Am 7. November 2025 hat Friedrich Merz, der Vorsitzende der CDU, alarmierende Aussagen zur Lage der deutschen Stahlindustrie gemacht. Nach einem Treffen mit Vertretern der Branche beschrieb er die Situation als „existenzbedrohende Krise“. Merz kündigte an, dass die Bundesregierung die heimischen Stahlhersteller unterstützen werde, auch wenn dies von der traditionellen Wirtschaftspolitik der CDU abweicht. Ein zentrales Element dieser Unterstützung ist die Einführung schneller Schutzzölle gegen chinesischen Billigstahl, die ab einer Menge von 18,3 Millionen Tonnen, statt wie bisher ab 30,5 Millionen Tonnen, gelten sollen.

Die geplanten Zölle sollen sich sogar auf 50 Prozent verdoppeln. Hintergrund dieser Maßnahmen ist Chinas Überproduktion von Stahl, die stark subventioniert wird. Merz weist darauf hin, dass die Zeiten, in denen der Kauf von günstigem chinesischen Stahl als Vorteil galt, endgültig vorbei sind. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass viele deutsche Stahlwerke nicht ausgelastet sind, Verluste schreiben und zunehmend Stellen abbauen müssen.

EU-Maßnahmen zur Unterstützung der Stahlindustrie

Die EU-Kommission arbeitet parallel an neuen Maßnahmen, um die europäische Stahlindustrie zu schützen. Die Branche wird als schützenswert erachtet, da sie für die Wirtschaft von großer Bedeutung ist und zahlreiche Arbeitsplätze schafft. Stahl ist nicht nur ein zentraler Werkstoff in Autos und Häusern, sondern spielt auch eine wichtige Rolle bei Windrädern und Bahntrassen. Deutschland ist als größter Stahlproduzent innerhalb der EU entscheidend für die Branche.

Die EU steht jedoch vor einer Herausforderung: Die Stahlproduktion ist seit 2010 rückläufig. 2024 wurden nur noch etwa 130 Millionen Tonnen Stahl produziert, im Vergleich zu 170 Millionen Tonnen im Jahr 2010. Zudem sank die Rohstahlproduktion in Deutschland im ersten Halbjahr 2025 um fast 12 Prozent auf 17,1 Millionen Tonnen. Die Nachfrage nach Stahl in der EU ist ebenfalls gesunken, könnte jedoch wieder ansteigen, wenn die richtigen Maßnahmen ergriffen werden.

Die EU plant, als Reaktion auf die US-amerikanischen Zölle von 50 Prozent auf europäischen Stahl, eigene Zölle zu erhöhen. Kritiker warnen, dass die Situation durch Chinas übermäßige Stahlproduktion, bei der Preise durch starke staatliche Subventionen gedrückt werden, noch verschärft wird. Um dem entgegenzuwirken, fordert die Stahlbranche robuste Schutzmaßnahmen der EU gegen die Umleitung von Stahlimporten aus China.

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Merz betonte, dass die deutsche Regierung auch Subventionen zur Senkung der Energiekosten für die Stahlkonzerne plant und dass es das Ziel ist, Infrastrukturprojekte zunehmend mit europäischem Stahl zu realisieren, anstatt auf die günstigsten Importe zurückzugreifen. Vizekanzler Lars Klingbeil fügte hinzu, dass mehr „europäischer Patriotismus“ erforderlich sei, um die heimische Industrie zu stärken. Diese Maßnahmen hängen jedoch von der Zustimmung der EU ab, was als große Herausforderung angesehen wird. Mögliche Widerstände könnten insbesondere von den Autoherstellern kommen, die auf günstigen Stahl angewiesen sind. Experten warnen, dass die Unabhängigkeit der deutschen Stahlindustrie auch zu höheren Preisen für viele Produkte führen könnte.

In einem anderen Bereich, der weit entfernt scheint, wird in Kanada auf ein Gerichtsurteil gewartet, das Manoj Govindbalunikam betrifft. Er hat sich wegen der Entführung eines Kindes schuldig bekannt. Der Vorfall ereignete sich im August 2023 in Ontario. Sein Anwalt fordert eine bedingte Entlassung, während die Staatsanwaltschaft eine zwei Jahre dauernde Haftstrafe verlangt. Das Gericht wird am 19. November 2025 das Urteil verkünden.