In Deutschland hat die Teilzeitarbeit in den letzten Jahren stark zugenommen. Aktuell liegt die Teilzeitquote unter den abhängig Beschäftigten bei beeindruckenden 31,9 Prozent. Das ist nicht nur eine Zahl, sondern spiegelt eine Entwicklung wider, die viele Lebensrealitäten betrifft. Menschen entscheiden sich oft aus Gründen wie Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen oder einfach dem Wunsch nach mehr Lebensqualität für eine Teilzeitstelle. Das klingt ja alles ganz schön, oder? Aber was viele nicht wissen: Teilzeitarbeit hat ganz schön heftige Auswirkungen auf die Finanzen, vor allem wenn es um die Rente geht.

Ein wesentliches Problem ist der Verdienst. Wer in Teilzeit arbeitet, muss oft mit einem geringeren Gehalt rechnen, was sich direkt negativ auf die Rentenansprüche auswirkt. Die gesetzliche Rente wird anhand der gesammelten Rentenpunkte berechnet, die sich nach dem Einkommen im Vergleich zum Durchschnittsverdienst richten. Ein Beispiel: Ein Vollzeitverdiener, der das durchschnittliche Bruttojahresgehalt von 51.944 Euro erzielt, bekommt jährlich einen Rentenpunkt. Ein Teilzeitbeschäftigter, der nur 50 Prozent des Durchschnitts verdient, erhält lediglich 0,5 Punkte. Das summiert sich über die Jahre und kann zu einer erschreckend niedrigen Rente führen.

Die „Teilzeitfalle“

Die Realität sieht oft so aus: Nach 30 Jahren Teilzeitarbeit sammeln Betroffene nur 15 Rentenpunkte. Das könnte ab Juli 2026 zu einer monatlichen Rente von etwa 638 Euro führen – das sind nicht unbedingt die rosigen Aussichten, die man sich wünscht. Die sogenannte „Teilzeitfalle“ beschreibt genau diesen langfristigen Effekt: Geringere Arbeitszeiten führen zu weniger Rentenpunkten und damit zu geringeren Rentenansprüchen. Besonders betroffen sind Menschen, die aus familiären oder gesundheitlichen Gründen ihre Arbeitszeit reduzieren.

Aber es gibt auch Lichtblicke! Arbeitnehmer sollten sich bei der Deutschen Rentenversicherung über mögliche Einbußen beraten lassen. Ein Vorschlag von Arbeitsrechtsanwältin Miruna Xenocrat ist, bei der Teilzeitvereinbarung um eine Gehaltserhöhung zu bitten. Das klingt nach einem cleveren Schachzug, um finanzielle Einbußen zu minimieren. Zudem gibt es Möglichkeiten, die Rentenansprüche trotz Teilzeit zu verbessern: Es lohnt sich, den Rentenverlauf regelmäßig zu prüfen, freiwillige Beiträge zu zahlen oder eine betriebliche Altersvorsorge zu nutzen. Vielleicht auch einen ETF-Sparplan oder Riester-Vertrag in Betracht ziehen – eine gute Altersvorsorge ist immer wichtig, egal in welcher Lebensphase.

Altersteilzeitarbeit als Option

Ein weiteres Thema ist die Altersteilzeitarbeit, die für Arbeitnehmer ab 55 Jahren gedacht ist. Hier dürfen die Betroffenen ihre Arbeitszeit auf die Hälfte reduzieren – eine Möglichkeit, den Übergang in den Ruhestand sanfter zu gestalten. Allerdings müssen auch hier einige Voraussetzungen erfüllt sein. Arbeitgeber sollten das Regelarbeitsentgelt um mindestens 20 Prozent aufstocken und zusätzlich Rentenversicherungsbeiträge zahlen. Das kann für viele eine gute Lösung sein, um die finanzielle Lücke zu schließen, die Teilzeitarbeit mit sich bringt.

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Letzten Endes ist es wichtig, die eigene Situation regelmäßig zu bewerten. Wer Teilzeit arbeitet, sollte auch die Altersvorsorge im Blick behalten. Schließlich zählen nicht nur die letzten Jahre vor der Rente, alle Versicherungszeiten sind relevant. Ein bisschen Weitsicht und Planung können hier Wunder wirken. Das Ziel sollte sein, auch im Alter finanziell gut dastehen zu können – denn keiner möchte im Ruhestand auf der Strecke bleiben, oder?