Mit der Einführung des Deutschlandtickets wird die Nutzung des Nahverkehrs für viele Verbraucher:innen in Deutschland erleichtert. Insbesondere Gelegenheitsnutzer:innen hatten bisher Schwierigkeiten beim Fahrscheinkauf, was den Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln erschwert hat. Daher hat das Gutachten des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) ein rein zeitbasiertes Tarifmodell empfohlen, um die bestehenden Probleme zu lösen. Dieses neue Tarifsystem soll bundesweit gelten und sich an der Nutzungsdauer orientieren, unabhängig von Strecke oder Verkehrsverbund.

Das Ziel des neuen Ansatzes ist es, Tarifgrenzen und die unterschiedlichen Verkehrsverbünde überflüssig zu machen. Laut der Analyse wird die aktuelle Tariflandschaft in Deutschland als heterogen angesehen, da es über 80 Tarif- und Verkehrsverbünde gibt. Unterschiedliche Tarifsysteme und Beförderungsbedingungen schaffen Hindernisse beim Ticketkauf und tragen nicht zur Attraktivität des Nahverkehrs bei.

Einheitlicher Tarif hilft Verbrauchern

Das vorgeschlagene einheitliche Tarifsystem könnte den Nahverkehr deutlich attraktiver machen. Ergänzend zum Deutschlandticket sollen Kurzzeit-Tickets für kürzere Fahrten angeboten werden. Um den Ticketkauf einfacher zu gestalten, sollen die neuen Tickets sowohl digital, am Automaten als auch am Schalter erhältlich sein. Das Gutachten von Ramboll Management Consulting und civity schlägt vor, Fahrkarten mit Gültigkeitsdauern von 15 Minuten bis 24 Stunden anzubieten.

Eine flächendeckende Umsetzung des neuen Systems wird als notwendig erachtet, um den Bedürfnissen einer breiten Nutzergruppe gerecht zu werden, einschließlich derjenigen, die sporadisch unterwegs sind. Ein solches tarifliches Rahmenwerk könnte dazu beitragen, die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zu steigern und damit auch die umweltschonenden Mobilitätsalternativen zu fördern.