Leerstehende Hoffnungen: Bremens Kampf gegen den Wohnraummangel
In Bremen brodelt es. Leerstehende Immobilien werden zum Thema Nummer eins in der Stadt, und das hat seine Gründe. Egal, ob man an den beschaulichen Straßen der Schönhausenstraße entlangschlendert oder die belebten Ecken der Neustadt besucht – überall wird der Mangel an bezahlbarem Wohnraum spürbar. So wird auch die Nachbarschaft der Schönhausenstraße laut und unruhig. Seit 2024 wird gegen den Leerstand der Immobilien Schönhausenstraße 32 A und B protestiert. Diese beiden Gebäude waren einst als Studierendenwohnheim bekannt, bevor sie im März 2024 ihre Türen schlossen. Die Immobilien, die zum Sondervermögen der Universität Bremen gehören und unter Denkmalschutz stehen, sind stark sanierungsbedürftig. Nun sucht Immobilien Bremen im Auftrag des Landes Bremen nach einem Investor für die Objekte und das dazugehörige Grundstück.
Die Anwohner sind sich einig: Hier muss etwas geschehen! Mitglieder des Beirates Östliche Vorstadt unterstützen die Sanierungspläne und fordern, dass dringend bezahlbarer Wohnraum für Studierende und Auszubildende geschaffen wird. Es bleibt abzuwarten, wie die Wertempfehlung von GeoInfo ausfällt, die in Kürze erwartet wird. Nach Erhalt dieser Empfehlung könnte ein Verkauf an private Investoren oder Bauherren erfolgen. Doch die Sorgen um den Wohnraum in Bremen sind nicht neu.
Ein komplexes Problem
Seit 2021 versucht die Stadt Bremen, mit dem Wohnraumschutzgesetz dem Leerstand und der Zweckentfremdung von Wohnraum einen Riegel vorzuschieben. Doch die Realität sieht oft anders aus. Ein besetztes Haus in der Kornstraße, das seit mehreren Jahren leersteht, ist ein weiteres Beispiel für die angespannte Lage. Die Hausbesetzer fordern bezahlbare Mieten und weniger Leerstand. Der Hauseigentümer wiederum hat Anzeige gegen die Besetzer erstattet – ein klassischer Konflikt zwischen Mietern und Eigentümern, der in Bremen kein Einzelfall ist.
In den letzten Jahren wurden im Bauressort rund 340 Fälle wegen möglicher Zweckentfremdungen eingereicht. Etwa die Hälfte dieser Fälle wurde bereits geprüft, und in den meisten Fällen konnte kein Verdacht auf Zweckentfremdung bestätigt werden. Viele dieser Immobilien standen zum Verkauf oder befanden sich in der Sanierung. Aktuell sind noch rund 170 Immobilien in Prüfung. Das klingt nach viel Bürokratie, und das ist es auch. Bremer Bürger können Leerstände beim Ortsamt, Ordnungsamt oder direkt beim Bauressort melden, woraufhin das Referat Wohnungswesen in Zusammenarbeit mit dem Ordnungsdienst aktiv wird.
Ein Blick in die Zukunft
Die Problematik betrifft nicht nur die Schönhausenstraße oder die Neustadt, sondern zieht sich durch die gesamte Stadt. Besonders in Gröpelingen gibt es ein großes Problem mit sogenannten Problem-Immobilien. 2024 und 2025 wurden rund 140 Verdachtsfälle erfasst, wobei die meisten der betroffenen Objekte in den Stadtteilen wie Bahnhofsvorstadt, Tenever und Horn lokalisiert sind. Hier stehen 50 Immobilien seit mehr als sechs Monaten leer. Die städtische Gewoba hat bereits positive Beispiele hervorgebracht, indem sie einige dieser Immobilien übernommen hat, aber der Kampf gegen die Verwahrlosung bleibt hart.
Die Bremer SPD fordert sogar ein Upgrade des Baugesetzbuches, um schärfere Maßnahmen gegen Problem-Immobilien durchzusetzen. Falk Wagner von der SPD betont, dass Großwohnanlagen in kommunale Hände gehören sollten, um eine Lösung für die angespannte Wohnsituation zu finden. Doch bis es soweit ist, bleibt die Frage: Wie viel Zeit und Geduld können sich die Bremer Bürger leisten? Das Wohnraumschutzgesetz mag die Hoffnung auf Veränderung bringen, doch die Realität ist oft ein mühsames Ringen um Lösungen in einer Stadt, die auf Wachstum und Veränderung drängt.
