Die Situation für Obdachlose in Frankfurt wird immer prekärer. Gerade wurde in der Eschenheimer Anlage eine provisorische Zeltunterkunft errichtet, in der jeweils 20 obdachlose Menschen Platz finden. Der Grund für diese schnelle Maßnahme ist die Schließung der bisherigen Notunterkunft in der B-Ebene der U-Bahn-Station „Eschenheimer Tor“. Ein neues Brandschutzgutachten hat ergeben, dass die Räumlichkeiten bei einem Brand viel zu schnell verrauchen, was eine erhebliche Gefahr für die dort untergebrachten Menschen darstellt. Diese Notunterkunft wurde seit 2018 betrieben und bot in den letzten Jahren bis zu 180 Menschen einen Schlafplatz, obwohl sie nur für 150 ausgelegt war.

Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) kündigte den Mietvertrag für die U-Bahn-Station zum September, obwohl die formelle Kündigung noch nicht ausgesprochen wurde, da Obdachlose auf der Suche nach Schutz vor der Hitzewelle sind. Sozialdezernentin Elke Voitl, die sich intensiv um die Situation kümmert, sieht Handlungsdruck, um die 150 obdachlosen Menschen zu schützen. Sie hat bereits mehrfach versucht, die Kündigung abzuwenden. Kritisch äußert sie, dass die VGF der Stadt keine geeigneten Flächen angeboten hat, obwohl Leerstand in ihrem Besitz existiert.

Ein Wettlauf gegen die Zeit

Die Stadt Frankfurt steht nun unter Druck, alternative Unterbringungsmöglichkeiten zu finden. Das Sozialdezernat hat in dieser Hinsicht bereits mehrere vielversprechende Objekte ins Auge gefasst. Schulen und Turnhallen, die während der Ferien leer stehen, werden ebenfalls in Betracht gezogen. Das Bildungs- und Baudezernat prüft derzeit mögliche städtische Immobilien für diese Zwecke. Die Situation wird durch die Tatsache erschwert, dass das Sportdezernat nur für zwei Hallen zuständig ist, die nicht in der Innenstadt liegen und zudem nicht verfügbar sind.

Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert hat ebenfalls seinen Unmut über die VGF geäußert und betont, dass die Verantwortung nicht einfach auf die Stadt abgewälzt werden kann. Er befürchtet, dass Obdachlose wieder unkontrolliert in B-Ebenen und auf Bahnsteigen übernachten werden, was die ohnehin angespannte Lage weiter verschärfen könnte. Der Ordnungsdienst der VGF wurde personell aufgestockt, um die steigenden Beschwerden zu bearbeiten und Lösungen zu finden, die die unterschiedlichen Bedürfnisse der Stadtgesellschaft berücksichtigen.

Ein Blick in die Zukunft

Während die Stadtverwaltung versucht, eine Lösung zu finden, bleibt unklar, wie es mit der Unterbringung der Obdachlosen weitergeht. Die provisorische Zeltunterkunft kann nur ein kurzfristiger Ausweg sein, und die Suche nach einem geeigneten Standort wird sich wohl noch einige Zeit ziehen. Es bleibt zu hoffen, dass die Stadt Frankfurt bald eine dauerhafte Lösung findet, um den Menschen in Not ein sicheres Zuhause zu bieten.

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