ETFs im Wandel: Warum Anleger jetzt genauer hinschauen sollten
Die Welt der ETFs ist ein schillerndes, aber auch herausforderndes Terrain. Bei der Frage um die Schließungen dieser beliebten Anlageinstrumente wird schnell klar: Hier gibt es einiges zu bedenken. Gerade in den USA war 2025 ein Jahr mit vielen Veränderungen. Insgesamt 230 ETFs wurden aufgelöst – eine bunte Mischung aus 146 aktiven und 86 passiven Produkten. Ein Blick auf die Zahlen offenbart, dass die durchschnittliche Lebensdauer geschlossener aktiver ETFs nur 1,75 Jahre betrug. Da fragt man sich doch, was da los ist, oder?
In der Tat sind ETF-Schließungen kein Einzelfall, sondern ein regelmäßiger Prozess im Markt. In Europa hingegen sieht die Lage etwas anders aus. Hier sind Auflösungen seltener, was unter anderem an der noch jungen Marktstruktur liegen könnte. Die durchschnittliche Lebensdauer liquidierter europäischer ETFs liegt bei etwa vier Jahren. Ein entscheidender Grund für die Schließung ist häufig die fehlende Wirtschaftlichkeit. Um das in Zahlen zu fassen: Die typischen Fixkosten eines US-ETFs betragen rund 250.000 US-Dollar pro Jahr. Ein ETF muss also ordentlich laufen, um sich zu tragen. Ein Break-Even-Volumen von etwa 33 Millionen US-Dollar wird benötigt, um auf der sicheren Seite zu sein.
Schließungsrisiko und strategische Überlegungen
Betrachtet man die geschlossenen US-ETFs im Jahr 2025, wird deutlich, dass nur sechs von 150 geschlossenen Fonds ein Vermögen von über 50 Millionen US-Dollar hatten. Das zeigt, wie wichtig das Fondsvolumen ist. ETFs, die dauerhaft unter 50 Millionen US-Dollar bleiben, haben ein deutlich erhöhtes Schließungsrisiko. Besonders betroffen sind Nischen- und Kurzzeit-Strategien, ganz gleich, ob es sich um gehebelte Produkte oder inverse Ansätze handelt. Thematische ETFs, die sich auf eng abgegrenzte Sektoren konzentrieren, sind ebenfalls gefährdet. Dagegen haben breit gestreute ETFs auf bekannte Indizes historisch gesehen höhere Chancen auf Stabilität.
In Deutschland regeln die Vorgaben des Kapitalanlagegesetzbuchs (KAGB) den Ablauf von ETF-Schließungen. Anleger müssen über die Auflösung unverzüglich informiert werden, und die Kündigungsfrist für die Verwaltung eines Sondervermögens beträgt sechs Monate. Das bedeutet, dass es genügend Zeit gibt, um auf diese Veränderungen zu reagieren. Der Liquidationspreis hängt dabei vom Kurs der enthaltenen Werte zum Abwicklungsstichtag ab. Ein gewisses Timing ist also gefragt, um den optimalen Ausstiegspunkt zu wählen und genügend Flexibilität für Reinvestitionen zu behalten.
Die Rolle der Sicherheit und Diversifikation
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Sicherheit der verschiedenen ETF-Arten. Anleihen-ETFs, die häufig Staatsanleihen abbilden, bieten unterschiedliche Sicherheitsniveaus, abhängig von der Bonität der Emittenten. Geldmarkt-ETFs sind in der Regel weniger schwankungsanfällig und reagieren direkt auf das Zinsniveau. Das hat seine Vor- und Nachteile. Höhere Leitzinsen führen zu attraktiven Renditen, während niedrige Zinsen oft geringere Erträge nach sich ziehen.
Rohstoff-ETFs hingegen gibt es in zwei Hauptvarianten: Aktien-ETFs und Future-ETFs. Während erstere einen Aktienindex der Rohstoffbranche nachbilden, nutzen letztere Warenterminkontrakte. Das führt zu einer höheren Schwankungsanfälligkeit. Dabei ist die Überlegung, Rohstoffe zur Risikostreuung im Aktien-Portfolio beizumischen, zwar interessant, wird aber oft als zu kompliziert angesehen.
Gesamt betrachtet, bleibt die Aufmerksamkeit der Anleger entscheidend. Diversifikation über mehrere Anbieter kann das Klumpenrisiko senken, und eine laufende Beobachtung von AUM, Performance und Handelsliquidität ist unerlässlich. Hinweise auf Schließungen finden sich im Bundesanzeiger oder auf dauerhaften Datenträgern, was ausreichend Zeit für geordnete Schritte gibt.
