Historisches Atelierhaus geschenkt: Die Chance für kreative Umdenker im Landkreis Starnberg
Ein ganz besonderes Angebot sorgt derzeit für Aufsehen im Landkreis Starnberg: Ein historisches Atelierhaus in Gauting wird verschenkt. Das Gebäude, das im Jahr 1928 nach den Plänen des renommierten Architekten Richard Riemerschmid erbaut wurde, bietet auf etwa 100 Quadratmetern eine faszinierende Gelegenheit für Liebhaber historischer Architektur. Allerdings gibt es einen kleinen Haken: Verschenkt wird nur das Haus selbst, nicht das Grundstück, auf dem es steht.
Interessierte müssen das Atelierhaus selber abbauen, abholen und an einem neuen Standort wieder aufbauen. Dabei ist es wichtig zu beachten, dass das Einlagern der Bauteile nicht erlaubt ist. Der Denkmalschutz verlangt eine fachgerechte Wiedererrichtung, und der neue Standort muss über das notwendige Baurecht für eine Grundfläche von etwa 10 x 10 Metern verfügen. Die Kosten für den Abbau und den Wiederaufbau des Hauses werden auf schätzungsweise 50.000 Euro beziffert, weitere Aufwendungen für Fundament, Wasser und Strom könnten am neuen Standort zwischen 100.000 und 150.000 Euro betragen.
Eine Chance für Architektur-Enthusiasten
Das Angebot zieht bereits rund 30 Interessenten an, obwohl es anfänglich nur im Kundenstamm des Maklerunternehmens beworben wurde. Der Grund für das Verschenken des Hauses ist ein Erbfall: Zwei Schwestern müssen hohe Erbschaftssteuern zahlen und haben sich entschlossen, das Grundstück zu verkaufen, auf dem das Atelierhaus steht. Das Haus blockiert nämlich das Baurecht für mögliche Neubauten, was die Entscheidung zusätzlich beeinflusst hat.
Richard Riemerschmid gilt als bedeutender Vertreter des Münchner Jugendstils, bekannt für seine klaren Formen und die Verwendung natürlicher Materialien. Das Atelierhaus besticht durch seine Holzständerbauweise und hellen Räume. Eine mögliche zukünftige Nutzung könnte der Wiederaufbau im Garten eines Schlosses als Eventlocation sein. Diese kreative Idee zeigt das Potenzial, das in diesem historischen Bauwerk steckt.
Finanzielle Überlegungen und Denkmalschutz
Für viele könnte dieses Angebot eine kostengünstigere Alternative zu einem Neubau sein, insbesondere wenn man die aktuellen Immobilienpreise in der Region betrachtet. Ein Einfamilienhaus in München kostet pro Quadratmeter rund 12.000 Euro, bei 200 Quadratmetern sind das stolze 2,4 Millionen Euro. Im Vergleich dazu bietet das Atelierhaus eine einzigartige Möglichkeit, historische Architektur zu erhalten und gleichzeitig den finanziellen Aufwand in Grenzen zu halten.
Doch die finanzielle Investition ist nicht zu unterschätzen. Neben den Kosten für Abbau und Wiederaufbau sollten Interessenten auch die weiteren Ausgaben für die Erschließung des neuen Standorts berücksichtigen. Der Denkmalschutz spielt dabei eine entscheidende Rolle, denn die korrekte Wiedererrichtung wird genau überprüft. Wer sich für dieses Projekt interessiert, sollte also nicht nur Geduld, sondern auch die nötigen finanziellen Mittel mitbringen.
Wer mehr über die steuerlichen Vorteile bei denkmalgeschützten Gebäuden erfahren möchte, kann sich auf Haufe weiter informieren.
