Gehrys Vermächtnis: Die Vision zweier Türme für Toronto
Der legendäre Architekt Frank Gehry, der im Dezember 2022 im Alter von 96 Jahren verstorben ist, hinterlässt ein beeindruckendes Erbe in Toronto. Die Stadt, in der er geboren wurde und seine Kindheit verbrachte, wird bald zwei markante Wohntürme tragen, die nach seinem Tod vollendet werden sollen. Diese Türme sind nicht nur ein architektonisches Meisterwerk, sondern auch Teil einer umfassenden Ausstellung über Gehrys Lebenswerk.
Der erste Spatenstich für die Türme, die mit Höhen von 73 und 84 Stockwerken aufwarten, fand 2023 statt. Gemeinsam bieten sie mehr als 2000 Wohnungen und sollen eine bedeutende Rolle im Wandel Torontos hin zu vertikalem Wohnen spielen. Um den Anforderungen der aktuellen Baukrise in Nordamerika gerecht zu werden, müssen vor Baubeginn mindestens 75 % der Fläche verkauft sein. Es ist geplant, dass der kleinere der beiden Türme zuerst errichtet wird.
Ein Hauch von Gehry in Toronto
Die Fassade der Türme wird aus hochreflektierendem Glas bestehen, das von einem deutschen Hersteller geliefert wird. Auch die Stahlpaneele stammen von der italienischen Gruppe Permasteelisa. Gehry, der ursprünglich drei Türme entworfen hatte, reduzierte seine Vision auf zwei, um den architektonischen Anforderungen und Wünschen der Stadt gerecht zu werden. Diese Entscheidung zeigt, wie sehr Gehry darauf bedacht war, die Identität und Einzigartigkeit Torontos zu respektieren.
Die kleinste Wohnung im Ostturm wird für 760.000 kanadische Dollar (etwa 475.000 Euro) angeboten. Ein besonderes Highlight wird eine Kupferskulptur im Eingangsbereich sein, die einen Ahornbaum symbolisiert – ein Anzeichen für Gehrys tiefe Verbundenheit mit seiner Heimat. Die Innenräume der Türme sollen eine warme Atmosphäre ausstrahlen, geprägt von kanadischem Holz und Naturstein.
Eine dynamische Ergänzung der Skyline
Mit Blick auf die Skyline Torontos hat Gehry betont, dass die beiden Türme ihre eigene Persönlichkeit haben und miteinander kommunizieren sollen. Es wird erwartet, dass die Fassade in sich verdreht ist und die Licht- und Farbspiele der Stadt reflektiert. Mit dieser Vision möchte Gehry die Stadt Toronto stolz machen und eine dynamische Ergänzung zur urbanen Landschaft schaffen.
Die Stadtregierung von Toronto hat Gehrys Vision aktiv unterstützt und wünschte sich keinen typischen Glasturm. Dies zeigt, wie wichtig der Stadt eine kreative und ansprechende Architektur ist, die über das Gewöhnliche hinausgeht. Mitchell Cohen, COO der Baugesellschaft Westdale, hat die Anforderungen der Stadt betont und dabei geholfen, Gehrys Konzept zu realisieren.
Insgesamt wird der Bau der Gehry-Türme nicht nur ein architektonisches Highlight darstellen, sondern auch einen wichtigen Schritt in der Entwicklung Torontos als moderne Metropole markieren. Der Bau, unterstützt von David Mirvish, einem langjährigen Freund Gehrys und Produzenten, wird sicherlich ein neues Kapitel in der Geschichte der Stadt aufschlagen.
Für weitere Informationen zu diesem faszinierenden Projekt können Sie die Quellen hier sowie hier einsehen.
