Millionen für Leere: Hessens Immobilien-Debakel entlarvt
Die Zahlen aus Hessen sind nicht nur beeindruckend, sondern auch ein wenig schockierend. Im vergangenen Jahr hat das Land sage und schreibe rund 6,1 Millionen Euro Miete für Immobilien gezahlt, die schlichtweg leerstehen. Ja, richtig gelesen: Millionen für Gebäude, die nicht genutzt werden! Diese Information stammt aus einer Antwort des Finanzministeriums auf eine Anfrage des fraktionslosen Landtagsabgeordneten Sascha Herr. Ein bisschen Geld, das besser hätte investiert werden können – wäre da nicht der große Leerstand.
Der Großteil dieser leerstehenden Immobilien sind die sogenannten Leo-Objekte. Diese wurden zwischen 2004 und 2006 von der damaligen CDU-Alleinregierung unter Ministerpräsident Roland Koch verkauft. Ganze 55 Liegenschaften wechselten für rund 2,1 Milliarden Euro den Besitzer, und das Land mietete sie für bis zu 30 Jahre zurück. Ein gewagtes Spiel? Man könnte es so sehen. Die Rückanmietungskosten für diese Leo-Immobilien belaufen sich, laut Finanzministerium, bis Ende 2025 auf insgesamt etwa 2,5 Milliarden Euro. Ein echtes Schnäppchen – oder auch nicht.
Der Leerstand und seine Gründe
Warum stehen diese Immobilien leer? Die Anfrage hat dazu keine konkreten Antworten geliefert, doch es gibt einige Theorien. Eine davon könnte die geplante Reduzierung der Büroflächen um rund 30 Prozent durch die Landesregierung sein. Man hört ja immer wieder von dem Trend zum Homeoffice. Wenn die Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten, braucht man natürlich weniger Platz. Aber gleichzeitig gibt es diese langfristigen Mietverträge für die Leo-Immobilien, die in einem klaren Widerspruch zu dieser Flächenreduzierung stehen. Ein klassischer Fall von „Was soll das eigentlich?“
Nehmen wir das Beispiel des Behördenzentrums in Fulda. Hier muss das Land auch für die Sanierungskosten des Gebäudes aufkommen, die sich auf stolze elf Millionen Euro belaufen. Das ist viel Geld, das in die Sanierung eines leeren Gebäudes fließt, während andere Bereiche vielleicht dringend Unterstützung brauchen.
Der Umgang mit Liegenschaften in Hessen
Im ganzen Bundesland Hessen verwaltet der Landesbetrieb Bau und Immobilien (LBIH) insgesamt 319 bebaute Immobilien. Das ist eine ganze Menge! Eine einzelne Liegenschaft kann dabei aus mehreren Gebäudeteilen, Nebenbauten und gar Garagen bestehen. Man fragt sich: Wie kommt es, dass man solche riesigen Bestände hat, die nicht genutzt werden? Es scheint fast so, als würde das Land seine eigenen Immobilien nicht richtig im Griff haben.
Die Situation wirft Fragen auf. Welche Strategien verfolgt die Landesregierung, um diese Leerstände zu reduzieren? Und was sind die konkreten Pläne für die Leo-Objekte, die anscheinend weiterhin ein großes finanzielles Loch in die Kassen der öffentlichen Hand reißen? Hessen könnte sicherlich klüger mit seinen Ressourcen umgehen. Die Diskussion über den Leerstand und die damit verbundenen Kosten ist aktueller denn je und sollte dringend in den Fokus gerückt werden.
