CoreWeave: Aufstieg in den Nasdaq-100 oder volatil im Sturm der Künstlichen Intelligenz?
Heute ist der 20. Juni 2026 und wir schauen uns die aktuellen Entwicklungen bei CoreWeave an, einem Namen, der in der Welt der Cloud-Infrastruktur und Künstlichen Intelligenz für ordentlich Aufregung sorgt. Die Woche war für das Unternehmen alles andere als langweilig. CEO Michael Intrator hat am 16. Juni stolze 307.692 Aktien verkauft und dafür rund 36 Millionen US-Dollar eingestrichen. Aber nicht nur er hat sich von seinen Anteilen getrennt – auch Finanzchef Nitin Agrawal und Strategiechef Brian Venturo haben etwas abgegeben. Und dann wäre da noch Vize-Präsident Chen Goldberg, der Papiere über einen festgelegten Handelsplan veräußert hat. Trotz alledem konnte die Aktie am Freitag nicht wirklich glänzen und verlor 2,82 Prozent, schloss jedoch bei 100,08 Euro. Das klingt erst einmal nicht berauschend, aber der Kurs liegt deutlich über dem Jahrestief von 54,20 Euro.
Was die Anleger aber wirklich interessiert, ist die bevorstehende Aufnahme von CoreWeave in den Nasdaq-100. Das könnte ein echter Game-Changer sein! In den letzten sieben Tagen hat die Aktie um fast 25 Prozent zugelegt und steht jetzt bei 103,34 Euro. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Index-Eintritt den Kauf von Aktien durch passiv gemanagte Fonds notwendig macht. Institutionelle Anleger wie Atreides Management und die Deutsche Bank haben sich bereits mit zusätzlichen Anteilen eingedeckt. Ein großer Schritt, der die Volatilität im Sektor für Künstliche Intelligenz weiter anheizen könnte.
Auftragsbestand und Umsatzentwicklung
Die Zahlen sprechen für sich: Im ersten Quartal 2026 stieg der Umsatz um beeindruckende 111,6 Prozent auf 2,08 Milliarden US-Dollar. Und das, obwohl CoreWeave mit einem Nettoverlust von 740 Millionen US-Dollar zu kämpfen hat – ein Zeichen für die hohen Investitionen in die Cloud-Infrastruktur. Die Investitionen werden teilweise durch die kürzlich platzierten Senior Notes im Volumen von 1,25 Milliarden US-Dollar und 2 Milliarden Euro mit hohen Zinsen finanziert. Beide Tranchen laufen bis 2032 und sind für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens entscheidend.
Der Auftragsbestand von CoreWeave beläuft sich mittlerweile auf 99,4 Milliarden US-Dollar, was eine solide Basis für weiteres Wachstum darstellt. Analysten schätzen, dass dieser bis Ende des zweiten Quartals sogar auf 131 Milliarden Dollar ansteigen könnte. Das hat dazu geführt, dass die Analysten die Aktie im Konsens als moderaten Kauf bewerten, mit einem durchschnittlichen Kursziel von 131,52 US-Dollar. Aber damit nicht genug – die Analysten von Cantor Fitzgerald haben sogar ein „Overweight“-Rating mit einem Kursziel von 167 Euro vergeben. Das klingt doch vielversprechend!
Künstliche Intelligenz und technologische Fortschritte
CoreWeave ist nicht nur im Finanzbereich aktiv, sondern hat auch in der Technologie spannende Fortschritte gemacht. So stellte das Unternehmen mit dem KI-Modell DeepSeek-V3 einen neuen Bestwert in den MLPerf-Trainings-Benchmarks auf. Dieses beeindruckende Modell mit 671 Milliarden Parametern wurde in nur rund zwei Minuten auf einem Cluster mit 8.192 NVIDIA-GPUs trainiert. Das zeigt, dass CoreWeave nicht nur auf dem Papier stark ist, sondern auch in der Praxis!
Doch trotz aller Erfolge bleibt die Frage, wie lange CoreWeave den Investitionskurs aufrechterhalten kann. Die Umwandlung von Milliardenumsätzen in Milliardengewinne wird zur Herausforderung, die Anleger mit Spannung beobachten. Mit dem Einzug in den Nasdaq-100 könnte der Kurs kurzfristig weiter anziehen, aber die Unsicherheit über die künftige Profitabilität schwebt wie ein Damoklesschwert über dem Unternehmen. Die Volatilität im Sektor für Künstliche Intelligenz bleibt hoch, und das Rennen um die Marktführerschaft ist noch lange nicht entschieden.
