In einer schockierenden Wendung hat sich herausgestellt, dass Krankenkassen in Deutschland mehr als 170 Millionen Euro in Immobilienfonds verloren haben. Diese Gelder, die für die Gesundheit der Versicherten gedacht waren, scheinen nun in den Sand gesetzt worden zu sein. Berichten zufolge haben mindestens 17 Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigungen in fragwürdige Fonds investiert, ohne die Risiken richtig abzuschätzen. Ein echter Skandal, wenn man bedenkt, wie wichtig eine solide finanzielle Basis für die Gesundheitsversorgung ist.

Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) beispielsweise hat zwischen 2019 und 2022 ganze 50 Millionen Euro in einen bestimmten Verius-Immobilienfonds investiert. Das Ergebnis? Ein Verlust von schockierenden 96,3 Prozent! Es ist kaum fassbar, dass solche Entscheidungen getroffen wurden, ohne dass die Verantwortlichen sich intensiver mit den Risiken auseinandergesetzt haben. Der Finanzanalyst Stefan Loipfinger äußerte sich kritisch zu diesen Finanzinstrumenten, die offensichtlich nicht für Krankenkassen geeignet sind.

Risiken und Verluste

Die KVBW ist nicht allein. Auch andere Krankenkassen wie KKH, Pronova BKK und BKK Gildemeister Seidensticker haben tief in die Tasche gegriffen – und zwar nicht nur für ein paar Kröten. Insgesamt haben 28 Kassen und Kassenärztliche Vereinigungen mehr als 500 Millionen Euro in diese Fonds investiert. Ein gutes Stück Geld, das jetzt als „Totalverlust“ betrachtet wird. Die Kassenärztliche Vereinigung Hessen hat beispielsweise 30 Millionen Euro verloren, und die KV Schleswig-Holstein schätzt ihren Verlust auf 16 Millionen Euro. Das ist eine Menge Holz!

Jetzt wird es spannend: Die KVBW hat die Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank verklagt, weil man sich getäuscht fühlt. Die Vorwürfe beinhalten, dass die Finanzinstitute nicht ausreichend über die Risiken der Geldanlagen informiert haben. Ein heikles Thema, denn hier stehen nicht nur finanzielle Interessen auf dem Spiel, sondern auch das Vertrauen der Versicherten. Die Gerichte müssen nun klären, ob die Kassen und KVen tatsächlich zu große Risiken eingegangen sind oder ob sie in die Irre geführt wurden. Ein Verhandlungstermin am Landgericht Frankfurt ist bereits für Dezember angesetzt.

Das große Ganze

Die KVBW, KV Hessen, KKH und andere Kassen haben Klage beim Landgericht Frankfurt eingereicht. Man fragt sich, wie es soweit kommen konnte, dass Gelder, die für die gesundheitliche Versorgung von Menschen gedacht sind, in solch riskante Anlagen gesteckt wurden. Die gesetzlichen Vorgaben sehen vor, dass Gelder nur konservativ und risikoarm angelegt werden dürfen. Ein klarer Verstoß gegen die Vorschriften könnte hier vorliegen. Die KVBW äußert sich allerdings nicht zu den Fragen über die Prüfung dieser Investments oder deren Risiken – eine weitere rote Fahne in dieser schon jetzt als brisant geltenden Angelegenheit.

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Inmitten dieser Turbulenzen bleibt abzuwarten, welche Konsequenzen die Verantwortlichen zu tragen haben werden. Die Aufarbeitung dieser Verluste könnte nicht nur für die beteiligten Kassen und deren Vorstände, sondern auch für das gesamte Gesundheitssystem weitreichende Folgen haben.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter Spiegel.de und Tagesschau.de.