Heute ist der 29.05.2026. Wenn man sich die finanzielle Lage der Kommunen in Deutschland ansieht, wird einem ganz schön mulmig. Über zwei Drittel der Gemeinden bewerten ihre Finanzen als eher schlecht – ein alarmierendes Signal, das nicht ignoriert werden kann. Mehr als 44 Prozent der Kommunen haben sogar die Note „mangelhaft“ vergeben, während 25 Prozent sich mit einem „ausreichend“ zufrieden geben mussten. Der Trend ist eindeutig: Die Aussichten für 2024 sind nicht rosig, denn 60 Prozent der Kommunen bewerten ihre Finanzlage als „ausreichend“ oder „mangelhaft“, was im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg darstellt.

Und das ist noch nicht alles. Bei einer Befragung des KfW-Kommunalpanels (übrigens, das wird seit 2009 regelmäßig durchgeführt) gaben vier von fünf Kommunen an, dass sie eine eher nachteilige oder sogar sehr nachteilige Entwicklung ihrer Finanzen für das laufende Jahr erwarten. Ein düsteres Bild, das durch die Tatsache verstärkt wird, dass 91 Prozent der Kommunen für die nächsten fünf Jahre mit einer negativen Entwicklung rechnen. Auf die Frage nach den Ursachen sind die Antworten klar: steigende Kosten für soziale Leistungen und Tarifsteigerungen machen es den Gemeinden schwer, während die Einnahmen stagnieren. Eine strukturelle Unterfinanzierung, die im letzten Jahr einen historischen Tiefpunkt von -24,3 Milliarden Euro erreicht hat, lässt grüßen.

Investitionen und Rückstände

Da gibt es noch die leidige Sache mit dem Investitionsrückstand, der laut dem KfW-Kommunalpanel mittlerweile bei etwa 215,74 Milliarden Euro liegt. Ein Anstieg um 15,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – das sind fast 30 Milliarden Euro! Besonders betroffen sind die Bereiche Schulen und Brand- und Katastrophenschutz, wo die Rückstände stetig wachsen. Die Kommunen haben also nicht nur Schulden, sie müssen auch dringend in ihre Infrastruktur investieren. Aber woher das Geld nehmen? Das Sondervermögen des Bundes für Infrastruktur und Klimaneutralität wird von vielen als „willkommene Unterstützung“ wahrgenommen. Immerhin planen 22 Prozent der Kommunen, bis 2026 mehr zu investieren, und 38 Prozent bis 2027.

Die Verteilung der Mittel aus diesem Sondervermögen ist jedoch oft umstritten. Durchschnittlich möchten die Gemeinden 24 Prozent für Schulen, 22 Prozent für Straßen und 18 Prozent für den Brand- und Katastrophenschutz verwenden. Aber die Komplexität und der Personalaufwand bei der Nutzung von Förderprogrammen machen es den Kommunen nicht einfach. Viele fordern daher strukturelle Vereinfachungen. Und zu allem Überfluss erwarten 58 Prozent der Kommunen, dass die Kreditfinanzierung in Zukunft eine immer größere Rolle spielen wird. Ein Teufelskreis, könnte man sagen.

Ein Blick in die Zukunft

Die Finanzlage der Gemeinden könnte nicht nur für die kommunalen Verantwortlichen besorgniserregend sein, sondern hat auch weitreichende Auswirkungen auf den sozialen Zusammenhalt. Kommunen tragen über 50 Prozent der öffentlichen Investitionen. Wenn hier die Mittel fehlen, leidet nicht nur die Infrastruktur, sondern auch das gesellschaftliche Miteinander. Mit einem Rekord von 52 Milliarden Euro an kommunalen Investitionen im Jahr 2024 wird zwar viel Geld ausgegeben, aber der Investitionsstau wächst weiterhin. Hohe Inflationsraten in der Baubranche belasten zusätzlich die Ausgaben, und die Notwendigkeit, in Klimaanpassung zu investieren, kann von den Kommunen nicht allein gestemmt werden.

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Dr. Henrik Scheller vom Deutschen Institut für Urbanistik bringt es auf den Punkt: Die finanziellen Spielräume der Kommunen sind eng, und es wird eine grundlegende Reform der Kommunalfinanzen gefordert. Das Sondervermögen deckt nur einen Teil der notwendigen Investitionen ab. Ein gemeinsames Bund-Länder-Sondervermögen oder ein privat-öffentlicher Transformationsfonds werden als mögliche Lösungen diskutiert. Die strukturellen Probleme, insbesondere bei den Sozialausgaben, sind jedoch ungelöst und erfordern dringend Maßnahmen zur Anpassung der Steuerverteilung sowie eine Reform der kommunalen Gewerbesteuer.

Die Zeichen stehen auf Sturm, und es bleibt abzuwarten, wie die Kommunen in dieser herausfordernden Zeit bestehen können.