Hitzewelle im Anmarsch: Bremen rüstet sich mit einem innovativen Hitzeaktionsplan
Die ersten warmen Tage zeigen sich in Bremen, und die Temperaturen steigen bereits auf fast 30 Grad. Der Sommer ist noch nicht einmal richtig da, doch die erste Hitzewarnung für die Stadt steht noch aus. Das bringt uns zum Nachdenken, denn es ist nicht nur die Hitze, die uns herausfordert. Die kommenden Jahre versprechen eine Zunahme von hohen Temperaturen und Hitzewellen, die uns nicht nur im Sommer, sondern auch in anderen Jahreszeiten begleiten werden. Die Gesundheit der Menschen ist dabei das größte Risiko – Hitze gilt als das größte klimabedingte Gesundheitsrisiko.
Um dieser Herausforderung zu begegnen, hat der Bremer Senat den Hitzeaktionsplan für Bremen und Bremerhaven ins Leben gerufen. Der Plan, der im September 2024 beschlossen wurde, enthält gleich 26 Maßnahmen, die in fünf Bereichen gegliedert sind: von Strukturbildung über Risikokommunikation bis hin zu klimaangepasster Stadtentwicklung. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der gesundheitlichen Chancengerechtigkeit, denn gerade vulnerable Gruppen sollen besser geschützt werden.
Ein neues Hitzeportal für Bremen
Ein zentrales Element dieses Plans ist das neu gestartete Hitzeportal. Diese Informationsplattform bietet aktuelle Hinweise, Verhaltensempfehlungen und Hintergrundinformationen zu Hitzewellen. Die Karte mit kühlen Orten und das Verzeichnis aller Trinkwasserstellen in Bremen und Bremerhaven sind echte Anlaufstellen, um sich an heißen Tagen zu orientieren. Am Hitzeaktionstag, der für den 11. Juni geplant ist, wird das Hitzeportal auf Werbetafeln in Bremen beworben – ein kleiner, aber feiner Schritt für mehr Bewusstsein.
Die Koordinierungsstelle im Gesundheitsamt Bremen, die durch EU-Fördermittel finanziert wird, sorgt dafür, dass der Plan auch tatsächlich ins Rollen kommt. Sie bietet geplante Weiterbildungsangebote für Pflegekräfte und Ehrenamtliche an, damit diese im Ernstfall gut gewappnet sind. Das überarbeitete Hitzeknigge, welches Ratschläge und lokale Hilfsangebote bereitstellt, ist ebenfalls ein wichtiger Baustein, der im Gesundheitsamt und in Bremerhaven erhältlich ist.
Ein Blick über die Grenzen Bremens hinaus
Die Problematik ist jedoch nicht auf Bremen und Bremerhaven beschränkt. Seit den 1970er Jahren beobachten wir in Deutschland eine Zunahme von Hitzewellen. Die Europäische Umweltagentur warnt vor einer weiteren Intensivierung und Häufigkeit dieser Phänomene. Die Gefährdung der menschlichen Gesundheit durch Hitze bleibt selbst bei einem schwachen Klimawandel bestehen. In den kommenden Jahren werden extrem heiße Sommer, ähnlich den Jahren 2003, 2018, 2019 und 2022, erwartet.
Ein bundesweiter Hitzeaktionstag, der am 11. Juni gefeiert wird, thematisiert die gesundheitlichen Risiken von Hitze. In Bremen stehen an diesem Tag verschiedene Veranstaltungen auf dem Programm, darunter Fortbildungen für Fachkräfte und Infoveranstaltungen. Ein Klimaspaziergang durch die Bremer Innenstadt am 10. Juni lädt alle Interessierten ein, sich aktiv mit dem Thema auseinanderzusetzen. Wir sind gefordert, uns diesen Herausforderungen zu stellen – gemeinsam und solidarisch.
Die Idee eines Hitzeaktionsplans ist nicht neu. Bereits nach dem Hitzesommer 2003 wurden solche Pläne von der WHO empfohlen. Aktuell zeigt ein Forschungsprojekt, wie wichtig diese Pläne sind, insbesondere für ältere Menschen und Frauen. Über 90% der Kommunen sind sich einig: Hitzeaktionspläne sind hilfreich. Dennoch hat nur eine Handvoll Kommunen solche Pläne tatsächlich umgesetzt – ein klarer Aufruf zur Action!
In einer Welt, die sich stetig verändert, ist es wichtig, dass wir uns nicht nur um kurzfristige Lösungen kümmern, sondern auch um nachhaltige Strategien, die uns und unseren Mitmenschen durch die heißen Tage helfen. Die Zeit zum Handeln ist jetzt.
