Es ist schon ein bisschen schräg, wenn man darüber nachdenkt, was der ehemalige US-Präsident Donald Trump in der letzten Zeit so alles angestellt hat. Auf seinem sozialen Netzwerk Truth Social hat er munter Firmen beworben, deren Aktien er kurz zuvor gekauft hat. Laut einem Bericht von CNN hat Trump in über 20 Fällen solche Posts verfasst. Ein besonders aufschlussreiches Beispiel: Er kaufte Aktien von Nvidia im Wert von bis zu 500.000 Dollar, bevor er bekannt gab, dass die Genehmigung für den Bau von KI-Supercomputern in den USA beschleunigt wird. Das kann man sich mal auf der Zunge zergehen lassen!

Das Weiße Haus hat sich zwar bemüht, Trumps Verhalten zu rechtfertigen. Man betont, dass er sein Amt nicht zu seinem persönlichen Vorteil nutzt und dass die Aktiengeschäfte von externen Vermögensverwaltern erledigt werden. Aber, und das ist ein großes Aber, Trump hat keinen Blind Trust eingerichtet. Das bedeutet, dass er sehr wohl über seine Käufe informiert sein könnte. Die Frage bleibt: Wusste er, was er tat, als er diese Beiträge postete? Unklar. Die Sache ist kompliziert, und es gibt auch Vorwürfe, dass Trump Aktienkurse auf andere Weise manipuliert haben könnte, etwa durch Zollankündigungen, die zu plötzlichen Kursrückgängen führten.

Ein Netz aus Verwicklungen

Im Jahr 2025 hat Trump mehr als 6.000 Beiträge auf Truth Social veröffentlicht, während seine Manager über 20.000 Aktienkäufe getätigt haben. Das ist schon eine beeindruckende Zahl, oder? In einer Analyse von CNN wurde festgestellt, dass er mindestens 44 Käufe von 21 Unternehmen getätigt hat, bevor er positive Nachrichten über diese Firmen postete. Das lässt sich natürlich nicht ignorieren. Er kaufte nicht nur Nvidia-Aktien, sondern auch von anderen großen Playern wie Tesla, GE Aerospace, Eli Lilly und Apple. Immer schön im Takt mit seinen Posts, als wäre das ein geübter Tanz.

Aber das ist noch nicht alles. Trump hatte auch Aktienkäufe, gefolgt von negativen Posts über die Firmen – das lässt Fragen aufkommen. Kritiker und Regierungsbeobachter äußern Bedenken über mögliche Interessenkonflikte aufgrund dieser Trading- und Posting-Aktivitäten. Man sollte meinen, dass Transparenz das A und O ist, gerade wenn es um öffentliche Ämter geht. Während in Frankreich Minister:innen verpflichtet sind, ihre Vermögen offenzulegen, gibt es in Deutschland kaum ähnliche Regelungen.

Die deutsche Perspektive

Hierzulande sieht die Sache ganz anders aus. In Deutschland müssen Abgeordnete Unternehmensbeteiligungen nur ab einer Schwelle von fünf Prozent offenlegen. Das bedeutet, dass große Aktienpakete, etwa von Google oder Amazon, nicht erfasst werden, wenn sie in kleinen Tranchen gehalten werden. Ein Beispiel dafür ist Friedrich Merz, der Bundeskanzler, der 150.000 Aktien von Stadler hält, aber nicht offenlegen muss, weil er unter der 5-Prozent-Schwelle liegt. Ein bisschen merkwürdig, oder?

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In dieser Hinsicht sind die deutschen Politiker nicht besser als Trump, wenn es um die Offenlegung geht. Die Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hat Optionen im Wert von 3.000 Euro an einem schwedischen Energieunternehmen, und auch andere Minister:innen schweigen zu ihren Beteiligungen. Die Bedenken über Interessenkonflikte sind allgegenwärtig, und es bleibt abzuwarten, ob die Debatten über eine strengere Regulierung tatsächlich zu Veränderungen führen.

In einer Zeit, in der Transparenz mehr denn je gefordert wird, könnte man sich fragen, ob wir es hier mit einem System zu tun haben, das Reformen nötig hat. Die Diskussion um Aktienhandel im politischen Raum wird sicherlich nicht so schnell abflauen – und das ist vielleicht auch gut so.