In der bayerischen Landeshauptstadt München, wo die Immobilienpreise bekanntlich in schwindelerregende Höhen steigen, gibt es mal wieder interessante Neuigkeiten vom Wohnungsmarkt. So wurde vor kurzem ein extravagantes 515 Quadratmeter großes Apartment für stolze 26,5 Millionen Euro verkauft. Das ergibt einen Quadratmeterpreis von sagenhaften 51.450 Euro. Wenn man bedenkt, dass zuvor ein Objekt im The Seven für 18,7 Millionen Euro als Rekord galt, fühlt man sich fast wie in einem Wirtschaftsmärchen – oder vielleicht eher in einem Alptraum für angehende Käufer. In einer „gut-zentralen Wohnlage“ wechselte zudem eine 345 Quadratmeter große Wohnung für 17,4 Millionen Euro den Besitzer, was einem Quadratmeterpreis von 49.750 Euro entspricht. Und es gibt noch mehr: Ein Einfamilienhaus in bester Lage fand für rund 21,4 Millionen Euro einen neuen Eigentümer. Die Preise für Doppelhaushälften und Reihenmittelhäuser liegen bei 4,5 Millionen und 3,8 Millionen Euro. Ein wahres Schlaraffenland für wohlhabende Immobilienkäufer!

Die Zahlen für den Münchner Immobilienmarkt sind jedoch nicht nur von Rekorden geprägt. Der Geldumsatz stieg um zwei Prozent auf 11,6 Milliarden Euro, während die Zahl der abgeschlossenen Verträge auf etwa 12.400 anstieg – ein Plus von 14 Prozent. Dennoch ist zu beachten, dass die Verkaufszahlen im Vergleich zu den Spitzenwerten vor dem Ukrainekrieg, als bis zu 17.000 Verträge abgeschlossen wurden, gesunken sind. Experten sehen diesen Rückgang als eine Art „Gesundung“ des Marktes. Ein Preisrückgang im höheren Gewerbesegment wird registriert, während sich das Preisniveau bei Wohnimmobilien stabilisiert. Wer hätte gedacht, dass sich die Marktgesetze in dieser Weise verändern können?

Preisentwicklung und Prognosen

Ein Blick auf die Entwicklung der Immobilienpreise in München zeigt, dass sich die Lage im Jahr 2025 stabilisiert hat, auch wenn einige Segmente von Preisrückgängen betroffen sind. Im April 2026 liegen die Durchschnittspreise für Eigentumswohnungen bei etwa 8.100 Euro pro Quadratmeter – ein Rückgang um rund 10 % seit Anfang 2023. Trotz der rückläufigen Preise über einen längeren Zeitraum, haben sich die Preise in den letzten zehn Jahren um beeindruckende 50 % erhöht. Die Prognosen für 2026 deuten auf moderate Preissteigerungen von 2-3 % hin, angetrieben durch Faktoren wie Bevölkerungswachstum, Bauzinsen und Mieten. Wer also glaubt, die Zeit der großen Schnäppchen sei vorbei, könnte sich täuschen.

Die Mietpreisentwicklung zeigt ebenfalls eine interessante Wendung. Seit Ende 2024 sind die Neuvertragsmieten um etwa 3,7 % gestiegen, inflationsbereinigt sogar nur um 1,84 %. Für 2025/2026 liegen die durchschnittlichen Mietpreise bei 21,59 Euro pro Quadratmeter für unmöblierte Wohnungen. Bei Neubauten oder Erstbezügen kann man sogar mit Preisen von bis zu 28,31 Euro rechnen. Das lässt einem als Mieter schon das Wasser im Mund zusammenlaufen – oder eher das Portemonnaie schrumpfen.

Marktlage und Herausforderungen

Für Verkäufer sieht die Lage rosig aus, denn die Immobilienpreise sind in den letzten sechs Quartalen kontinuierlich gestiegen, und das nahe historischer Höchststände. Käufer hingegen haben es nicht ganz so leicht. Es lohnt sich zwar, in den Markt einzutreten, denn die Preisentwicklung bleibt stabil, doch es gibt auch Verhandlungsspielräume, insbesondere bei modernisierungsbedürftigen Immobilien. Die durchschnittlichen Quadratmeterpreise variieren stark je nach Stadtteil, wobei die teuersten Gegenden wie Altstadt-Lehel und Schwabing über 10.000 Euro pro Quadratmeter verlangen. Günstigere Stadtteile wie Feldmoching-Hasenbergl bieten hingegen Preise ab etwa 7.300 Euro pro Quadratmeter.

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Ein weiterer Aspekt, der nicht unerwähnt bleiben sollte, sind die Baukosten, die seit Ende 2024 um ca. 3,2 % gestiegen sind. Das könnte einige Bauprojekte ins Stocken bringen, sollte sich die allgemeine Marktlage nicht stabilisieren. Wenn die Zinsen für Baukredite weiter steigen und die Inflation nicht abnimmt, könnte das die Einkommensaussichten vieler potenzieller Käufer belasten. Also, bleibt abzuwarten, wie sich der Markt in den kommenden Monaten entwickelt.

In dieser spannenden Zeit des Wandels und der Unsicherheiten bleibt der Münchner Immobilienmarkt ein faszinierendes, wenn auch herausforderndes Terrain für Käufer und Verkäufer gleichermaßen. Wer hier nicht aufpasst, könnte schnell den Anschluss verlieren oder gar in die sprichwörtliche Immobilienfalle tappen. Ein bisschen Nervenkitzel gehört dazu – und wie sagt man so schön? Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!