RTL im Wandel: Strategische Neuausrichtung und Hoffnung im Streaminggeschäft
Heute ist der 18.05.2026, und während die Börse auf Hochtouren läuft, gibt es Neuigkeiten aus dem Hause RTL, die uns aufhorchen lassen. Die RTL-Aktie hat in letzter Zeit an Wert verloren und ist auf ein 52-Wochen-Tief von 29,25 Euro gefallen. Im Vergleich zum Monat zuvor hat sich der Wert um fast 22 Prozent reduziert. Der Schlusskurs am Freitag betrug 29,75 Euro, und damit liegt er unter der kritischen 200-Tage-Linie von 35,15 Euro. Das sieht nicht gerade rosig aus!
Um die Lage etwas zu entspannen, hat das Unternehmen ein Aktienrückkaufprogramm ins Leben gerufen. Bis zu 483.180 eigene Aktien sollen seit Anfang Mai erworben werden, mit einem Volumen von fast 16 Millionen Euro. Der maximale Kaufpreis ist auf 33 Euro gedeckelt. Der Sinn hinter dieser Maßnahme? Nun, es geht darum, variable Kaufpreiskomponenten aus früheren Übernahmen, wie beispielsweise Sky Deutschland, zu begleichen. Das Streaming-Geschäft hat immerhin einen Lichtblick: Es hat die Gewinnzone erstmals erreicht. Das ist doch mal ein kleiner Silberstreif am Horizont!
Werbeerlöse und Marktentwicklung
<pTrotz dieser positiven Entwicklungen sieht es im klassischen Fernsehen nicht so gut aus. Die Werbeerlöse im ersten Quartal sind um rund 6,5 Prozent gefallen. In der werberelevanten Zielgruppe hat RTL einen Marktanteil von 26,8 Prozent, doch Analysten von JPMorgan stufen die Aktie auf „Sell“ und belassen das Kursziel bei 30 Euro. Das klingt nach einer gewissen Skepsis, oder nicht?
Wie sieht es denn mit den Zahlen für das Gesamtjahr aus? Der Vorstand peilt einen Umsatz von bis zu 6,2 Milliarden Euro an. Das bereinigte operative Ergebnis soll bei etwa 725 Millionen Euro liegen. Nach der Dividende von 5,50 Euro je Aktie beträgt die Nettoverschuldung 73 Millionen Euro. Man darf gespannt sein auf die Halbjahreszahlen, die im August veröffentlicht werden.
Ein neues Kapitel für RTL
Aber das ist noch nicht alles. Im Mai gab es einen Wechsel an der Spitze der RTL Group: Thomas Rabe wird von Clément Schweib als CEO abgelöst. Ein frischer Wind könnte dem Unternehmen gut tun. Die RTL Group gehört zu Bertelsmann und umfasst nicht nur deutsche Sender wie RTL, RTL Zwei und Vox, sondern auch über 50 Fernsehsender, sechs Streaming-Dienste sowie fast 40 Radiostationen im Ausland, unter anderem in Frankreich und Ungarn.
Das lineare Werbegeschäft steht unter Druck, und die TV-Werbeerlöse fielen um 7 Prozent auf 2,189 Milliarden Euro. Die Gesamteinnahmen aus Werbung, einschließlich Streaming, Radio und Print, sanken um 2,9 Prozent auf 3,031 Milliarden Euro. Doch es gibt auch gute Nachrichten: Die digitalen Werbeerlöse stiegen um 27,7 Prozent auf 517 Millionen Euro. Das kompensiert etwa zwei Drittel der Verluste im TV-Werbemarkt. Das Streaming-Geschäft boomt, und die Zahlen sprechen für sich: Der Streaming-Umsatz stieg um 26 Prozent auf 509 Millionen Euro, und die Zahl der zahlenden Abonnenten wuchs um 19 Prozent auf rund 8,1 Millionen. Ein echter Aufwärtstrend!
Die Zukunft im Streaming
Die Hauptplattform RTL+ hat über sieben Millionen zahlende Kunden, und die Anlaufverluste im Streaminggeschäft sind gesunken von 137 Millionen Euro im Jahr 2024 auf nur noch 47 Millionen Euro in 2025. Im vierten Quartal 2025 erreichte das Streaminggeschäft nahezu die Gewinnschwelle. Für 2026 wird sogar ein positives Ergebnis im Streaming-Segment erwartet. Das klingt fast zu gut, um wahr zu sein!
Rabe hat den strategischen Umbau des Unternehmens betont und die Ausrichtung auf das Streaming-Geschäft klar gemacht. Partnerschaften mit großen Playern wie der Deutschen Telekom, Amazon und Warner Bros. Discovery sollen das Streaminggeschäft weiter stärken. Und die geplante Übernahme von Sky Deutschland könnte die Abonnentenzahl im deutschsprachigen Raum auf etwa zwölf Millionen erhöhen. Der Abschluss dieser Transaktion wird für das erste Halbjahr 2026 erwartet. Das sind alles Schritte, die RTL in eine spannende Zukunft führen könnten.
Mit einem prognostizierten Adjusted EBITA von rund 725 Millionen Euro für 2026 und dem mittelfristigen Ziel, eine Milliarde Euro operativen Gewinn zu erzielen, sieht die Strategie von RTL durchaus vielversprechend aus. Man darf gespannt sein, wie sich die Dinge weiterentwickeln und ob die Aktie wieder in die Höhe schnellt.
