Ausschüttungen belaufen sich nur auf mickrige 107 Millionen Euro. Ein Verlust von satten 543 Millionen Euro ist das Ergebnis, und das Restvermögen der untersuchten Fonds liegt bei gerade einmal 100 Millionen Euro. Das klingt wie ein Albtraum für viele, die auf eine sichere Altersvorsorge gehofft hatten.
Die Fonds hatten mit risikoarmen Angeboten geworben, doch in der Realität sah die Lage ganz anders aus. Sie finanzierten Immobilienprojekte ohne Bankkredite. Dies führte dazu, dass bereits im Jahr 2023 wichtige Gesellschaften der Project-Gruppe Insolvenz anmelden mussten. Die Situation hat sich seit 2022 merklich verschlechtert, besonders bei Fonds, die Ratenzahlungen anbieten. Ein besonders drastisches Beispiel ist der Fonds „Metropolen 21“, dessen ausgewiesenes Fondsvermögen nur noch 13 Prozent des eingezahlten Kapitals beträgt. Und das ist nicht alles: Der Insolvenzverwalter lieferte nur rudimentäre Informationen, was zu einem Prüfungsversagen des Wirtschaftsprüfers führte. Das lässt einen schon nachdenklich werden.
Warnzeichen und rechtliche Schritte
Die Probleme bei geschlossenen Fonds zeigen sich oft schleichend. Frühzeitige Warnzeichen sind entscheidend, um Ansprüche vor Verjährung zu schützen. Typische Anzeichen für Fonds in Schieflage sind unter anderem die Kürzung oder Aussetzung von Ausschüttungen und Aufforderungen zu Nachschüssen oder Sanierungsbeiträgen. Auch Mitteilungen über verschobene Auszahlungstermine oder Liquiditätsengpässe sollten Anleger hellhörig machen. Im Falle eines Insolvenzverfahrens könnte sogar Post vom Insolvenzverwalter ins Haus flattern, und das ist nie ein gutes Zeichen.
Anleger, die ihre Verluste geltend machen möchten, sind bereits aktiv geworden. Im ersten Halbjahr 2026 wurden 27 Anträge für ein Musterverfahren beim Landgericht Nürnberg-Fürth veröffentlicht. Rechtsanwälte bieten Sammelklagen in Form von Streitgenossenschaften an, um Verjährungsfristen zu berücksichtigen. Interessanterweise sollten Anleger bis Ende des Jahres rechtliche Schritte zur Verjährungshemmung ergreifen. Eine kostenfreie Ersteinschätzung zur Prüfung der Ansprüche kann hier sehr hilfreich sein. Manchmal ist es einfach nicht genug, nur abzuwarten.
Die Folgen der Insolvenz
Die Insolvenz eines geschlossenen Fonds kann für Anleger verheerende Folgen haben. Oft führt sie zu einem Totalverlust der Einlagen. Im Fall der Project-Gruppe sind viele Grundstücke und Bauprojekte verkauft worden, um die maximalen Verteilungen an die Fonds zu sichern. Doch das könnte nur der Anfang sein. Anleger könnten mit ihrem Privatvermögen haften, abhängig von der Gesellschaftsform des Fonds. Wenn die Schulden höher sind als das verfügbare Kapital, könnten Rückzahlungen von Ausschüttungen an den Fonds die Folge sein. Das Vertrauen der Anleger wird durch gescheiterte Sanierungen weiter beeinträchtigt.
Ein weiteres Problem ist, dass viele Anleger nicht ausreichend über die Risiken aufgeklärt wurden. Sie wurden möglicherweise nicht über Rückvergütungen informiert, die bis zu 8 % betragen konnten. Die BGH-Rechtsprechung bestätigt, dass Banken Rückvergütungsprämien offenlegen müssen, was eine positive Wendung für viele Anleger sein könnte. Es ist ratsam, die Fonds-Beteiligung von einem erfahrenen Anwalt im Bank- und Kapitalmarktrecht prüfen zu lassen.
Die gesamte Situation rund um die Project-Gruppe ist ein abschreckendes Beispiel für die Gefahren, die in geschlossenen Fonds lauern. Anleger sollten wachsam sein und sich nicht auf die versprochenen rosigen Zeiten verlassen. Denn oft ist der Schein trügerisch, und die Realität kann ganz anders aussehen. In einer Welt, in der für viele die finanzielle Sicherheit auf dem Spiel steht, ist es wichtiger denn je, gut informiert und vorbereitet zu sein.
